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    <title>OPUS 4 Latest Documents RSS Feed</title>
    <description>Latest documents</description>
    <link>http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/index/index/</link>
    <pubDate>Fri, 16 Nov 2012 08:35:05 +0100</pubDate>
    <lastBuildDate>Fri, 16 Nov 2012 08:35:05 +0100</lastBuildDate>
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      <title>Expression und Charakterisierung des Parvulustat Proteins und seinen Derivaten</title>
      <link>http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/25627</link>
      <description>Die vorliegende Arbeit hat die Charakterisierung und Untersuchung des Stabilitätsverhaltens von&#13;
Parvulustat (PL), einem Homologen des α-Amylase-Inhibitors Tendamistat, zum Inhalt. Zur&#13;
weitreichenden Charakterisierung wurden verschiedene Proteinregionen des Parvulustats der CTerminus,&#13;
das hydrophobe Cluster, die Disulfidbrücken sowie die Proline auf ihren jeweiligen&#13;
Einfluss auf die Struktur und die thermodynamische Stabilität untersucht. In der vorliegenden&#13;
Zusammenfassung werden die Ergebnisse dieser Studien komprimiert präsentiert:&#13;
· Charakterisierung des Parvulustat-Wildtyps&#13;
Es galt vorweg herauszufinden, wie sich der Inhibitor unter nativen und denaturierten&#13;
Bedingungen verhält, um Rückschlüsse auf seine Merkmale und Strukturen zu ziehen. Die&#13;
erzielten Ausbeuten und die hohe Reinheit des isolierten Parvulustats erlaubten eine umfassende&#13;
Charakterisierung, einschließlich zahlreicher Kristallisationsexperimente, die vermuten lassen,&#13;
dass eine Kristallisation möglich sein sollte. Aufgrund der Tatsache, dass die Struktur des&#13;
Parvulustats bis 2009 unbekannt war, wurde die sekundäre Struktur mittels Circulardichroismus&#13;
und Fluoreszenzspektroskopie untersucht. Die Analyse des fernen UV-CD-Spektrums bei pH 7,0&#13;
und 25°C offenbarte eine „all-b-sheet“ Protein-Struktur. Mittels Fluoreszenzspektroskopie wurde&#13;
deutlich, dass die aromatischen Aminosäuren exponiert vorliegen. Um zunächst einen Einblick in&#13;
die Strukturveränderungen und die thermodynamische Stabilität zu erhalten, wurde der&#13;
temperaturinduzierte Entfaltungsübergang mittels CD-Spektroskopie verfolgt. Das Angleichen der&#13;
bei 230 nm gemessenen CD-Daten nach der linearen Extrapolations-Methode für eine&#13;
Zweizustands-Faltung ergab einen Tm-Wert von 82°C und D H(Tm) von 201,6 kJ/mol. Die&#13;
beträchtlichen Werte veranschaulichen die hohe Stabilität des Parvulustats. Eine aus den CDMessungen&#13;
bei 50° ergebende Übergangskurve zeigte, dass sich die Sekundärstruktur mit einem&#13;
Übergangsmittelpunkt bei 5,62 M GdnHCl kooperativ und reversibel entfaltet. Das Protein&#13;
entfaltet sogar infolge einer pH-Wert-Senkung bis auf pH 1 nicht vollständig, sondern es wechselt&#13;
direkt in einen Säure-Zustand („acid-state“). Dieser Zustand zeigt spektroskopisch die gleichen&#13;
Eigenschaften wie das native Protein, wobei die volle Inhibierungs-Aktivität nicht erhalten bleibt.&#13;
In sehr basischem Milieu bei pH 14 nimmt Parvulustat einen alkalisch denaturierten&#13;
Zwischenzustand IB an, der sich erheblich von dem GdnHCl-denaturierten, dem säurebehandelten&#13;
oder vom „molten globule“ Zustand unterscheidet. Allgemein behielt Parvulustat&#13;
über ein breites pH-Wert Spektrum (1,0-10,0) die native Struktur, bzw. eine „native like“ Struktur,&#13;
was erneut auf die enorme Stabilität des Proteins hindeutet. Die von Rehm et al. (Rehm et al.,&#13;
Theoretischer Teil&#13;
-4-&#13;
2009) aufgeworfene Hypothese des „induced fit“ Inhibierungsmechanismus des Parvulustats&#13;
konnte durch die in dieser Arbeit durchgeführten Experimenten bekräftigt werden. Mittels&#13;
Sekundärstrukturbestimmungen des Parvulustats unter Komplexbildung mit der a-Amylase&#13;
konnte eindeutig gezeigt werden, dass strukturelle Veränderungen am Inhibitor im Komplex&#13;
