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    <title>OPUS 4 Latest Documents RSS Feed</title>
    <description>Latest documents</description>
    <link>http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/index/index/</link>
    <pubDate>Wed, 14 Nov 2012 09:26:28 +0100</pubDate>
    <lastBuildDate>Wed, 14 Nov 2012 09:26:28 +0100</lastBuildDate>
    <item>
      <title>Synthese und Koordinationsverhalten&#13;
redoxaktiver chinoider Liganden</title>
      <link>http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/26483</link>
      <description>Die vorliegende Arbeit beschäftigte sich mit der Entwicklung, Synthese und&#13;
Charakterisierung neuartiger redoxaktiver Liganden und deren Metallkomplexen. Basierend&#13;
auf dem para- und ortho-Hydrochinon / Benzochinon-Redoxsystem wurden 13 neue&#13;
Bis(pyrazol-1-yl)methan-Liganden (28 – 36 und 67 – 70; Schema 47) synthetisiert und&#13;
vollständig charakterisiert. Ein Schwerpunkt lag auf der Einführung von Substituenten am&#13;
Bis(pyrazol-1-yl)methan-Donor, um deren Einfluss auf das N,N′-Koordinationsverhalten&#13;
gegenüber Metallionen zu untersuchen. In Analogie zu den klassichen Skorpionaten sind&#13;
Substituenten in Position 3 der Pyrazolringe in der Lage, koordinativ ungesättigte&#13;
Metallzentren kinetisch zu stabilisieren, was für potentielle Anwendungen in der Katalyse&#13;
essentiell ist. Bei den ortho-chinoiden Liganden (67 – 70; Schema 47) erfüllt die redoxaktive&#13;
Gruppe eine zweite Funktion, nämlich als Chelatdonor gegenüber Metallzentren, was die&#13;
Synthese und Untersuchung (hetero-)dinuklearer Komplexe erlaubt.&#13;
Schema 47: In dieser Arbeit synthetisierte und charakterisierte redoxaktive Bis(pyrazol-1-yl)methan-&#13;
Liganden.&#13;
Die kristallographische Charakterisierung von 10 dieser Liganden (28 – 33, 67 – 70) zeigte&#13;
größtenteils sehr ähnliche strukturelle Parameter. Ein steigender sterischer Anspruch der&#13;
Substituenten am Bis(pyrazol-1-yl)methan führte zu einer leichten Streckung der&#13;
Chinon–Bis(pyrazol-1-yl)methan-Bindung und zu kurzen Kontakten zwischen Substituenten&#13;
am zentralen Methin-Kohlenstoffatom und den ipso- (HQ-C1) bzw. ortho-Kohlenstoffatomen&#13;
(HQ-C2) am sechsgliedrigen Ring. Diese kurzen Kontakte spielten in der oxidativen&#13;
Demethylierung von 32 eine Rolle. Während alle anderen para-chinoiden Liganden mit&#13;
Cerammoniumnitrat (CAN) zu den erwarteten para-Benzochinon-Derivaten reagierten&#13;
(Schema 48), wurde im Zuge der Oxidation von 32 ein zusätzliches Sauerstoffatom am&#13;
sechsgliedrigen Ring eingeführt (47; Schema 48). Im Gegenzug wurde die sterisch am&#13;
stärksten abgeschirmte Methoxygruppe nicht oxidativ demethyliert. Letztendlich konnte&#13;
gezeigt werden, dass (i) das neu eingeführte Sauerstoffatom von atmosphärischem Sauerstoff&#13;
stammt und (ii) alle fünf Methylgruppen und beide Methoxygruppen in 32 für die Oxidation&#13;
essentiell sind.&#13;
Zusammenfassung&#13;
72&#13;
Schema 48: Oxidation der para-chinoiden Bis(pyrazol-1-yl)methan-Liganden mit CAN.&#13;
Die Cyclovoltammogramme der ortho-chinoiden Bis(pyrazol-1-yl)methan-Liganden&#13;
(untersucht am Beispiel von 67, 68 und 70) zeigten irreversible Redoxwellen, da im Zuge der&#13;
Oxidation OH-Protonen abgespalten wurden; die Redoxpotentiale liegen in einem mit&#13;
chemischen Oxidationsmitteln gut zugänglichen Bereich. 70 wurde von CAN erfolgreich&#13;
oxidiert, das Produkt 71 zersetzte sich unter den Reaktionsbedingungen allerdings sehr&#13;
schnell und konnte nicht isoliert, sondern lediglich als Additionsprodukt von 4-tert-&#13;
Butylpyridin abgefangen werden. Unter optimierten Reaktionsbedingungen und mit DDQ als&#13;
Oxidationsmittel ließen sich 70 und 68 in ihre oxidierte Form überführen und in Reinform&#13;
gewinnen. Die für ortho-Benzochinone typische Neigung zur Zersetzung wurde auch bei 71&#13;
