Osseointegration bei dentalen Implantaten : eine Literaturübersicht und -auswertung

Die Osseointegration in der dentalen Implantologie wurde anhand einer Literaturübersicht dargestellt und ausgewertet. Die Literaturübersicht beinhaltet Verlaufsstudien, in vitro und in vivo Studien, die ultrastrukturelle
Die Osseointegration in der dentalen Implantologie wurde anhand einer Literaturübersicht dargestellt und ausgewertet. Die Literaturübersicht beinhaltet Verlaufsstudien, in vitro und in vivo Studien, die ultrastrukturelle, biomechanische und biochemische Untersuchungen und deren Resultate aufzeigen. Im 1. Kapitel wurden die Kriterien zur Beurteilung des Implantaterfolges dargestellt. Es lässt sich feststellen, dass nicht nur ein Implantatverlust als Misserfolg zu bewerten ist, sondern auch klinische und röntgenologische Erfolgskriterien eine Rolle spielen. Die Mobilität, der Knochenabbau, Entzündungsreaktionen, Schädigungen von anatomischen Strukturen und die Funktionstüchtigkeit des Implantates werden mitbewertet. Im 2. Kapitel wurden die Voraussetzungen für die Erzielung der Osseointegration aufgezeigt. Zu diesen gehören die Physiologie der Knochenheilung, die Implantatwerkstoffe, das operative Vorgehen und die Einheilungsphase. Der Vorgang der Knochenheilung, speziell der primären Frakturheilung, wird der Implantateinheilung gleichgesetzt. Dies bedeutet, dass ein ausreichender belastungsfreier Zeitraum für die Implantateinheilung einzuhalten ist. Bei den Implantatwerkstoffen wurden die Metalle und die Keramiken verglichen. Der Implantatwerkstoff der Wahl ist aufgrund seiner mechanischen und biokompatiblen Eigenschaften das Titan. Andere Materialien, wie z.B. Tantal und Hydroxylapatit, haben sich als problematisch erwiesen. Beim operativen Vorgehen haben sich die Aspekte der atraumatischen, aseptischen und standardisierten Operationsbedingungen als vorteilhaft erwiesen. Der Einfluss der Knochenqualität und des Implantatdesigns auf die erreichbare Primärstabilität wurde dargestellt. Bei der Einheilphase wurde eine Übersicht über die bis dato gültigen Einheilzeiten gegeben. Die Vorgänge während der Implantateinheilung wurden unter Bezug auf die ultrastrukturellen Aspekte dargestellt. Der Einfluss von osteogenetischen Faktoren wurde speziell aufgezeigt. Die Implantateinheilung ist als komplexer Vorgang zu verstehen, bei dem die Wechselwirkung der verschiedenen Faktoren eine wichtige Rolle spielt. Die Morphologie des Interface wurde anhand von Studien diskutiert. Unterschiede in der Morphologie sind in Abhängigkeit von den Implantatwerkstoffen, der Remodelingphase und den verschiedenen Versuchstieren zu finden. Im 3. Kapitel wurden die Voraussetzungen für den Erhalt der Osseointegration besprochen. Zu diesen gehören die Knochenbelastung, die Konstruktionsprinzipien dentaler Implantate, die prothetischen Konzepte und Implantat-Systembeispiele. Bei der Knochenbelastung wurden die Aspekte der okklusalen Überbelastung, der axialen bzw. nicht-axialen Krafteinleitung, Zahn-Implantat- und rein implantat-getragene Rekonstruktionen und materialabhängige Faktoren der Suprakonstruktion berücksichtigt. Hierbei stellte sich heraus, dass Überbelastungen vermieden werden sollten. Die Art der Krafteinleitung sowie die Verbindung von Implantaten mit der natürlichen Bezahnung haben keinen negativen Einfluss auf die Osseointegration. Rekonstruktionen auf Kuststoffbasis werden als problematisch dargestellt. Bei den Konstruktionsprinzipien wurden die Bereiche des enossalen Teils, die Implantatdimension, die Implantatform, der Durchtritt durch die Weichgewebe und die Position der Implantatoberkante dargestellt. Die Unterschiede in den Konstruktionsprinzipien der dentalen Implantate sind heutzutage gering und sind in der Strukturierung der Oberflächen, der Positionierung der Implantatoberkante und im Durchtritt durch die Weichgewebe zu finden. Die Bedeutung der Weichgewebsmanschette beim Osseointegrationsvorgang wurde hervorgehoben. Die Vorteile von konischen Schraubenimplantaten im Vergleich zu Zylinderimplantaten werden aufgezeigt. Ein wurde ein Überblick über die etablierten Okklusionskonzepte und prothetischen Konzepte gegeben. Eine Abhängigkeit von der Ausgangssituation im natürlichen Restgebiss wurde festgestellt, so dass das Konzept sich nach dieser richten muss. Bei den Systembeispielen