Korrektur von niederen und höheren Abbildungsfehlern des menschlichen Auges durch korneale Excimer-Laserablation

Korneale Ablationsverfahren zur Korrektur von Myopie, Hyperopie und Astigmatismus bis mittleren Grades haben sich in der refraktiven Chirurgie als sicheres und wirksames Verfahren etabliert. Neben diesen einfachen Abbild
Korneale Ablationsverfahren zur Korrektur von Myopie, Hyperopie und Astigmatismus bis mittleren Grades haben sich in der refraktiven Chirurgie als sicheres und wirksames Verfahren etabliert. Neben diesen einfachen Abbildungsfehlern gibt es noch Abbildungsfehler höherer Ordnung, welche die Abbildungsqualität des optischen Systems Auge reduzieren. Bisher wurden diese Abbildungsfehler durch konventionelle Excimerlaserbehandlungen induziert. Mit der Entwicklung von Aberrometern soll es nun gelingen, die Induktion von höheren Abbildungsfehlern bzw. vorhandene höhere Abbildungsfehler zusätzlich zur Korrektur des Refraktionsfehlers zu egalisieren. Man erwartet dadurch eine deutliche Verbesserung der Abbildungsqualität des Auges. In dieser Arbeit wurden 97 Augen von 49 Probanden mit einer wellenfrontgeführten LASIK behandelt. Die Untersuchung und Auswertung erfolgte hinsichtlich der Standardparameter der refraktiven Chirurgie (Sicherheit, Wirksamkeit, Stabilität, Vorhersagbarkeit, Komplikationen) sowie hinsichtlich der Veränderungen der Abbildungsfehler höherer Ordnung. Die Untersuchungen fanden präoperativ, nach einem Tag, einer Woche, einem Monat, nach drei Monaten und einem Jahr statt. Die Messung des Wellenfrontfehlers erfolgte präoperativ und nach einem Jahr in Miosis und Mydriasis. Ein Jahr nach der wellenfrontgesteuerten LASIK gewannen 40% der Augen eine Zeile und 5% zwei Zeilen an unkorrigiertem Sehvermögen. Bei 49% blieb das unkorrigierte Sehvermögen unverändert, 6% verloren eine Zeile. Nach einem Jahr wiesen 83% der Augen ein UKSM von 1,0 oder mehr auf. In einem Fall fand sich ein unkorrigiertes Sehvermögen von 1,6. Die Vorhersagbarkeit bis zu zwölf Monaten postoperativ erwies sich als sehr hoch. Alle Augen lagen zu diesem Zeitpunkt innerhalb einer Spannweite von ± 2 dpt, 86% innerhalb von ± 1 dpt und 63% im Bereich von ± 0,5 dpt der angestrebten refraktiven Korrektur. Im Nachbeobachtungszeitraum kam es zu keinen größeren Veränderungen der Refraktion. Am letzten Kontrolltermin ergab sich ein mittleres sphärisches Äquivalent von -0,25 dpt. Intraoperativ kam es zu keinen Komplikationen. In der Frühphase des Nachbeobachtungszeitraums kam es bei 21 Augen zu einer diffusen lamellären Keratitis (DLK) leichten bis mittleren Grades, die aber unter lokaler Kortisonbehandlung folgenlos ausheilte. Im Mittel betrugen die Aberrationen höherer Ordnung („higher order aberrations“- HOA) vor der Behandlung 0,093±0,032 μm für die 3,5 mm Pupille und 0,395±0,134 μm für die 6 mm Pupille. Durch die wellenfrontgeführte LASIK-Behandlung erhöhten sich die Werte auf 0,108±0,05 μm bzw. 0,571±0,244 μm. Somit konnten für eine 3,5 mm Pupille in 45,6% der Augen und in 20,6% der Augen für eine 6 mm Pupille die Abbildungsfehler höherer Ordnung konstant gehalten bzw. verringert werden. Die größte Zunahme der Aberrationen höherer Ordnung zeigte sich für die sphärischen Aberrationen (Z0 4) beim Vergleich der gemessenen Pupillen von 3,5 und 6 mm. Die Vorhersagbarkeit der Abbildungsfehler höherer Ordnung war sehr gering. Alle postoperativen Veränderungen der Abbildungsfehler höherer Ordnung zeigten eine negative Korrelation mit dem präoperativen Wert. Die Ergebnisse der wellenfrontgeführten LASIK erweisen sich hinsichtlich Sicherheit, Wirksamkeit, Stabilität und Vorhersagbarkeit als sehr gut. Dagegen ist die Korrektur der Abbildungsfehler höherer Ordnung noch unzureichend. In keinem Fall konnte der Wellenfrontfehler vollständig korrigiert werden, bei einigen Patienten konnte er zumindest reduziert werden. Technische Weiterentwicklungen und weitere Erfahrungen in der Anwendung dieses Verfahrens sind notwendig, um die Korrektur der höheren Abbildungsfehler zu verbessern.
