Modifizierte Methodik der Zahnreplantation : histologische und röntgenologische Ergebnisse am Tiermodell

Die therapeutische Replantation von Zähnen zählt zu den endochirurgischen Eingriffen, wenn alternative Therapiemethoden nicht zum Erhalt des Zahnes oder der Zahnwurzel geführt haben oder aufgrund der bestehenden Risiken 
Die therapeutische Replantation von Zähnen zählt zu den endochirurgischen Eingriffen, wenn alternative Therapiemethoden nicht zum Erhalt des Zahnes oder der Zahnwurzel geführt haben oder aufgrund der bestehenden Risiken (z.B. Gefährdung des Nervus mandibularis bei einer Wurzelspitzenresektion) vom Patienten abgelehnt werden. Im Gegensatz zu Zahnreplantationen, die in Zusammenhang mit einem Trauma stehen, können therapeutische Zahnreplantationen geplant durchgeführt werden. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Vergleich zwischen zwei unterschiedlichen Replantationsmethoden anhand von histologischen Serienschnitten und klinisch erhobenen Röntgenbilder in einer tierexperimentellen Studie an zwei Mantelpavianen durchzuführen. Die beiden Replantationsarten unterscheiden sich in der extraoralen Phase des Zahnes. In der konventionellen Methodik wird der Zahn in der Extraktionszange bzw. mit den Fingern gehalten und die Wurzelhaut mit Ringerlösung benetzt. In einer von LAUER [81] entwickelten Methodik wird der zu replantierende Zahn atraumatisch in einer speziellen Haltevorrichtung fixiert und dabei die Wurzeln in eine gekühlte, semisolide Nährlösung [72,81] eingebettet. Es besteht dadurch ein besserer Schutz des Desmodonts vor mechanischen, chemischen und thermischen Noxen während der extraoralen Therapiephase des Zahnes. Als Versuchsdesign wurde das Split-mouth-design gewählt. Jeder Zahn ist dabei eine Einheit für sich. Dadurch sind die Ergebnisse nicht nur vergleichbar, sondern auch präzise, da sie unter anderem vom Gesundheitszustand des Versuchstieres unabhängig sind. 82 Tage nach dem operativen Eingriff wurden die Versuchstiere geopfert. Vor den Replantationen und vor der Opferung wurden jeweils Röntgenbilder angefertigt. Die Auswertung der Röntgenbilder war aufgrund von Fehlinterpretationen, die anhand von Vergleichen zu histologischen Präparaten diagnostiziert wurden, nicht zielführend. Die histologische Aufarbeitung des Zahnhalteapparates erfolgte in axialen Serienschnitten zum Wurzelquerschnitt. In Anlehnung an ANDREASEN [9] wurde der Zustand des Desmodonts in fünf Klassen differenziert. Der Klassifizierungsdurchschnitt wies bei der die modifizierten Replantationsmethode nach LAUER mit einem Wert von 2,42 gegenüber der konventionellen Replantationsmethode mit einem Wert von 3,31 einen signifikant verbesserten Wert auf. Die nach der Lauer-Methode replantierten Zähne heilten besser ein, erreichten jedoch nicht die Vergleichswerte von nicht reimplantierten Zähnen (1,52). Auch die statistischen Testverfahren im Rahmen einer einfaktoriellen Varianzanalyse (ANOVA) zeigen signifikante Unterschiede bei der histologischen Bewertung des Desmodonts. Sowohl die Grundgesamtheit der Klassifizierungsmittelwerte pro Wurzel als auch die Grundgesamtheit der schlechtesten Desmodontbewertung pro Wurzel fallen bei keinem der angewandten Tests durch. Die Verteilung der Klassifizierungsmittelwerte pro Wurzel weist eindeutig auf einen Trend hin. Die innovative Replantationsmethode nach Lauer weist einen besser bewerteten Zustand des Desmodonts auf als bei der konventionellen Replantationsmethode. Die Ernährung, die Kühlung und der Kontaminationsschutz des Desmodonts während der extraoralen Therapiephase scheinen eine erhöhte Überlebensrate der Fibroblastenzelle zu verursachen. Dies führt zu der statistisch signifikant verbesserten Einheilung eines nach Lauer replantierten Zahnes.
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The therapeutical replantation of the teeth is an endosurgical operation, which is indicated when alternative methods for the preservation of a tooth or tooth root have failed. Other indications are the presence of possi
The therapeutical replantation of the teeth is an endosurgical operation, which is indicated when alternative methods for the preservation of a tooth or tooth root have failed. Other indications are the presence of possible complications, for example the risk of damaging the nervus mandibularis by a root resection, which is therefore denied by the patient. In contrast to tooth replantation resulting from trauma, the therapeutic tooth replantation execution can be planned. The goal of the present study is to compare two various methods of replantation. This will be conducted through the comparison of a series of histological crossections and clinically related x-rays carried out in the animal experimentation on two baboons. The two methods of reimplantation are differentiated by the extraoral phase of the tooth. In the conventional method, the tooth is held steady in the forceps or between the fingers and the dental periosteum moistened with saline solution. In a method developed by Lauer (81), the tooth, which is to be replanted, is fixed atraumatically in a special holding device and then bedded in an cooled semisolid nutritive solution (72, 81). As a result there is a better protection of the desmodont from mechanical, chemical and thermal noxens during the extra oral phase. The split-mouth-design has been chosen as the experimental design. Every tooth is an individual case. Consequently the results are not only comparative but also precise, since they are independent of the animals health status. The animals were sacrificed 82 days after the operation. X-rays were taken prior to the operation and prior to the sacrifice. The evaluation of x-rays in comparison with the histological preparations were not conclusive due to misinterpretation. The histological assessment of the parodontium was carried out in a series of axial sections to the root crosssection. The condition of the desmodont was divided into five classifications. The classification average of the modified replantation method Lauer with a value of 2.42, in comparison to the conventional replantation method with 3.31, showed a significantly better result. The teeth, which were replanted by the Lauer method, healed better, but did not achieve the comparative result of non reimplanted teeth (1.52). Even the statistical test results in the bounds of a one factor variance analysis (ANOVA) show synificant differences in the histological assessment of the desmodont. Neither the complete classification average per tooth or the complete worst desmodont values failed in the resulting test. The distributed classification values per root showed a clear trend. The innovative replantation method Lauer showed a considerably better condition of the desmodont in comparison to the conventional replantation method. The nutrition, the cooling, and the protection from contamination of the desmodont during the extra oral treatment phase seems to result in an increased survival rate of the fibroblast cellls. Statistically this lead to the synificantly improved healing of the replanted tooth.
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Metadaten
Author:Sabine Remensberger
URN:urn:nbn:de:hebis:30-0000004932
Referee:Hans-Christoph Lauer
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2004/12/20
Year of first Publication:2004
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
Granting Institution:Johann Wolfgang Goethe-Univ.
Date of final exam:2004/12/01
Release Date:2004/12/20
HeBIS PPN:125484305
Institutes:Medizin
Dewey Decimal Classification:610 Medizin und Gesundheit
Sammlungen:Universitätspublikationen
Licence (German):License Logo Veröffentlichungsvertrag für Publikationen

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