Im Oktober 2008 erfolgte eine detaillierte Erfassung von Arten der Schlammfluren entlang
der Elbe zwischen Dessau Kornhaus und der Saalemündung. Dies stand im Zusammenhang
mit der Suche nach Vorkommen von Coleanthus subtilis und Lindernia procumbens. Wegen
der soziologischen Bindung an Schlammfluren und des bisherigen Fehlens von korrekten
Nachweisen beider Arten aus dem Untersuchungsgebiet (UG) (vgl. z. B. ZOBEL 1976, VOIGT
1980, 1982) wurden andere, im UG typische Nanocyperion-Arten als Indikatorsippen genutzt,
indem bei Vorkommen solcher Arten an den entsprechenden Stellen besondere Aufmerksamkeit
auf das potenzielle Vorhandensein beider Zielarten gelegt wurde. Als „Indikatorsippen“
dienten Eleocharis acicularis, Cyperus fuscus, Limosella aquatica, Lindernia dubia,
Mentha pulegium und Peplis portula. Auch Rorippa palustris bevorzugt, ebenso wie Juncus
bufonius, Gnaphalium uliginosum und Plantago intermedia schlammige bis schlammig-feinsandige
Standorte, jedoch sind diese Arten nicht derart ausgeprägt standortspezifisch wie die
erstgenannte Gruppe. Bei der Auswertung der vorhandenen Daten wurden sie allerdings
teilweise mit berücksichtigt. Auch Leersia oryzoides wurde als oft übersehene Art erfasst.
Obwohl für die genannten Arten umfangreiches Datenmaterial im Artenkataster des LAU
vorliegt, bot es sich an, noch dazu weil weder Coleanthus subtilis noch Lindernia procumbens
nachgewiesen werden konnten, die innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraumes für
den ca. 30 km langen Elbabschnitt gewonnen Daten in einer Übersicht zusammenfassend
darzustellen. Damit liegt ein für mehrere Arten aktueller Kartierstand vor, der insofern als
sehr genau angesehen werden dürfte, da die Entwicklungsbedingungen im Jahr 2008 für Arten
der annuellen Uferfluren ausgesprochen günstig waren.