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Corneal ablation techniques for the correction of myopia, hyperopia and astigmatism of up to medium degree have become established in the field of refractive surgery as safe and efficient procedures. In addition to these
Corneal ablation techniques for the correction of myopia, hyperopia and astigmatism of up to medium degree have become established in the field of refractive surgery as safe and efficient procedures. In addition to these basic refractive errors there are higher order aberrations which reduce the quality of vision of the optical system, the eye. Up till now, these refractive errors were induced by conventional excimer laser treatment. With the newly developed aberrometer we should now be able to prevent induction of higher order aberrations or to eradicate higher order aberrations already existing in addition to correcting the refractive error. By this means, it is expected to significantly improve visual quality of the eye. 97 eyes of 49 test persons were treated with wavefront-guided LASIK. All standard parameters of refractive surgery (safety, effectiveness, stability, predictability, complications) as well as the changes of higher order aberrations were examined and evaluated. Patients underwent examinations preoperatively, one day, one week, one month, three months, and one year postoperatively. Measurement of the wavefront error was done preoperatively and one year after surgery as well as in miosis and mydriasis. One year after wavefront-guided LASIK, 40% of all eyes gained one line, 5% two lines of uncorrected visual acuity. Uncorrected visual acuity remained unchanged for 49%, 6% lost one line. One year after wavefront-guided LASIK, 83% of all eyes had uncorrected visual acuity of 1.0 or better. In one case, uncorrected visual acuity was 1.6. Predictability for the period of up to 12 months was found to be very high. At this point in time, all eyes were within a range of ± 2 D, 86% within 1 D, and 63% within ± 0.5 D of the target refraction. No major refractive changes occurred during the time of postoperative observation. At the last follow up, the medium spherical equivalent was –0.25 D. No complications occurred intraoperatively. During the early period of the follow up time, 21 eyes suffered from mild to moderate diffuse lamellar keratitis (DLK), which healed without further consequences after treatment with cortisone.
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Metadaten
Author:Christoph Kühne
URN:urn:nbn:de:hebis:30-33086
Publisher:Univ.-Bibliothek
Place of publication:Frankfurt am Main
Referee:Thomas Kohnen, Falk R. Ochsendorf
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2006/11/15
Year of first Publication:2006
Publishing Institution:Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
Granting Institution:Johann Wolfgang Goethe-Universität
Date of final exam:2006/09/14
Release Date:2006/11/15
Pagenumber:83
Last Page:83
Note:
Diese Dissertation steht leider (aus urheberrechtlichen Gründen) nicht im Volltext im WWW zur Verfügung, die CD-ROM kann (auch über Fernleihe) bei der UB Frankfurt am Main ausgeliehen werden. 
HeBIS PPN:349728550
Institutes:Medizin
Dewey Decimal Classification:610 Medizin und Gesundheit
Sammlungen:Universitätspublikationen
Licence (German):License LogoArchivex. zur Lesesaalplatznutzung § 52b UrhG

$Rev: 11761 $