wurden sechs Implantattypen dargestellt: das Brånemark-System, das Astra-System, das Ankylos-System, das Frialit 2, das ITI- und das 3i-System. Im 4. Kapitel wurden weitere Einflüsse auf die Osseointegration diskutiert. Dazu gehören die Knochenqualität, die Regenerationsfähigkeit des Knochens, neue OP-Verfahren, "neue" Oberflächen und deren Wirkung auf die zelluläre Umgebung, die fraktionierte Lasteinleitung und die Früh- und Sofortbelastung. Die Beurteilung der Knochensituation, d.h. das Erkennen von Veränderungen, die Evaluation der Knochendichte und die Regenerationsfähigkeit des Knochens wurden als prächirurgische Aspekte besprochen. Neue Op-Verfahren wie die Knochen -kondensation und -verdrängung wurden als Möglichkeit vorgestellt, die eine Implantatversorgung auch in schwierigen anatomischen Verhältnissen erlaubt. Der Einfluss der Implantatoberfläche auf den Knochen-Implantatkontakt, die Verankerungsfestigkeit und die Zellaktivität wurde dargestellt. Bei den Implantatoberflächen ist erkennbar, dass eine Vergrößerung der Gesamtoberfläche durch Mikro und -Makrostruktur angestrebt wird. Eine optimale Primärstabilität durch einen besseren Verzahnungseffekt wird dadurch möglich. Die Prinzipien der fraktionierten Lasteinleitung und des progressive bone loadings, sowie die Früh- und Sofortbelastung wurden vorgestellt. Eine Verkürzung der Einheilphase und somit eine Frühbelastung ist unter optimierten Bedingungen möglich. Ein sich anschließendes Knochentraining verbessert die vorgefundene Knochensituation und somit die Prognose der Implantattherapie. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass eine Osseointegration unter Einhaltung von standardisierten Operationsbedingungen mit jedem der hier vorgestellten Implantattypen erzielbar ist. Beim Erhalt der Osseointegration spielen die Unterschiede bei den Implantattypen und die Belastung über die prothetische Versorgung eine wichtige Rolle.
show moreshow less
The osseointegration in dental implantology was shown by a review of literature and evaluated. This review contained progress studies, in vitro and in vivo studies, which showed the ultra structural, biomechanical and bi
The osseointegration in dental implantology was shown by a review of literature and evaluated. This review contained progress studies, in vitro and in vivo studies, which showed the ultra structural, biomechanical and biochemical studies and their results. In the first chapter the assessment criterion for the success of implants were represented. It can be established that not only a loss of implant has to be rated as a failure, but also clinical and radiological criterion of success play an important part. The mobility, the loss of bone, reactions of inflammation, the damage to anatomical structures and the long term efficacy of the implant were evaluated. In the second chapter the basic prerequisites for the achievement of the osseointegration were demonstrated. The basic prerequisites contain the physiology of the healing of bone, the material of the implant, the surgical procedure and the healing period. The procedure of bone healing, in particular the primary fracture healing is equated with the implant healing. This means that a sufficient stress free healing period is to be adhered to. Concerning the material of implantation, the metals and ceramics were compared. The implant material of choice is titanium because of its mechanical and biocompatible properties. Other materials like, for example, tantalum and hydroxyapatite, have proven problematic. In the operative procedure the characteristics of atraumatic, aseptically and standardized operation conditions have proven favourable. The influence of the quality of bone and the design of the implant on the achievable primary stability was demonstrated. Considering the healing period was a survey of the current lines of healing time hither to given. The procedures in the course of healing of the implants were shown with reference to the ultra structural aspects. The influence of the osteogenetic factors plays an important part. The morphology of the interface was discussed by seven studies. Differences in the morphology depend on the material of the implant, the phase of remodelling and the different laboratory animals. In the third chapter were the prerequisites for the