Formwandel von Souveränität und Außenpolitik

Die Entwicklung des Verständnisses von globaler Ordnung ist eng mit der Etablierung dessen verbunden, was in den Internationalen Beziehungen gemeinhin als „Westfälisches Staatensystem“ bezeichnet wird. Der Abschluss der 
Die Entwicklung des Verständnisses von globaler Ordnung ist eng mit der Etablierung dessen verbunden, was in den Internationalen Beziehungen gemeinhin als „Westfälisches Staatensystem“ bezeichnet wird. Der Abschluss der Westfälischen Friedensverträge im Jahr 1648, die den Beginn einer auf rechtlicher Gleichheit und Selbstbestimmung basierenden internationalen Ordnung in Europa markieren sollen, wird dabei häufig auch als ein zentraler Meilenstein in der Entstehung der spezifischen politischen Praxis „Außenpolitik“ verstanden. Deren konstitutives Merkmal wird insbesondere im Konzept der „Souveränität“ verortet, eine befähigende Eigenschaft politischer Akteure, frei von Fremdeinfluss in einem größeren Kontext unter Herstellung von Innen-/Außen-Grenzen handeln zu können. Somit ist dieser Begriff einer der Grundprämissen, die in der Vorstellung eines „internationalen Systems“ zum Ausdruck kommt, in dem „souveräne“ Akteure in Beziehungen zu anderen „souveränen“ Akteuren treten – also „Außenpolitik“ betreiben. Nun ist die Denkfigur des Westfälischen Staatensystems bereits aus mehreren disziplinären Perspektiven heraus kritisiert worden, dennoch scheint die Vorstellung eines Systems souveräner Nationalstaaten beachtliche Standfestigkeit zu beweisen. Das Westfälische Staatenmodell – mit seinem „master concept“ Souveränität - verbindet das Konzept von politischer Autorität mit Territorialität und Gruppe und stellt somit ein einschlägiges wie analytisch handliches Ordnungsprinzip internationaler Beziehungen bereit. Oder in Stephen Krasners Worten: „it orders the minds of the policy-makers“.
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Metadaten
Author:Ursula Stark Urrestarazu
URN:urn:nbn:de:hebis:30-86280
Series (Serial Number):Normative orders working paper : Normative Orders, Cluster of Excellence at Goethe University Frankfurt, Main (2010, 04 [v.2])
Publisher:Goethe-Univ., Cluster of excellence The Formation of Normative Orders
Place of publication:Frankfurt am Main
Document Type:Working Paper
Language:German
Date of Publication (online):2010/11/30
Year of first Publication:2010
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
Release Date:2010/11/30
Tag:Foreign policy ; International Relations ; Souvereignty
SWD-Keyword:Außenpolitik ; Internationale Politik; Intervention ; Souveränität
Pagenumber:34
First Page:1
Last Page:34
Note:
Aktualisierte Version des Dokumentes URN: urn:nbn:de:hebis:30-85347 ; URL: http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2010/8534/ ; This work is licensed under the Creative Commons Attribution-Non-Commercial-No Derivative Works 3.0 Germany License. To view a copy of this license, visit http://creativecommons.org/licenses/by-ncnd/3.0/de/deed.en_GB.
Source:Version vom 29.11.2010
HeBIS PPN:230467059
Institutes:Exzellenzcluster Die Herausbildung normativer Ordnungen
Dewey Decimal Classification:320 Politikwissenschaft
Sammlungen:Universitätspublikationen
Licence (German):License Logo Veröffentlichungsvertrag für Publikationen

$Rev: 11761 $