Bindungsmuster von Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden

Bindung basiert auf erlernten Erfahrungen im Kindesalter und entwickelt sich unter be-stimmten Bedingungen weiter, wobei es sowohl die Partnerwahl als auch die Partner-schaft im Erwachsenenalter bestimmt. Insgesamt verwe
Bindung basiert auf erlernten Erfahrungen im Kindesalter und entwickelt sich unter be-stimmten Bedingungen weiter, wobei es sowohl die Partnerwahl als auch die Partner-schaft im Erwachsenenalter bestimmt. Insgesamt verweisen die Überlegungen der Bin-dungstheorie auf die Notwendigkeit eines sicheren „Gehalten-werden“ bzw. einer Stress-reduktion sowie auf eine verlässliche soziale Unterstützung für Menschen nach traumati-schen Erfahrungen. Je nach Erfahrungen in der Kindheit bzw. im Erwachsenenalter prä-gen sich verschiedene Bindungssysteme aus, welche ihrerseits wiederum die Lernmög-lichkeiten eines Menschen beeinflussen.
Ziel der vorliegenden Arbeit war mittels des Adult Attachement Projektive (AAP) zu untersuchen, ob es eine stark erhöhte Prävalenz unsicherer bzw. unverarbeiteter Bin-dungsmuster in der Stichprobe von Frauen in Frauenhäusern gibt. Zudem wurde der Leitfrage nachgegangen, ob die Art der Flucht vor dem misshandelnden Partner sich bei verarbeiteten und unverarbeiteten Bindungsmustern der Frauen unterscheidet. Es wurde die Leitfrage untersucht, ob die Rückkehr der Frauen zu ihren gewalttätigen Partnern von ihrer sozialen Unterstützung und ihrem Bindungsmuster anhängig ist. Mittels eines Leitfadeninterviews wurde erforscht, ob es während des Frauenhausaufenthaltes bei den Frauen in Bezug auf ihre Bindungsmuster zu einer gesteigerten Form des Lernens kommt. 
Die Ergebnisse zeigen auf, dass die Bindungsverteilung der vorliegenden Stichprobe denen von Gruppen mit hohem sozialen Risiko entspricht. Die Fluchtarten der Frauen unterscheiden sich nicht zwischen verarbeiteten und unverarbeiteten Bindungsmustern. Jedoch wird eine Tendenz zwischen der Art der Flucht und den verschiedenen Bin-dungsmustern deutlich. 
Die Untersuchungen der Stichprobe zeigen eine Tendenz, dass die Rückkehr der Frauen zu ihren gewalttätigen Partnern von erlebter sozialer Unterstützung sowie dem Bin-dungsmuster abhängig ist. 
Das Frauenhaus kann als Ort verschiedener Lernphänomene angesehen werden. Es fin-det eine Wissensaneignung statt, die eine Veränderung der Verhaltensweisen bis hin zu einer Veränderung der Eigentheorien der Frauen bewirken kann. Ein Zusammenhang zwischen den verschiedenen Bindungsmustern und den Lernphänomenen wird deutlich.
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Attachment is based on learned experiences in childhood and further develops under certain conditions, moreover, it determines the choice of a partner and partnership in adulthood. Overall, attachment theory describes an
Attachment is based on learned experiences in childhood and further develops under certain conditions, moreover, it determines the choice of a partner and partnership in adulthood. Overall, attachment theory describes and explains enduring patterns of relationships between humans indicating the strong need for protection, stress level reduction as well as a reliable social support for people after traumatic experiences. Depending on experiences in childhood or in adulthood different attachment patterns are formed, which in turn influence the learning opportunities of a person. 
The aim of this study was to investigate whether there is an increased prevalence of insecured or unprocessed attachment patterns in a subgroup of women in women's shelters by means of the Adult Attachment Projective (AAP). In addition, the type of escape from the abusive partner in processed and unprocessed attachment pattern of women was investigated. 
Guided interview techniques were used to explore the impact of shelter stays on the learning behavior of women with regard to their attachment patterns. The study discloses that the return of women to their violent partners strongly depends on their social support and their attachment pattern. Moreover, the results show that the attachment distribution of this subgroup, corresponds to groups of high social risk. The kind of escapes of the investigated women do not differ between processed and unprocessed attachment patterns, nonetheless it correlates with the attachment pattern itself. In addition, the return of women to their violent partners seems to be reliant on on their experienced social support as well as the respective attachment pattern. 
In summary, the shelter can be considered as a place of different learning phenomena for women. Acquiring knowledge may cause a change of their behavior or even a change of women’s intrinsic theories. In conclusion, the study indicates that there is a correlation between the different attachment patterns and the learning phenomena of women
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Metadaten
Author:Wiebke Elke Schultheiß
URN:urn:nbn:de:hebis:30:3-372882
Referee:Michael Fingerle, Dieter Katzenbach
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2015/04/09
Year of first Publication:2014
Publishing Institution:Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
Granting Institution:Johann Wolfgang Goethe-Universität
Date of final exam:2015/02/17
Release Date:2015/04/10
Pagenumber:205
Last Page:193
HeBIS PPN:357883101
Institutes:Erziehungswissenschaften
Dewey Decimal Classification:100 Philosophie und Psychologie
370 Bildung und Erziehung
Sammlungen:Universitätspublikationen
Licence (German):License Logo Veröffentlichungsvertrag für Publikationen

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