<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0">
  <channel>
    <title>OPUS 4 Latest Documents RSS Feed</title>
    <description>Latest documents</description>
    <link>http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/index/index/</link>
    <pubDate>Sat, 11 Feb 2012 11:53:58 +0100</pubDate>
    <lastBuildDate>Sat, 11 Feb 2012 11:53:58 +0100</lastBuildDate>
    <item>
      <title>Kurzzeitspektroskopische Untersuchungen an Flavoproteinen: Photoprotektion von Flavinen in Dodecinen und erste Schritte der Peptidfaltung</title>
      <link>http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/27380</link>
      <description>Zusammenfassung&#13;
&#13;
Ziel dieser Arbeit war es zum einen Informationen über den Mechanismus in Dodecinproteinen&#13;
zu gewinnen, der zu der effizienten Fluoreszenzlöschung von gebundenem Riboflavin und&#13;
einer deutlichen Verlängerung der Lebendsdauer des Chromophors unter Lichteinwirkung&#13;
führt. Zum anderen sollte mit Hilfe eines kurzen Modellpeptids, das eine Azobenzoleinheit als&#13;
Photoschalter in seinem Peptidrückgrat enthielt, erste Schritte der Peptidfaltung untersucht&#13;
werden.&#13;
Die Untersuchungen an Dodecinproteinen konzentrierten sich hauptsächlich auf archaeales&#13;
Dodecin aus Halobacterium salinarum (HsDod). Eine Besonderheit der Dodecinproteine&#13;
ist, dass sie im Gegensatz zu anderen Flavinbindeproteinen zwei Flavinmoleküle in jeder&#13;
ihrer sechs identischen Bindetaschen einbauen können. Kurzzeitspektroskopische Untersuchungen&#13;
im UV/vis-Spektralbereich zeigen, dass nach Photoanregung eines gebundenen&#13;
Riboflavinmoleküls nach etwa 10 ps der Ausgangszustand wieder erreicht wird. Weiterhin&#13;
zeigt das Fehlen der stimulierten Emission in den transienten Daten, dass bereits innerhalb&#13;
der Zeitauflösung des Experiments, in weniger als 150 fs, der erste angeregte Zustand des&#13;
Riboflavins entvölkert wird. Dies verhindert unerwünschte Reaktionen des Riboflavins und&#13;
stellt eine Versorgung der Zelle mit diesem wichtigen Baustein für die Biosynthese von&#13;
FMN und FAD sicher. Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass zwei Spezies mit unterschiedlichen&#13;
spektralen Signaturen und Lebensdauern an dem Löschungsmechanismus und der&#13;
Wiedererlangung des Ausgangszustands beteiligt sind. Der Vergleich von HsDod-Proteinen in&#13;
nicht-deuteriertem und deuteriertem Lösungsmittel sowie die spektrale Signatur der Spezies,&#13;
die mit einer Zeitkonstante von etwa 800 fs zerfällt deuten an, dass ein Elektronen- sowie&#13;
ein Protonentransfer Teil des Mechanismus sind. Mit Hilfe von HsDod-Proteinen, bei denen&#13;
der Asparaginsäurerest unterhalb der Bindetasche, der für das Binden eines wasserkoordinierten&#13;
Magnesiumions verantwortlich ist, gegen Serin (D41S) oder Glutaminsäure (D41E)&#13;
ausgetauscht war, konnte gezeigt werden, dass das wasserkoordinierte Magnesiumion nicht&#13;
relevant für den Löschungsmechanismus ist. Dennoch konnte eine Beteiligung von Wassermolekülen&#13;
nicht ausgeschlossen werden. Die Beteiligung eines Elektronentransfers von einem&#13;
Tryptophanrest in der Bindetasche auf das photoangeregte Flavin konnte durch Messungen&#13;
an Dodecinproteinen mit Tryptophan-Derivaten mit unterschiedlichen Ionisationsenergien&#13;
bestätigt werden.&#13;
Die Spezies, die mit einer Zeitkonstante von etwa 5 ps zerfällt, die ebenfalls zu einer&#13;
Wiederbesetzung des Ausgangszustands führt, konnte nicht eindeutig identifiziert werden.&#13;
Die spektrale Signatur des zerfallassoziierten Spektrums könnte neben einer neutralen Tryptophanspezies&#13;
und einem kationischen Riboflavinradikal auch durch schwingungsangeregte&#13;
Riboflavinmoleküle verursacht werden.&#13;
Eine Beteiligung der Ribitylkette am Mechanismus kann aufgrund der Ergebnisse von&#13;
HsDod-gebundenem Lumiflavin ausgeschlossen werden. Weiterhin konnte anhand der Ergebnisse&#13;
für HsDod-gebundenes FAD, das in seiner geschlossenen Konformation gebunden&#13;
