Ansichten aus Europa : Charles Gores Reisebilder im klassischen Weimar

Es liegt nahe, in dieser ebenso kurz wie prägnant auftretenden literarischen Figur der "Wahlverwandtschaften" ein konkretes historisches Vorbild zu vermuten. Bereits im 1916 veröffentlichten Registerband der Weimarer Aus
Es liegt nahe, in dieser ebenso kurz wie prägnant auftretenden literarischen Figur der "Wahlverwandtschaften" ein konkretes historisches Vorbild zu vermuten. Bereits im 1916 veröffentlichten Registerband der Weimarer Ausgabe wurde sie mit dem Engländer Charles Gore identifiziert, eine Annahme, die seitdem mehrfach wiederholt wurde, freilich ohne auf ihren Erkenntnisgehalt hin geprüft worden zu sein. Gore, ein kultivierter Privatier, Schiffskonstrukteur und begabter Amateurzeichner, lebte mit seinen beiden Töchtern Eliza und Emilie von 1791 bis zu seinem Tode 1807 in Weimar und pflegte engen Kontakt zu dessen Gesellschaft. Vorausgegangen war ein fast zwanzigjähriges Reise leben, das 1773 mit einem durch den angeschlagenen Gesundheitszustand der Gattin bedingten mehrmonatigen Aufenthalt in Lissabon begonnen und die Familie seitdem durch weite Teile des europäischen Kontinentes geführt hatte. Die Konvergenz beider Figuren ist in der Tat höchst bemerkenswert. Sie soll im Folgenden näher untersucht werden, wobei vor allem der ästhetische wie pädagogische Nutzen ihres Wirkens herauszuarbeiten sein wird. Ein Verfahren, das den literarischen Text und den historischen Sachverhalt gleichermaßen in den Blick nimmt – wohlgemerkt unter Voraussetzung der jeweiligen Eigengesetzlichkeiten –, erlaubt dabei zweierlei: zum einen Einsicht in die Werkstatt des Dichters, der, vom Eindruck einer zeitgenössischen Persönlichkeit ausgehend, diese literarisch verarbeitet. Zum anderen vermag eine quellengestützte Untersuchung jene faszinierende Wirkung zu rekonstruieren, von der in den "Wahlverwandtschaften" nur eher andeutungsweise die Rede ist, erlaubt mithin eine kommentierende Deutung des Textes. Wie zu zeigen sein wird, vermögen beide Perspektiven das Phänomen ›Gore‹ auf aufschlussreiche Weise zu konturieren.
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Metadaten
Author:Alexander Rosenbaum
URN:urn:nbn:de:hebis:30-88771
Document Type:Part of a Book
Language:German
Date of Publication (online):2011/01/05
Year of first Publication:2008
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
Contributing Corporation:Klassik-Stiftung Weimar
Release Date:2011/01/05
Tag:Charles <Künstler>; Gore
SWD-Keyword:Geschichte; Johann Wolfgang von Goethe; Johann Wolfgang von Goethe; Landschaftsmalerei ; Weimar
Source:http://www.klassik-stiftung.de/uploads/tx_lombkswdigitaldocs/Jb2008_Rosenbaum_Ansicchten_aus_Europa.pdf ; (in:) Hellmut Th. Seemann (Hg.): Europa in Weimar : Visionen eines Kontinents. - Göttingen: Wallstein-Verl., 2008, S. 225-238. (Jahrbuch / Klassik-St
Contributor:Seemann, Hellmut Th. (Hg.)
Institutes:Extern
Dewey Decimal Classification:830 Literaturen germanischer Sprachen; Deutsche Literatur
Sammlungen:GiNDok
BDSL-Classification:BDSL-Klassifikation: 13.00.00 Goethezeit > 13.14.00 Zu einzelnen Autoren
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