Genetische Varianten des Dopamin D2-Rezeptors und ihr Einfluss auf das Risiko einer Opiatabhängigkeit und den Dosisbedarf einer Methadonsubstitutionstherapie

Suchtverhalten wird zu wesentlichen Anteilen durch die mesolimbische,
dopaminerge Signalweiterleitung vermittelt. Daher wurde der gesamte
DRD2-Genlokus und ergänzend der ANKK1 rs1800497C>TEinzelnukleotid
Polymorphismus (SNP), der früher als „Dopamin D2
Rezeptor Taq1A C>T Polymorphismus“ bezeichnet wurde, auf
Assoziationen mit dem Risiko, an einer Opiatabhängigkeit zu erkranken,
und dem Methadondosisbedarf einer Methadonsubstitutionstherapie
untersucht.
Die Allelfrequenzen der DRD2/ANKK1-Polymorphismen wurden zwischen
85 methadonsubstituierten, kaukasischstämmigen Patienten und 99
zufällig ausgewählten, gesunden kaukasischstämmigen Kontrollen
verglichen. Innerhalb der Patientengruppe wurde untersucht, ob die
tägliche Methadondurchschnitts- bzw. -höchstdosis im ersten Jahr der
Behandlung und die Zeit, bis die Höchstdosis erreicht wurde, mit
genetischen Varianten der Gene für DRD2 und ANKK1 assoziiert werden
kann.
Verglichen mit der Kontrollgruppe findet sich bei Drogenabhängigen das
minor-Allel des DRD2 rs1076560G>T-SNPs (p=0.022, Odds Ratio 2.343)
oder der ATCT-Haplotyp des DRD2 rs1799978A>G, rs1076560G>T,
rs6277C>T, ANKK1 rs1800497C>T häufiger (p=0.048, Odds Ratio 2.23).
Ähnliche Tendenzen zeigen sich für ANKK1 rs1800497C>T (p=0.056,
Odds Ratio 2.12) und den TCCTCTT-Haplotyp des DRD2-Rezeptors, der
sich aus rs12364283T>C, rs1799732Cdel, rs4648317C>T,
rs1076560G>T, rs6275C>T, rs6277C>T und ANKK1 rs1800497C>T
zusammensetzt (p= 0.059, Odds Ratio 2.31). Die Methadondurchschnitts–
und -höchstdosierungen ließen sich signifikant mit dem DRD2 rs6275C>TSNP
assoziieren (p=0.016 für die Durchschnittsdosis und p=0.005 für die
Höchstdosis). Träger des rs6275T-Allels benötigten höhere Methadondosierungen als
Patienten, die dieses Allel nicht tragen. Zusätzlich wurde diese genetische
Variante mit einer längeren Zeitperiode bis zum Erreichen der Methadonhöchstdosis
assoziiert (p=0.025).
Zusammenfassend wurde in dieser Dissertationsarbeit der gesamte
Genlokus des DRD2-Rezeptors von der Promotorregion bis hin zum
ANKK1 rs1800497C>T-Polymorphismus analysiert. Es konnte gezeigt
werden, dass Polymorphismen, die den DRD2-Rezeptor betreffen, das
Risiko, an einer Opiatabhängigkeit zu erkranken, entscheidend
beeinflussen. Außerdem konnte gezeigt werden, dass der Dosisbedarf zur
erfolgreichen Aufrechterhaltung einer Methadonsubstitutionstherapie
durch diese Polymorphismen beeinflusst wird.

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Metadaten
Author:Seyed Syavash Salamat
URN:urn:nbn:de:hebis:30:3-276236
Referee:Jörn Loetsch, Thomas Klingebiel
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):19.11.2012
Year of first Publication:2010
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
Granting Institution:Johann Wolfgang Goethe-Univ. Frankfurt am Main
Date of final exam:09.05.2011
Pagenumber:VI, 42
HeBIS PPN:313604126
Institutes:Medizin
Dewey Decimal Classification:610 Medizin und Gesundheit
Sammlungen:Universitätspublikationen
Note:
Diese Dissertation steht außerhalb der Universitätsbibliothek leider (aus urheberrechtlichen Gründen) nicht im Volltext zur Verfügung, die CD-ROM kann (auch über Fernleihe) bei der UB Frankfurt am Main ausgeliehen werden.
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