Die japanische Universitätsreform der 90er Jahre und ihre Auswirkungen auf die Germanistik

Seit der Meiji-Zeit spielte die Germanistik unter den Fremdsprachenphilologien an japanischen Universitäten eine Sonderrolle. Von konservativen Politikern gefördert, um den aus England und Frankreich importieren demokrat
Seit der Meiji-Zeit spielte die Germanistik unter den Fremdsprachenphilologien an japanischen Universitäten eine Sonderrolle. Von konservativen Politikern gefördert, um den aus England und Frankreich importieren demokratischen Ideen entgegenzuwirken (vgl. Naka 1998), konnte das Deutsche unter den zweiten Fremdsprachen bis in die jüngste Zeit seine führende Rolle behaupten. Inzwischen ist das Fach jedoch aus internen und externen Gründen in eine Krise geraten. Die seit der Nachkriegszeit mehrfach in Angriff genommene, aber erst seit Ende der 80er Jahre tatsächlich einsetzende Universitätsreform spielt dabei eine entscheidende Rolle. Es wird im folgenden darum gehen, die Germanistik innerhalb dieses wesentlich politisch bestimmten Feldes zu verorten. Ich werde zunächst einige Grundlinien der japanischen Universität in Erinnerung bringen, wie sie bis in die 80er Jahre hinein einigermaßen unbefragt galten (1), anschließend die Probleme skizzieren, die sich daraus ergaben (2) und die Universitätsreform erläutern (3).Abschließend wird es um die Folgen für die Germanistik, die zweiten Fremdsprachen und das Deutsche gehen (4). Sämtliche Ausführungen beziehen sich, wenn nicht anders vermerkt, auf die staatlichen Universitäten. Die privaten Universitäten haben naturgemäß mehr Freiheiten bei der Gestaltung ihrer Studiengänge und spielen daher teilweise eine Vorreiterrolle. In Ausrichtung, Zielgruppe und finanziellen Möglichkeiten sind sie aber so unterschiedlich, daß sie nur schwer als Gruppe zu fassen sind. Dennoch ergeben sich Übereinstimmungen mit den staatlichen Universitäten, weil sie deren ökonomisches und demographisches Umfeld teilen. Zudem müssen sich auch die privaten Hochschulen an die Richtlinien des Erziehungsministeriums halten. Auch für sie gelten also die Grundlinien der Reformen, es müssen hier aber je nach Ausrichtung der Hochschule verschieden starke Abstriche gemacht werden.
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Metadaten
Author:Michael Mandelartz, Yamamoto Akihiko
URN:urn:nbn:de:hebis:30-102491
URL:http://www.kisc.meiji.ac.jp/~mmandel/unireform_japan.html
Document Type:Article
Language:German
Date of Publication (online):2011/05/05
Year of first Publication:2011
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
Contributing Corporation:Koreanischen Gesellschaft für Deutsch als Fremdsprache
Release Date:2011/05/05
SWD-Keyword:Deutsch ; Fremdsprache; Germanistik ; Geschichte ; Japan ; Universität
Note:
Überarbeitete Fassung des gleichnamigen Aufsatzes erschienen in: Deutsch als Fremdsprache in Korea. Zeitschrift der Koreanischen Gesellschaft für DaF, H.4, August 1999, S. 226-247
HeBIS PPN:309001145
Institutes:Extern
Dewey Decimal Classification:800 Literatur und Rhetorik
Sammlungen:GiNDok
BDSL-Classification:BDSL-Klassifikation: 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.07.00 Germanistik im Ausland
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