Am 1. Januar 2012 tritt das KORUS-Freihandelsabkommen zwischen Südkorea und den USA in Kraft.
Mit dem KORUS-Freihandelsabkommen und dem vergleichbar umfangreichen, bereits
seit Juli 2011 rechtskräftigen Abkommen mit der EU (KOREU) verfügt Südkoreas exportorientierte
Volkswirtschaft über einen nahezu uneingeschränkten Zugang zu den
beiden stärksten Wirtschaftsräumen der Welt, die gemeinsam mehr als 50 Prozent des
weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwirtschaften. Nicht zuletzt angesichts der
jüngsten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie des Stillstands der multilateralen
Doha-Verhandlungsrunde zur globalen Handelsliberalisierung, setzen zahlreiche Staaten
in Ostasien wie auch Südkorea auf eine expansive und vor allem bilaterale Freihandelspolitik.
In Seoul hat diese Politik mit den beiden jüngsten Abkommen ihren vorläufigen
Höhepunkt erreicht. Die weitere Handelsstrategie des Landes sieht eine Diversifizierung
und Ausweitung der Freihandelspolitik vor.
* Insbesondere die jüngeren Abkommen mit Indien, den USA und der EU stellen eine
Weiterentwicklung der bisherigen Freihandelspolitik Südkoreas dar. Verglichen
mit den anfänglichen Abkommen mit Chile oder auch Singapur haben diese umfangreichen
und tiefgreifenden Vereinbarungen eine neue Qualität.
* In den neueren bilateralen Freihandelsprojekten Südkoreas mit dem Golfkooperationsrat
oder Australien werden zunehmend auch Themen wie Rohstoff- und Ernährungssicherung
in den Blick genommen.
* Mit dem Abschluss der Freihandelsabkommen werden auch politische Ziele verfolgt,
wie zum Beispiel die Stärkung der Allianz mit den USA oder das Knüpfen
strategischer Partnerschaften über die ostasiatische Region hinaus.
Vor allem für Japan stellen KORUS und KOREU eine ökonomische Herausforderung
dar. Es ist möglich, dass nun in Ostasien, wie auch im gesamten pazifischen
Raum, weitere große Freihandelsabkommen folgen werden.