preservation of the osseointegration discussed. Among the prerequisites are the stress distribution in bone, the principles of construction of dental implants, the prosthetic concepts and examples of systems of implants. Concerning the stress distribution in bone were the aspects of the occlusal overload, of the axial, respectively non-axial loading, tooth-and-implant supported and purely implant-supported reconstructions and material depending factors of the supraconstruction were considered. On this occasion it was revealed that overloading should be avoided. The kind of loading as well as the connection of implants with the natural teeth have no negative influence on the osseointegration. Reconstructions based on resin materials have been shown to be problematic. Concerning the principles of constructions the domains of the enossal parts, the dimensions of the implant, the form of the implant, the penetration through the soft tissue and the position of the upper edge of the implant were shown. Nowadays the differences in the principles of construction of the dental implants are few and are to be found in the structure of the surface, the positioning of the upper edge of the implant and in the penetration through the soft tissue. The meaning of the peri implant mucosa in the procedure of the osseointegration was emphasized. The advantages of the conical screw type implant in comparison to the cylindrical implant were shown. A survey of established occlusal concepts and prosthetic concepts was given. A dependence on the situation of the natural remaining teeth was established, so that the concept has to act accordingly. In the examples of the systems six types of implants were shown: the Branemark-System, the Astra-System, the Ankylos-System, the Frialit 2, the ITI-and the 3i-System. In the fourth chapter more influences of the osseointegration were discussed. Belonging to the influences are the quality of bone, the ability of regeneration of the bone, new operation procedures, "new" surfaces and their effect on the cellular environment, the partial loading("fraktionierte Lasteinleitung") and the early and immediate loading of the implant. The assessment of the situation of the bone, that means the recognition of changes, the evaluation of the bone density and the ability of regeneration of the bone were discussed as presurgical aspects. New operation procedures , for example the bone- condensation and the bone-splitting were introduced as a possibility, allowing the provision of the implant even under difficult anatomical circumstances. The influence of the surface of the implant on the bone-implant contact, the removal torque strength and on the cell activity was shown. Concerning the surfaces of the implant it is recognizable that an increase in the total surface by micro-and macrostructure is aimed at. An optimal primary stability is possible by a better mechanical interlock. The principles of the partial loading and the progressive bone loading, as well as the early and immediate loading were demonstrated. A shortening of the healing period and thus an early loading is possible under optimized conditions. A subsequent training of bone improves the previously found bone situation and by this the prognosis of the implant therapy. Summing up it may be said that an osseointegration with each of the introduced types of implants under adherence of standardized operative conditions. Concerning the preservation of the osseointegration the differences of the types of implants and the loading over the prosthetic provision play an important part.
show moreshow less

Download full text files

Export metadata

  • Export Bibtex
  • Export RIS

Additional Services

    Share in Twitter Search Google Scholar
Metadaten
Author:Manuel A. Bras da Silva
URN:urn:nbn:de:hebis:30-0000003284
Referee:G.-H. Nentwig
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2003/11/26
Year of first Publication:2002
Publishing Institution:Univ.-Bibliothek Frankfurt am Main
Granting Institution:Johann Wolfgang Goethe-Univ.
Date of final exam:2003/10/13
Release Date:2003/11/26
HeBIS PPN:115324658
Institutes:Medizin
Dewey Decimal Classification:610 Medizin und Gesundheit
Sammlungen:Universitätspublikationen
Licence (German):License Logo Veröffentlichungsvertrag für Publikationen

$Rev: 11761 $