Das Spannungsfeld von Hochsprache und Dialekt im arabischen Raum

In der arabischen Welt herrscht eine sehr alte und stabile Situation der Diglossie, d.h. des funktional geregelten Nebeneinanders von zwei historischen Entwicklungsstufen der gleichen Sprache. Das Moderne Hocharabisch ist eine konservierte Form des Klassischen Arabisch. Es genießt hohes Ansehen und dient als Schriftsprache, wird aber nicht muttersprachlich erworben, sondern durch Unterricht erlernt. Im mündlichen und informellen Bereich werden die jeweiligen Dialekte verwendet; sie sind die natürliche Muttersprache der Bevölkerung, genießen jedoch keinerlei Ansehen. Da die Hochsprache in ihrer äußeren Form nicht verändert werden darf, aber auch die Dialekte sich nicht zu modernen geschriebenen Volkssprachen entwickeln dürfen, scheint die Diglossiesituation für alle Zeit festgeschrieben. Dadurch ist das Überleben der Dialekte gesichert, obgleich sie sich untereinander stärker annähern. Die Geringschätzung der Dialekte in der arabischen Welt bedingt auch eine Ablehnung der Dialektologie. Deshalb war die arabische Dialektologie immer eine Domäne westlicher Forscher, doch nun deutet sich auch im Westen ihr Niedergang an.

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Metadaten
Author:Otto Jastrow
URN:urn:nbn:de:hebis:30-1155655
URL:http://www.opus.ub.uni-erlangen.de/opus/volltexte/2008/953/
Document Type:Other
Language:German
Date of Publication (online):21.06.2010
Year of first Publication:2008
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
SWD-Keyword:Arabisch; Dialekt ; Standardsprache
HeBIS PPN:22881815X
Dewey Decimal Classification:400 Sprache
Sammlungen:Linguistik
Linguistik-Klassifikation:Linguistik-Klassifikation: Dialektologie/Sprachgeografie / Dialectology/Linguistic geography
Note:
Vortrag, gehalten am Interdisziplinären Zentrum für Dialektforschung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 22.10.-10.12.2007
Licence (German):License Logo Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand

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