und 73 beobachtet, wobei letzteres sich wesentlich schneller zersetzte (innerhalb von&#13;
Stunden) als 71 (innerhalb eines Tages).&#13;
Abb. 36: N,N′-Cobalt- und Palladium-Komplexe 59, 60, 74 und 75.&#13;
Die Koordinationschemie repräsentativer Vertreter der 13 redoxaktiven Bis(pyrazol-1-&#13;
yl)methan-Liganden wurde untersucht. Bereits der sterisch nur mäßig anspruchsvolle parachinoide&#13;
Ligand 29 ist in der Lage, koordinativ ungesättigte CoII-Ionen kinetisch gegenüber&#13;
der Bildung von 1:2 Komplexen zu stabilisieren. Im Festkörper liegen ausschließlich&#13;
Verbindungen mit einer 1:1 Zusammensetzung von Ligand zu CoII vor (59 und 60; Abb. 36).&#13;
In Lösung scheinen hingegen Gleichgewichte zu existieren, in denen auch die koordinativ&#13;
abgesättigten oktaedrischen 2:1 Komplexe auftreten. Die ortho-chinoiden Liganden 67 und 68&#13;
bildeten selektiv entsprechende N,N′-koordinierte PdCl2-Komplexe, ohne dass das ortho-&#13;
Hydrochinonat (Catecholat) als konkurrierender O,O′-Donor wirkte (74 und 75).&#13;
Zusammenfassung&#13;
73&#13;
Es zeigte sich jedoch auch, dass sterisch sehr anspruchsvolle Substituenten am&#13;
Bis(pyrazol-1-yl)methan-Fragment in Reaktionen mit Übergangsmetallen zu einer Zersetzung&#13;
des Ligandengerüsts führen können. So reagierte der para-chinoide tert-Butyl-substituierte&#13;
Ligand 31 mit [Co(NO3)2] zu [(HpztBu,H)2Co(NO3)2] (63). Eine analoge Zersetzung zu trans-&#13;
[(HpzR,H)2PdCl2] (76: R = Ph und 77: R = tBu) wurde nach der Reaktion der ortho-chinoiden&#13;
Liganden 69 bzw. 70 mit [PdCl2]-Quellen beobachtet.&#13;
Schema 49: Synthese von O,O′-Koordinationskomplexen der ortho-chinoiden Bis(pyrazol-1-&#13;
yl)methan-Liganden 68, 69 und 70.&#13;
Die ortho-chinoiden Bis(pyrazol-1-yl)methan-Liganden (67 – 70) besitzen mit ihrem&#13;
Catecholat-O,O′-Donor eine zweite Koordinationsstelle, was diese Liganden für die Synthese&#13;
von dinuklearen Komplexen interessant macht. Da gezeigt werden konnte, dass [PdCl2]&#13;
selektiv an den Bis(pyrazol-1-yl)methan-Donor koordiniert (vgl. 59, 60, 74 und 75; Abb. 36),&#13;
galt es als nächstes zu evaluieren, ob eine ähnlich selektive Bindung anderer Metallionen an&#13;
den O,O′-Donor möglich ist.&#13;
Abb. 37: Molekulare Strukturen ausgewählter O,O′-Koordinationskomplexe ortho-chinoider&#13;
Bis(pyrazol-1-yl)methan-Komplexe 82 (links), 83 (Mitte) und 85 (rechts).&#13;
In der Tat konnten in sehr guten Ausbeuten O,O′-gebundene [(p-cym)Ru]-, [(Phpy)2Ir]-&#13;
und [(Cp*)Ir]-Komplexe ausgewählter redoxaktiver ortho-chinoider Liganden dargestellt&#13;
werden. Vorteilhaft war die Verwendung der kristallinen, nicht-flüchtigen Base TlOtBu zum&#13;
Abfangen der im Zuge der Komplexierung freiwerdenden Protonen (Schema 49, Abb. 37).&#13;
Die Eliminierung von TlCl sorgt für eine irreversible Reaktion zu den entsprechenden&#13;
Zusammenfassung&#13;
74&#13;
Komplexen. Besonders interessant ist die Koordinationschemie des Liganden 68 im chiralen,&#13;
anionischen IrIII-Komplex 83 (Abb. 37 Mitte), der in der Synthese als Thallium-Salz anfiel&#13;
und im Festkörper TlI-verbrückte Dimere bildete.&#13;
Eine elektrochemische Charakterisierung wurde mit 85 durchgeführt. Wie erwartet, zeigte&#13;
der komplexierte Bis(dimethylpyrazol-1-yl)methan-Ligand im Gegensatz zu freiem 68 eine&#13;
reversible Oxidationswelle. Die Potentialdifferenz zwischen Liganden-Oxidation und Iridium-&#13;
Reduktion beträgt fast 2 V, was in diesem Zusammenhang bedeutet, dass sich 68 als&#13;
unschuldiger Ligand verhält und man Iridium zweifelsfrei die Oxidationsstufe +III zuweisen&#13;
kann. Mit Komplexen von 68 und leichter reduzierbaren Übergangsmetallen sollte es&#13;
hingegen möglich sein, in den Bereich des nicht-unschuldigen Verhaltens vorzudringen und&#13;
z.B. Valenz-Tautomerie zu beobachten.&#13;
Mit effizienten Synthesewegen zu N,N′-Komplexen einerseits (74 und 75; Abb. 36) und&#13;
