Jenseits von Leben und Tod : Geschlechterimaginationen biologischer Lebensbegriffe

Als das kontradiktorisch Andere des Lebens wird gewöhnlich der Tod oder auch das Unbelebte gesetzt. Eine Biologiegeschichte der Vergeschlechtlichungen von Lebenskonzepten kann aber noch ein weiteres, etwas schräg zu dies
Als das kontradiktorisch Andere des Lebens wird gewöhnlich der Tod oder auch das Unbelebte gesetzt. Eine Biologiegeschichte der Vergeschlechtlichungen von Lebenskonzepten kann aber noch ein weiteres, etwas schräg zu dieser Gegensatzachse angeordnetes Konzeptpaar herausstellen: die aus sich selbst zeugende Materie, die einer nicht selbst zeugungsfähigen, zu belebenden Materie gegenübersteht. Die erstgenannte Materieart kann mit dem gewohnten Terminus 'lebend' oder 'lebendig' bezeichnet werden, aber in Bezug auf den zweiten Modus von Materie passen Begriffe wie 'tot', 'unbelebt' oder 'lebendig' nicht. Dieser zweite Zustand wird vielmehr als ein zwischen Leben und Tod vermittelnder und changierender wissenschaftlich ausgestaltet, oder genauer: als ein Zustand zwischen Handlungsfreiheit und Naturverfallenheit. Dieses Konzeptpaar - nennen wir es hilfsweise zunächst das Lebendige und seine lebensfähige Ressource - steht außerdem weniger in einem polaren als eher in einem hierarchischen Verhältnis zueinander und durchläuft, so wird in einem kurzen Abriss zu zeigen sein, eine mit dem gesellschaftlichen Geschlechterverhältnis korrespondierende Kulturgeschichte.
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Metadaten
Author:Kerstin Palm
URN:urn:nbn:de:hebis:30:3-463150
ISBN:978-3-7705-5746-2
Parent Title (German):Das Leben vom Tode her : zur Kulturgeschichte einer Grenzziehung / Katrin Solhdju ; Ulrike Vedder (Hg.)
Publisher:Wilhelm Fink
Place of publication:Paderborn
Editor:Katrin Solhdju, Ulrike Vedder
Document Type:Part of a Book
Language:German
Date of Publication (online):2018/04/16
Year of first Publication:2015
Publishing Institution:Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
Release Date:2018/04/19
SWD-Keyword:Begriff; Biologie; Geschlechterverhältnis; Kulturgeschichte; Kulturwandel; Kulturwissenschaft; Leben; Materie; Semiotik; Strukturalismus; Subjekt <Philosophie, Motiv>; Tod
Pagenumber:15
First Page:151
Last Page:161
Note:
Zwei Vorversionen dieses Aufsatzes, der zentrale Ergebnisse der Habilitationsschrift der Verfasserin "Existenzweisen des Lebens - Fragmente einer Kulturgeschichte des biologischen Lebensbegriffs 1750–2000" zusammenfasst, sind mit etwas anderen Schwerpunktsetzungen erschienen: "Homo vitalis. Existenzweisen des Lebens in der Biologie des 18. bis 20. Jahrhunderts", in: Claudia Breger/Irmela Marei Krüger-Fürhoff/Tanja Nusser (Hg.): Engineering Life. Narrationen vom Menschen in Biomedizin, Kultur und Literatur, Berlin 2008, S. 37–52; "Zur Kulturalität naturwissenschaftlicher Begriffe am Beispiel des biologischen Lebensbegriffs", in: Michael Fischer (Hg.): Die Kulturabhängigkeit von Begriffen, Frankfurt a. M. u.a. 2010, S. 13-26.
HeBIS PPN:431199523
Dewey Decimal Classification:300 Sozialwissenschaften
570 Biowissenschaften; Biologie
800 Literatur und Rhetorik
Sammlungen:CompaRe | Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin
Licence (German):License Logo Veröffentlichungsvertrag für Publikationen

$Rev: 11761 $