vorliegen. Durch zahlreiche Tests konnte festgestellt werden, dass die WRY-Region des&#13;
Parvulustats sich der Struktur der a-Amylase anpasst. Die Komplexierung des Parvulustats&#13;
bewirkte aber eine thermodynamische Destabilisierung der Inhibitor-Struktur.&#13;
· Einfluss des C-Terminus auf die Stabilität des Parvulustats&#13;
Um die Ursachen für die hohe Stabilität des Parvulustats auch im Vergleich zu Tendamistat (Tm:&#13;
79°C) zu finden, wurde der Einfluss des hoch flexiblen C-Terminus untersucht. Die Derivate mit&#13;
um zwei (PL-2AA), vier (PL-4AA) und sieben (PL-7AA) Aminosäuren verkürztem C-Terminus&#13;
wurden isoliert und analysiert. Die Entfaltungstemperaturen der verkürzten Derivate des&#13;
Parvulustats sinken mit abnehmender Zahl der Aminosäuren. Die Ergebnisse suggerieren, dass&#13;
der C-Terminus des Parvulustats eine entscheidende Rolle in der strukturellen Vollständigkeit des&#13;
Proteins während der thermischen Entfaltung spielt und damit auch in der Faltung (Tab.: 2.1). Der&#13;
Vergleich der Inhibitoraktivitäten der verkürzten Proteine mit dem nativen Parvulustat ergibt für&#13;
die Varianten PL-2AA und PL-4AA eine dem Wildtyp ähnliche Aktivität. Die Variante PL-7AA&#13;
weist eine leicht verringerte Aktivität auf.&#13;
Tabelle 2.1: ...&#13;
&#13;
Einfluss hydrophober Oberflächenclustern auf Stabilität und Faltung&#13;
des Parvulustats&#13;
Parvulustat besitzt in der Mitte des ersten b-Faltblatts, um die Position 22 liegend, einen&#13;
hydrophoben Oberflächencluster. Wie mit Hilfe von Substitutionsexperimenten in dieser Region&#13;
gezeigt werden konnte, ist die thermodynamische Stabilität des Parvulustats in hohem Maße von&#13;
der Bildung dieses kleinen aber wichtigen hydrophoben Kerns bestimmt. Demnach muss das b-&#13;
Faltblatt I und das b-Hairpin I eine entscheidende Rolle in der Faltung von Parvulustat spielen.&#13;
Position 22 ist in zweierlei Hinsicht für die Stabilität des Parvulustats wichtig: einerseits durch die&#13;
energetisch wichtigen Wasserstoffbrückenbindungen und zum zweiten steuert die Stelle zur&#13;
Formation des hydrophoben Kerns bei. Die Daten suggerieren, dass es auch eine&#13;
thermodynamische Kopplung zwischen dem hydrophoben Effekt und der Präsenz von&#13;
Wasserstoffbrückenbindungen geben könnte. Zumindest aus der Sicht der Stabilität ist es&#13;
eindeutig, dass interatomare Interaktionen wie Wasserstoffbrückenbindungen, van-der-Waalsund&#13;
Dipol-Dipol-Wechselwirkungen notwendig sind, um eine stabile Bildung von b-Faltblättern&#13;
in Parvulustat und seinen Derivaten zu verwirklichen.&#13;
· Der Effekt der Proline auf die Stabilität des Parvulustats&#13;
Der Effekt der Substitution des Prolins durch Alanin an verschiedenen Positionen des Parvulustats&#13;
wurde ebenfalls untersucht. Im Ganzen betrachtet führt auch die Mehrfachsubstitution von Prolin&#13;
zu keiner nennenswerten strukturellen Veränderung im Parvulustat. Die durchgeführten&#13;
thermischen Entfaltungsexperimente bestätigen diese Beobachtungen. Alle Einzelmutanten (P5A,&#13;
P42A, P48A, P72A) zeigten eine höhere thermische Stabilität als der Wildtyp (Abb. 2.1).&#13;
Abbildung 2.1: Tm-Werte des Parvulustat-Wildtyps und seinen Prolin Mutanten.&#13;
Theoretischer Teil&#13;
-6-&#13;
Die fast gleich bleibenden Tm-Werte bzw. die Erhöhung der Stabilität des Parvulustats sind durch&#13;
die strukturelle Fluktuationen zu erklären, denn die rigide XAS-Pro-Bindung wurde durch die&#13;
flexible XAS-Ala-Bindung ersetzt.&#13;
· Der Einfluss der Disulfidbindung auf die Stabilität des Parvulustats&#13;
Der Einfluss der zwei Disulfidbrücken des Parvulustats wurde bezüglich Aktivität, spektraler&#13;
Eigenschaften sowie Stabilität untersucht. Hierfür wurden 25 Inhibitorvarianten mittels gezielter&#13;
Mutagenese gewonnen, in denen jeweils zwei Cysteinreste, die im natürlich vorkommenden&#13;
Parvulustat Disulfidbrücken bilden, durch andere Aminosäuren ersetzt wurden. Die Ergebnisse&#13;
zeigten, dass die Faltung Parvulustats ein zwei Zustand Verhalten besitzt, das außer in&#13;
