Agrobiodiversität und das Recht auf Nahrung : eine moralische Begründung des Rechts auf Nahrung im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und ihre Implikationen für biodiverse Ernährung in Ernährungssicherungsstrategien

Agrobiodiversity and the right to food : a moral justification of the right to food in the international covenant on economic, social and cultural rights and its implications on biodiverse alimentation and food security stategies

Global betrachtet, bestehen große Unterschiede in der menschlichen Entwicklungsfähigkeit sowohl zwischen verschiedenen Gruppierungen innerhalb einer Gesellschaft als auch zwischen unterschiedlichen Gesellschaften. Diese 
Global betrachtet, bestehen große Unterschiede in der menschlichen Entwicklungsfähigkeit sowohl zwischen verschiedenen Gruppierungen innerhalb einer Gesellschaft als auch zwischen unterschiedlichen Gesellschaften. Diese Differenzen bedürfen einer Begründung. Armut mit ihren Begleiterscheinungen Hunger, Unter- und Mangelernährung (Ernährungsunsicherheit) ist ein menschlich und individuell nicht wünschenswerter Zustand. Angemessene Ernährung ist der Grundstein für jegliche Form von Entwicklung. Armut ist ein absoluter Zustand, der die Betroffenen der Erfüllung grundlegender menschlicher Bedürfnisse und der vollwertigen Teilhabe an der Menschengemeinschaft beraubt. Um Armut als ungerecht verstehen zu können, muss sie von einer bestimmten Art (z.B. strukurell) oder Gründen sein. Biodiversität ist ein grundlegender Baustein, um den Fortbestand der Erde und der Menschheit zu sichern. Ohne biologische Vielfalt ist kurzfristig kein qualitativ hochwertiges und langfristig überhaupt kein Leben möglich. Diverse Regionen und gesellschaftliche Gruppierungen sind unterschiedlich stark von ihrer Nutzung für das alltägliche Überleben abhängig und von einem Verlust der (Agro-)Biodiversität betroffen. Biodiverse Ernährungsstrategien werden selten zur Verringerung der Unterernährung eingesetzt. Die Themen Recht auf Nahrung und landwirtschaftliche Vielfalt sind in dieser Form noch nirgends behandelt worden. Es gibt bislang keine normative Debatte bzw. Literatur, die eine moralphilosophische Begründung des Rechts auf Nahrung versucht und sie in Bezug zu relevanten Abkommen und Rechtskommentaren daraufhin untersucht, welche Gerechtigkeits-konzeptionen implizit und explizit vorhanden sind und inwiefern sie die strukturelle Dimension von Armut und Unterernährung thematisieren. Dies ist ein Versuch der partiellen Aufarbeitung, der sowohl normative als auch empirische Elemente enthält. Nach der umfassenden Analyse landwirtschaftlicher Strukturen sowie der strukturellen Bedingtheiten von Armut untersuche ich die Plausibilität der Begründungsoptionen eines sozialen Menschenrechts und prüfe im Anschluss ob sich Elemente einer moralischen Argumentation innerhalb des UN Sozialpakts, der Allgemeinen Anmerkung 12 des UN Wirtschafts- und Sozialrats sowie der Freiwilligen Leitlinien der FAO rechtfertigen lassen. Abschließend plädiere ich für eine vielfältige Landwirtschaft und die Hinwendung von Ernährungssicherungs-strategien zu biodiverser Ernährung.
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Agrobiodiversity is a key factor in reducing hunger and malnutrition. So far, few food security strategies rely on locally adapted and available foods. Discussing the implicit and explicit concepts as embodied in the FAO
Agrobiodiversity is a key factor in reducing hunger and malnutrition. So far, few food security strategies rely on locally adapted and available foods. Discussing the implicit and explicit concepts as embodied in the FAO Guidelines and the UN CESCR General Comment 12 a food security strategy is verbalized that enables rather than enslaves the very poor.
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Metadaten
Author:Diana Kaiser
URN:urn:nbn:de:hebis:30-85301
Referee:Uta Ruppert, Regina Kreide
Document Type:Magister's Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2011/03/08
Year of first Publication:2009
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
Granting Institution:Johann Wolfgang Goethe-Univ.
Release Date:2011/03/08
Tag:Agrobiodiversität ; Recht auf Nahrung ; geistige Eigentumsrechte
Agrobiodiversity ; Right to Food ; intellectual property rights
SWD-Keyword:Agrarpolitik ; Biodiversität ; Ernährungssicherung ; Menschenrecht <Motiv> ; Nachhaltigkeit
HeBIS PPN:232463816
Institutes:Gesellschaftswissenschaften
Dewey Decimal Classification:320 Politikwissenschaft
Sammlungen:Universitätspublikationen
Licence (German):License Logo Veröffentlichungsvertrag für Publikationen

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