1993 stellte die Entdeckung winziger Stückchen von Ribonukleinsäuren,
heute als microRNAs bekannt, die Wissenschaftler vor ein Rätsel. Erstmals
beobachtet wurden sie in dem Fadenwurm C. elegans, einem einfachen,
vergleichsweise leicht durchschaubaren Organismus. Was die Wissenschaftler
verwirrte, war die Tatsache, dass diese microRNAs ganz
offensichtlich nicht für Proteine kodierten. Welche Funktion haben sie
dann? Inzwischen weiß man, dass sie eine wichtige Rolle bei der Genregulation
spielen. Und das nicht nur im Fadenwurm: MicroRNAs sind evolutionär
hoch konserviert, sie kommen auch in höheren Organismen vor.
Im Menschen sind mehr als 1500 microRNAs beschrieben, und man geht
davon aus, dass mindestens 30 Prozent der Gene direkt durch microRNAs
reguliert werden. Das lässt sich auch für therapeutische Zwecke nutzen.
In unserer Arbeitsgruppe erforschen wir insbesondere die Rolle der
microRNAs bei Herz- und Gefäß-Erkrankungen.