Tendamistat in keinem anderen disulfid-verknüpftem Protein gefunden wurde. Dieses Verhalten&#13;
wurde durch die Entfernung von Disulfidbrücken nicht beeinflusst. Wie durch die CD- und&#13;
fluoreszenzspektroskopischen Experimente belegt werden konnte, ist die native Struktur des&#13;
Parvulustats durch die Entfernung der C43-C70-Disulfidbindung tiefgreifend verändert worden.&#13;
Passend zu den Veränderungen der Struktur haben die Mutationen schwerwiegende&#13;
Destabilisierungseffekte auf das Protein verursacht, was auch an der Erniedrigung der Freien&#13;
Gibbs Energie der Denaturierung und der Tm-Werte zu erkennen ist. Die Untersuchung des&#13;
Einflusses der Aminosäure-Substitution in den Positionen 43 und 70 auf die thermodynamische&#13;
Stabilität des Parvulustats führt zum Ergebnis, dass die Hydrophobizität und Polarität des Restes&#13;
70 einen bedeutenden Effekt auf die Stabilität des Proteins besitzt. Die Betrachtung der&#13;
thermodynamischen Daten macht deutlich, dass der Beitrag der freien Energie zur Stabilisierung&#13;
nicht nur abhängig von der eingeführten Aminosäure ist, sondern zum Teil auch von dem&#13;
strukturellen Kontext abhängt. Die Daten zeigen, dass die Substitution des Alanins an der Stelle&#13;
70 durch Leucin oder Threonin die Struktur um 0,3 bzw. 1,7 kJ/mol stabilisieren. Zusätzliche&#13;
Beiträge zum Unterschied bezüglich des ΔG°-Werts zwischen den Varianten C43AC70L/T und&#13;
C43L/TC70A können sich auch durch die unterschiedliche lokale Umgebung, wie z.B. die&#13;
Seitenketten von benachbarten Aminosäuren um die zwei Mutationsstellen ergeben. Der Tm-Wert&#13;
des Wildtyp-Proteins beträgt 82°C. Die Vergleiche dieser Größe mit der von der stabilsten&#13;
Cystein-defizitären Doppelmutante C43AC70T (47,3°C) ergibt eine Differenz von 34,7°C. Dieses&#13;
Ergebnis untermauert, dass die Disulfidbindung 2 eine extrem wichtige strukturelle Komponente&#13;
in der ungewöhnlich hohen Stabilität des Parvulustats darstellt.&#13;
Das Ziel der Arbeit war es dennoch die Daten der Stabilitäten einzelner Disulfidmutanten zu&#13;
sammeln und zu erfassen, um dadurch allgemeine Grundregeln für eine rationale Gestaltung der&#13;
Elimination beider Disulfidbrücken im Sinne einer vorhersagbaren Auswirkung auf die&#13;
Proteinstabilität zu bekommen.&#13;
Theoretischer Teil&#13;
-7-&#13;
Der Versuch ein disulfidfreies Protein in großen Mengen aus S. lividans zu isolieren, stellte sich&#13;
aber als extrem schwierig dar. Nach der Änderung des Stamms des Wirtsorganismus&#13;
(Streptomyces lividans TK23), Erhöhung der Qualität der Protoplasten und der Expressions-&#13;
Bedingungen (19°C, 150 rpm) konnten auf dem SDS-Gel stärkere Banden des Derivats&#13;
C9AC25TC43AC70T-4AA beobachtet werden. Die Expression der Mutante&#13;
C9AC25TC43AC70L-4AA konnte hingegen nicht nachgewiesen werden. Die anschließende&#13;
Reinigung des Derivats C9AC25TC43AC70T-4AA des Parvulustats mittels Gelfiltration und RPHPLC&#13;
bzw. Isolierung des Proteins aus dem SDS-Gel brachte das erwünschte Produkt. Dieses&#13;
konnte mit der MALDI-Massenspektroskopie eindeutig nachgewiesen werden. Das aktive&#13;
Cystein-freie Derivat C9AC25TC43AC70T-4AA konnte auch auf dem a-Amylase Plattentest&#13;
nachgewiesen werden. Diese Ergebnisse zeigen, dass eine Expression und der Nachweis einer&#13;
cystein-freien Variante möglich sind, dennoch haben die Ausbeuten dieses Proteins für&#13;
weiterreichende Analytik nicht ausgereicht. Demnach sind die Disulfidbrücken für die Stabilität&#13;
und Struktur des Parvulustats von enormer Bedeutung dennoch sind sie nicht zwingend&#13;
erforderlich für die Aktivität und die Expression in S. lividans.</description>
      <author>Alma Sokočević</author>
      <category>doctoralthesis</category>
      <guid>http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/25627</guid>
      <pubDate>Fri, 16 Nov 2012 08:35:05 +0100</pubDate>
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