[Rezension zu:] Georg Kremnitz. Mehrsprachigkeit in der Literatur. Ein kommunikationssoziologischer Überblick (2., erweiterte Auflage). Wien: Praesens, 2015

Kremnitz nähert sich dem Thema der Mehrsprachigkeit in der Literatur aus der Sicht des Sprachwissenschaftlers und Soziologen, worauf nicht zuletzt der Untertitel des Bandes verweist. Seine Arbeitsweise der "Soziologie de
Kremnitz nähert sich dem Thema der Mehrsprachigkeit in der Literatur aus der Sicht des Sprachwissenschaftlers und Soziologen, worauf nicht zuletzt der Untertitel des Bandes verweist. Seine Arbeitsweise der "Soziologie der Kommunikation" richtet sich gegen die von ihm konstatierte Vernachlässigung der Kommunikation in der Sprachwissenschaft und strebt eine Verknüpfung zwischen interner (d. h. formaler) und externer Sprachbetrachtung an. Gerade für die kommunikative Erscheinung der Literatur würden externe Faktoren eine bedeutende Rolle spielen, die man zumal bei der Frage nach der Mehrsprachigkeit in der Literatur bzw. der Sprachwahl von AutorInnen nicht vernachlässigen sollte. In seinem knappen Literaturüberblick, der allerdings durch eine in der Neuauflage erweiterte und aktualisierte Bibliographie ergänzt wird, stellt Kremnitz einerseits einen Mangel an systematischen Untersuchungen zum Thema fest, der auch elf Jahre nach dem ersten Erscheinen seines Buches noch zu registrierensei. – Es überwögen Fallstudien zu einzelnen AutorInnen, die zudem meist rein literaturwissenschaftlich argumentierten und die Erkenntnisse der Sprachwissenschaft nicht berücksichtigten. Diesen Lücken in der Forschung setzt Kremnitz sein Buch entgegen, in dem er einerseits das Terrain von Mehrsprachigkeit in der Literatur mit einigen grundlegenden theoretischen Überlegungen abstecken möchte und andererseits sprachwissenschaftliche Erkenntnisse mit zahlreichen Autorenbeispielen (und damit literaturhistorischen Hinweisen) zusammenführt. Im Zentrum des Interesses stehen die Frage nach den Kriterien für die Sprachwahl von mehrsprachigen AutorInnen sowie der Versuch, aus den konkreten Aussagen einzelner AutorInnen zu verstehen, welche Bedeutung sie der Sprachwahl zumessen. In diesem Sinne ist das Buch auch strukturiert: Die Kapitel eins, drei und vier beschäftigen sich mit grundlegenden, theoretischen Fragen, während die Kapitel zwei, fünf und sechs historisch angelegt sind und Beispiele verhandeln.
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Metadaten
Author:Sandra Vlasta
URN:urn:nbn:de:hebis:30:3-475552
ISBN:978-3-8498-1217-1
ISSN:1432-5306
Parent Title (German):Komparatistik : Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Publisher:Aisthesis Verlag
Place of publication:Bielefeld
Editor:Christian Moser, Linda Simonis
Document Type:Review
Language:German
Date of Publication (online):2018/09/21
Year of first Publication:2017
Publishing Institution:Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
Creating Corporation:Deutsche Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Release Date:2018/09/21
SWD-Keyword:Kremnitz, Georg; Literatur; Mehrsprachigkeit; Rezension
Volume:2017
Pagenumber:3
First Page:248
Last Page:250
Note:
Kremnitz, Georg: Mehrsprachigkeit in der Literatur : ein kommunikationssoziologischer Überblick. - 2., erw. Aufl. - Wien : Praesens-Verl., 2015. - 285 S. - 978-3-7069-0828-3
HeBIS PPN:438677773
Dewey Decimal Classification:800 Literatur und Rhetorik
Sammlungen:CompaRe | Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Aisthesis Verlag
Zeitschriften / Jahresberichte:Komparatistik : Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft ; 2016
Journal: Dazugehörige Zeitschrift anzeigen
Licence (German):License Logo Veröffentlichungsvertrag für Publikationen

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