Multinukleare NMR Untersuchungen an flüssigen Vorstufen mullitischer Verbindungen

Ziel der Arbeit war es, die strukturellen Eigenschaften einer flüssigen Vorstufe einer Mullitkeramik mit Hilfe der NMR-­Spektroskopie zu untersuchen. Die fertige Keramik soll später im Triebwerksbau in der Luft- und Raumfahrttechnik eingesetzt werden. Dazu wurden NMR-­Messungen an den Kernen 1 H , 13 C, 27 Al und 29 Si durchgeführt. Als Experimente kamen dabei sowohl eindimensionale als auch zweidimensionale Methoden der NMR-­Spektroskopie zum Einsatz. Zur Bildung von Strukturhypothesen wurden verschiedene Modellsysteme im Rechner simuliert. Eine besondere Herausforderung bei der Messung und Interpretation der Spektren stellte die hohe Viskosität der verwendeten Proben dar. Diese hohe Viskosität der Proben führte zu einer starken Verbreiterung der Resonanzlinien in den NMR-­Spektren und zu den gezeigten Schwierigkeiten bei den Diffusionsmesungen. Die in der Literatur beschriebene strukturelle Vielfalt der Aluminiumalkoholate konnte nicht nur, wie in der Literatur bekannt, mit Hilfe von Aluminiumspektren, sondern auch über Protonen­ und Kohlenstoffspektren nachgewiesen und beschrieben werden. Insbesondere konnten Struktureinheiten jenseits der bekannten dimeren, trimeren und tertameren Strukturen der Aluminumalkoholate beschrieben werden. Das trimere Aluminiumsekundärbutylat steht mit einer dimeren Form im Gleichgewicht. Durch Temperaturerhöhung wird dieses Gleichgewicht in Richtung der dimeren Form verschoben. Im Falle der Verbindung [Al(OBu) 2n (iP rEtO) n ] konnte die direkte Nachbarschaft der 2-­Butanol und iso-­Propoxyethanolreste im Komplex über Signale im ROESY-­Spektrum aufgezeigt werden. Es konnte eine sehr exakte und reproduzierbare Methode zur Bestimmung von Diffusionskonstanten in viskosen, gelartigen Lösungen mittels NMR-­Messungen gefunden und erfolgreich auf die zu beobachtenden Systeme adaptiert und verwendet werden. Nur mit Hilfe dieser Methode war es möglich, den supramolekularen Charakter der Vorstufen einer Mullit-­Keramik nachzuweisen. Insbesondere konnte gezeigt werden, daß das vorgestellte System eine hochgeordnete Struktur aufweist, und daß die einzelnen molekularen Einheiten über nicht kovalente Wechselwirkungen miteinander verbunden sind.

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Metadaten
Verfasserangaben:Michael Weimer
URN:urn:nbn:de:hebis:30-0000001212
Gutachter:Heinz Rüterjans
Dokumentart:Dissertation
Sprache:Deutsch
Datum der Veröffentlichung (online):14.04.2003
Jahr der Erstveröffentlichung:2001
Veröffentlichende Institution:Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Titel verleihende Institution:Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Datum der Abschlussprüfung:19.03.2001
SWD-Schlagwort:Ausgangsmaterial ; Faserverbundwerkstoff ; Keramischer Werkstoff ; Mullit ; NMR-Spektroskopie; Supramolekulare Struktur
Zur Bestellung der Druckausgabe:Online-Ressource
Zur Bestellung der Druckausgabe:098156276
Institute:Biochemie und Chemie
DDC-Sachgruppen:660 Chemische Verfahrenstechnik
Sammlungen:Universitätspublikationen

$Rev: 8725 $