wird, wobei der Adeninrest die zweite Position in der Bindetasche besetzt, eine Beteiligung des zweiten Flavins in der Bindetasche am Löschungsmechanismus sowie ein Beitrag zu&#13;
den Differenzspektren ausgeschlossen werden. Somit dient die Besetzung einer Bindetasche&#13;
mit zwei Flavinmolekülen vermutlich lediglich der Maximierung der Flavinbeladung. Nicht&#13;
eindeutig geklärt werden konnte die Frage, ob es sich um einen sequentiellen oder parallelen&#13;
Mechanismus handelt.&#13;
Neben archaealem wurde auch bakterielles Dodecin mittels transienter UV/vis-Spektroskopie&#13;
untersucht. Für Dodecin aus Halorhodospira halophila (HhDod) konnte ebenfalls eine sehr&#13;
schnelle Wiedererlangung des Ausgangszustands nach Photoanregung des gebundenen Riboflavins&#13;
beobachtet werden. Allerdings spiegeln einige Unterschiede in den transienten Daten&#13;
die Unterschiede in den Bindetaschen von archaealem und bakteriellem Dodecin wider und&#13;
geben Hinweise darauf, dass die Funktionen in der Zelle für die Dodecine unterschiedlich&#13;
sind. Diese Hypothese wird durch verschiedene Cofaktoren, Riboflavin und Lumichrom für&#13;
HsDod und FMN für HhDod, in vivo unterstützt. Die ermittelten Zeitkonstanten sind für das&#13;
bakterielle Dodecin etwas länger als für das archaeale und die transienten Daten weisen in den&#13;
spektralen Signaturen der Differenzsignale sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten&#13;
auf.&#13;
Im zweiten Teil dieser Arbeit wurden erste Schritte der Peptidfaltung mit Hilfe eines&#13;
wasserlöslichen bizyklischen Modellpeptids, das den Photoschalter 4(4’-Aminomethylphenylazo)&#13;
benzoesäure (AMPB) enthält, untersucht. Hierfür wurden Kurzzeitspektroskopische&#13;
Messungen im mittleren infraroten Spektralbereich für den Schaltvorgang von der cis-&#13;
Form des Azopeptids in die trans-Form durchgeführt. Diese Methode erlaubt es, transiente&#13;
Konformationsänderungen des Peptidrückgrats zu verfolgen. In der cis-Form kann das Peptid&#13;
mehrere unterschiedliche Konformationen einnehmen, während der Konformationsraum für&#13;
die trans-Form deutlich eingeschränkt ist. Nach der Photoanregung im Bereich der n-pi*-Bande&#13;
der Azobenzoleinheit finden die grundlegenden konformationellen Änderungen innerhalb&#13;
der ersten 10-20 ps statt. Dies wurde durch polarisationsabhängige Messungen bestätigt.&#13;
Auf dieser Zeitskala finden die größten Änderungen in den transienten Differenzspektren&#13;
statt, die auf Konformationsänderungen sowie Kühlprozesse zurückzuführen sind. Diese&#13;
Prozesse konnten mit einer Zeitkonstanten von 5 ps zusammengefasst werden. Auf längeren&#13;
Zeitskalen finden weitere Reorganisationsprozesse statt, die mit einer Zeitkonstante von&#13;
300 ps zusammengefasst werden können. Bei maximaler Verzögerungszeit des Experiments&#13;
(1,8 ns) ist der Gleichgewichtszustand noch nicht erreicht und es finden weitere Prozesse&#13;
auf längeren Zeitskalen statt. Im Vergleich zu einem ähnlichen bereits untersuchten DMSOlöslichen&#13;
bizyklischen AMPB-Peptid konnte keine schnellere Dynamik durch den Einsatz von&#13;
Wasser als Lösemittel festgestellt werden, wie es vorangegangene transiente Experimente im&#13;
UV/vis-Spektralbereich an wasser- und DMSO-löslichen bizyklischen Azopeptiden angedeutet&#13;
hatten. Die Ergebnisse der transienten Messungen zeigen gute Übereinstimmungen mit&#13;
molekulardynamischen Rechnungen. Das so gewonnene Modell von den Prozessen nach der&#13;
Isomerisierung des Photoschalters erlaubt Einblicke in erste Schritte bei der Faltung von&#13;
Peptiden in ihrem natürlichen Lösungsmittel Wasser und die Zeitskalen der entsprechenden&#13;
Prozesse.&#13;
</description>
      <author>Heike Staudt</author>
      <category>doctoralthesis</category>
      <guid>http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/27380</guid>
      <pubDate>Fri, 02 Nov 2012 11:53:58 +0100</pubDate>
    </item>
  </channel>
</rss>