O,O′-Komplexen andererseits (u.a. 83 und 85; Abb. 37) wurde als nächstes ein heterodinuklearer&#13;
Komplex synthetisiert (87; Schema 50). 68 erwies sich als am besten geeigneter&#13;
Ligand, da er, wie bereits erwähnt, eine gute Löslichkeit bei moderatem sterischen Anspruch&#13;
besitzt und der N,N′-Donor auch in Gegenwart von Lewis-sauren Metallionen beständig ist.&#13;
Die Wannenform des Bis(pyrazol-1-yl)methan-PdII-Chelatrings in 87 bringt das Palladium-&#13;
Ion in räumliche Nähe zum ortho-Hydrochinonat π-System. In früheren Studien dieser&#13;
Arbeitsgruppe konnte gezeigt werden, dass ein solches Arrangement Elektronenübertragungen&#13;
zwischen dem Chinon und dem koordinierten Palladium-Zentrum erlaubt.&#13;
Durch die direkte konjugative Wechselwirkung des zweiten Metallzentrums (IrIII) mit der&#13;
redoxaktiven Gruppe über die Sauerstoffatome in 87 sollte eine effektive elektronische&#13;
Ligand ↔ Metall- und Metall ↔ Metall-Kommunikation möglich sein. Die elektrochemische&#13;
Charakterisierung zeigte allerdings, dass im vorliegenden Fall die Potentiale der drei&#13;
Komponenten Chinon / PdII / IrIII mit jeweils ca. einem Volt zu weit auseinander liegen.&#13;
Schema 50: Synthese eines hetero-dinuklearen IrIII/PdII-Komplexes.&#13;
Im letzten Teilgebiet dieser Arbeit wurde die Eignung der ortho-chinoiden Liganden 67&#13;
und 70 für den Aufbau höhermolekularer Koordinationsverbindungen und oligonuklearer&#13;
Aggregate untersucht.&#13;
Zusammenfassung&#13;
75&#13;
Schema 51: Synthese der oktaedrischen Komplexliganden 89 – 96.&#13;
Dafür wurden Komplexliganden synthetisiert, die aus einem Zentralmetall bestehen, das&#13;
oktaedrisch von je drei O,O′-koordinierenden Liganden 67 bzw. 70 umgeben ist (Schema 51).&#13;
Mit den freien Bis(pyrazol-1-yl)methan-Donorgruppen vermag jeder dieser Komplexliganden&#13;
drei weitere Metallzentren zu koordinieren. Derartige Verbindungen könnten aufgrund ihrer&#13;
dreidimensionalen Struktur z.B. Anwendung im Aufbau von redoxaktiven metallorganischen&#13;
Netzwerken oder elektrisch leitfähigen Koordinationspolymeren finden. Als Zentralmetalle&#13;
dienten FeIII- und AlIII-Ionen; erstere, weil sie selbst redoxaktiv sind, und letztere, weil sie&#13;
eine im Vergleich zu FeIII ähnliche Koordinationschemie besitzen, aber wegen ihres&#13;
Diamagnetismus‘ eine NMR-spektroskopische Charakterisierung ermöglichen. Je nach&#13;
verwendeter Base wurden die dreifach anionischen Komplexliganden als Lithium- bzw.&#13;
Thallium-Salze isoliert. Die NMR-Spektren von 89, 90, 93 und 94 zeigten jeweils nur einen&#13;
Signalsatz, obwohl sich, bedingt durch die Asymmetrie des Liganden und die Chiralität des&#13;
oktaedrischen Metallzentrums, fac- und mer-Isomere bilden können. Es konnte nicht&#13;
abschließend geklärt werden, ob sich exklusiv das höhersymmetrische fac-Isomer bildet, oder&#13;
ob ein Mechanismus aktiv ist, der alle Isomere auf der NMR-Zeitskala schnell ineinander&#13;
überführt, sodass die Gegenwart lediglich einer Spezies vorgetäuscht wird. In&#13;
elektrochemischen Untersuchungen zeigten die Komplexliganden mehrere irreversible&#13;
Oxidationswellen. Ob dieses Verhalten auf eine intramolekulare Kommunikation der&#13;
einzelnen redoxaktiven Gruppen zurückzuführen ist, müssen weitergehende Studien zeigen.&#13;
Als prinzipieller Beleg für die präparative Anwendbarkeit der Komplexliganden und&#13;
Grundlage für die Untersuchung der Koordinationschemie der oktaedrischen&#13;
Komplexliganden, wurden PdII-Komplexe von 89 und 93 synthetisiert.</description>
      <author>Florian Blasberg</author>
      <category>doctoralthesis</category>
      <guid>http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/26483</guid>
      <pubDate>Wed, 14 Nov 2012 09:26:28 +0100</pubDate>
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