Unspezifische Entzündungen nach Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK) : eine konfokalmikroskopische Untersuchung der Inzidenz und korneal-morphologischen Zusammenhänge

Die Laser-in-situ-keratomileusis (LASIK) gilt als die am häufigsten durchgeführte refraktivchirurgische Maßnahme weltweit und wird als eine sichere Methode zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten im Bereich von -8 bis +4 Dio
Die Laser-in-situ-keratomileusis (LASIK) gilt als die am häufigsten durchgeführte refraktivchirurgische Maßnahme weltweit und wird als eine sichere Methode zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten im Bereich von -8 bis +4 Dioptrien angewandt. Zu den wenigen Komplikationen nach LASIK gehört die diffuse lamelläre Keratitis (DLK), eine sterile Entzündung, die zumeist zwischen dem ersten bis 10. postoperativen Tag durch die Spaltlampenuntersuchung diagnostiziert wird. Da die DLK in Einzelfällen fulminant und mit schwerwiegenden Wundheilungsstörungen der Kornea einhergehen kann, ist die weitere Beleuchtung der Genese und der morphologischen Zusammenhänge erforderlich. Um am lebenden Menschen diese Informationen in-vivo zu erlangen, kann das Verfahren der konfokalen Mikroskopie eingesetzt werden. Zu diesem Zweck wurden 65 Augen von 35 Patienten nach LASIK mittels des konfokalen Mikroskops nach einem sowie nach 7 Tagen und dann nach einem Monat (30 Tage) systematisch untersucht. Hierzu wurde die Hornhaut in 5 Segmente eingeteilt, ein zentrales und 4 periphere, um die Daten auch topographisch vergleichen zu können. In der Konfokalmikroskopie fanden sich insgesamt in 183 Segmenten von 925 möglichen entzündliche Infiltrate. Am häufigsten traten Infiltrate am ersten (52 Augen), dann am siebten Tag (32 Augen) und letztlich am 30. Tag (7 Augen) auf und wiesen tendenziell eher weniger dichte Infiltrate (< 1000 Zellen/mm2) vor. Die topographische Verteilung zeigte, dass es v.a. zu Infiltraten in der Peripherie und besonders im oberen Segment 5 kommt. Typischer Weise nach LASIK erscheinende spindelartige Strukturen konnten in einem Zusammenhang mit entzündlichen Infiltraten nachgewiesen werden. Aktivierte Keratozyten, Nadeln, Débris, Falten und Epithelstippung wurden hingegen ohne Zusammenhang mit Infiltraten ermittelt. Im direkten Vergleich mit der Spaltlampenuntersuchung zeigte sich, dass sich weitaus seltener eine DLK in den entsprechenden Segmenten aufdecken ließ als durch das Konfokalmikroskop. Die topographische Verteilung konnte enthüllen, dass es bei der klinischen Routineuntersuchung zu Ungenauigkeiten in einzelnen Segmenten kam. Diese Messfehler zeigten sich v.a. im Segment 5 und jeweils im nasalen (2 oder 4). Mit Hilfe der Konfokalmikroskopie konnten diese Lücken aufgedeckt werden. Mittels der hier angestellten Untersuchungen konnten Infiltrate unter 1000 Zellen pro mm2 als reguläre Reaktion im Rahmen der Wundheilung von einer klassischen DLK nach LASIK abgegrenzt werden. Man könnte dieses Phänomen auch als DLK Grad 0 bezeichnen. In diesem Sinne ist die Konfokalmikroskopie als ergänzende Untersuchung zur Spaltlame zu sehen, denn sie kann in vielen zusätzlichen Fällen klären, wo sich noch entzündliche Infiltrate befinden, die die Spaltlampe aufgrund der geringeren Auflösung nicht aufzudecken vermag. Als ebenfalls sinnvoll erweist sich der Einsatz der Konfokalmikroskopie zur Einschätzung der Wundheilungsaktivität (aktivierte Keratozyten und Nadeln) nach LASIK und kann eventuelle Fragen bezüglich der Refraktionsstabilität zur Nachbehandlungsbeurteilung klären.
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Laser-in-situ-keratomileusis (LASIK) has become one of the most common refractive surgeries in the world and as a method of correction for myopia and hypermetropia from -8 to +4 dioptres it has shown to be a safe method.
Laser-in-situ-keratomileusis (LASIK) has become one of the most common refractive surgeries in the world and as a method of correction for myopia and hypermetropia from -8 to +4 dioptres it has shown to be a safe method. The main complication after LASIK is the diffuse lamellar keratitis (DLK), which is a sterile inflammation in between the first to approximately the 10th day after surgery mostly diagnosed by slit lamp (SL) examination. Thus, in some cases DLK may end in a severe malfunction of the cornea it is important to know the geneses and the morphological associations to it. For further in-vivo evaluation on the living human cornea the confokal microscopy (CM) is an essential method for this examination. For this study we examined 65 eyes of 35 patients after LASIK at day one (01d), day seven (07d) and after one month (30d) systematically. To compare the topographical outcome we divided the examined cornea into 5 segments (one central and 4 others in the periphery). The CM showed infiltrates in 183 segments of 925 possible. DLK was most often at day one (52 eyes), then at day seven (32 eyes) and least at the 30th day (7 eyes). It showed a tendency to low density infiltrates (less than 1000 cells/mm2). The topography showed the most infiltrates in segment 5 and in the nasal segments. Typical structures after LASIK are spindle shaped formations that are associated with DLK. Other than that activated keratocytes, needle like structures, debris, folds and epithelial defects are not associated with DLK. Needle like structures seem to be associated with the postoperative wound healing and indicate as well as the activation of keratocytes an advanced stadium in the first month after LASIK. Comparing SL and CM examination, the CM showed some errors in the clinical routine. This means that the SL examiner has to spend more time at segment 5 and the nasal part of the cornea as CM demonstrated this gap. This study showed that an infiltrate with less than 1000 cells per mm2 represents mainly a regular reaction in terms of wound healing mechanisms after LASIK. Therefore, it cannot be compared with a classic DLK and might be better explained with the term DLK 0°. In this context CM is a good additional examination to the SL examination to gain further information about inflammation and the stadium of corneal wound healing (needle like structures and activated keratocytes).
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Metadaten
Author:Magdalena Cichocki
URN:urn:nbn:de:hebis:30-33118
Publisher:Univ.-Bibliothek
Place of publication:Frankfurt am Main
Referee:Thomas Kohnen, Friedhelm E. Zanella
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2006/11/15
Year of first Publication:2005
Publishing Institution:Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
Granting Institution:Johann Wolfgang Goethe-Universität
Date of final exam:2006/05/09
Release Date:2006/11/15
Pagenumber:81
Last Page:82
Note:
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HeBIS PPN:349718733
Institutes:Medizin
Dewey Decimal Classification:610 Medizin und Gesundheit
Sammlungen:Universitätspublikationen
Licence (German):License LogoArchivex. zur Lesesaalplatznutzung § 52b UrhG

$Rev: 11761 $