Die Genese der "Eigenverantwortung" in modernen Managementkonzepten

In seiner ausführlichen Untersuchung unterschiedlicher philosophischer Ansätze zum Prinzip „Verantwortung“ führt Ludger Heidbrink (2003) aus, dass die Standardtheorie der „Verantwortung“ auf drei Pfeilern beruhe, „dem Su
In seiner ausführlichen Untersuchung unterschiedlicher philosophischer Ansätze zum Prinzip „Verantwortung“ führt Ludger Heidbrink (2003) aus, dass die Standardtheorie der „Verantwortung“ auf drei Pfeilern beruhe, „dem Subjekt der Verantwortung, dem Objekt der Verantwortung und der Instanz der Verantwortung“ (ebd.: S. 21 f.; Hervorhebung von B. H.). Dabei bezieht er sich auf einige philosophische Ansätze, die Verantwortung in einer mehrstelligen Relation verstehen: Eine Person hat (1) Verantwortung für etwas (2) vor und gegenüber jemandem (3) und wird nach Maßgabe von gewissen Kriterien beurteilt (4) (u. a. Lenk/Maring 1993; Höffe 1993). An dieser Definition wird deutlich, dass es sich bei „Verantwortung“ um ein zutiefst soziales Handlungsprinzip dreht, denn eine Person, die verantwortlich handelt, tritt immer in irgendeiner Form in Interaktion mit ihrer sozialen Umwelt. So kümmern sich beispielsweise Eltern um ihre Kinder; Arbeitsnehmer stellen im Rahmen kollegialer Arbeitsteilung ein Produkt her oder erfüllen eine Dienstleistung für einen Kunden. Selbst wer sich gegenüber einem Tier oder der Natur verantwortlich verhält, erfüllt dabei eine moralische Norm, deren Einhaltung die Gesellschaft von ihm erwartet. Daran wird deutlich, dass eine Person, auch wenn sie sich in ihrem Handeln nicht direkt auf andere Menschen bezieht, gegenüber Personen oder Instanzen die Folgen ihres Verhaltens verantworten muss, was bedeutet, dass sie im Rahmen der Rechenschaftspflicht letztlich auch in eine Interaktion mit anderen Menschen tritt. Nur von mündigen Menschen kann Verantwortung für ihr Handeln erwartet werden. Der intersubjektive Charakter des Verantwortungspostulats lässt normalerweise auch zu, dass sich die beteiligten Personen über die Voraussetzungen verständigen können, unter denen das geforderte Handeln möglich ist oder war. Denn meistens genügt allein der Willen einer Person nicht zur Übernahme von Verantwortung.
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Metadaten
Author:Barbara Heitzmann
URN:urn:nbn:de:hebis:30-109757
Series (Serial Number):Normative orders working paper : Normative Orders, Cluster of Excellence at Goethe University Frankfurt, Main (2011, 05)
Publisher:Goethe-Univ., Cluster of excellence The Formation of Normative Orders
Place of publication:Frankfurt am Main
Document Type:Working Paper
Language:German
Date of Publication (online):2011/07/05
Year of first Publication:2011
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
Release Date:2011/07/05
Tag:Unternehmensführung; Unternehmensorganisation
SWD-Keyword:Management; Selbstverantwortung ; Verantwortung
Pagenumber:75
First Page:1
Last Page:75
Note:
This work is licensed under the Creative Commons Attribution-Non-Commercial-No Derivative Works 3.0 Germany License. To view a copy of this license, visit http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/deed.en_GB.
HeBIS PPN:267953399
Institutes:Institut für Sozialforschung (IFS)
Exzellenzcluster Die Herausbildung normativer Ordnungen
Dewey Decimal Classification:300 Sozialwissenschaften
Sammlungen:Universitätspublikationen
Licence (German):License Logo Veröffentlichungsvertrag für Publikationen

$Rev: 11761 $