Refine
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Satellitentelemetrische Untersuchungen zum Zug- und Überwinterungsverhalten thüringischer Rotmilane Milvus milvus
(2009)
- In den Jahren 2002 bis 2005 wurden in Thüringen zwei Jungvögel und sieben Altvögel mit Solar-Satelliten- Telemetriesendern markiert, die bis Ende 2008 2686 Ortungen auf der Basis des Dopplereffektes ermöglichten. Die Genauigkeit der meisten Ortungen war nicht sehr groß, jedoch für Untersuchungen zum Zugverhalten ausreichend. Insgesamt konnten im Herbst acht Wegzüge nach Spanien und im Frühjahr vier Heimzüge ins Brutgebiet telemetriert werden. Außer bei einem Jungvogel, der bereits im August abzog und 47 Tage bis nach Spanien benötigte, lag der Zugbeginn in der ersten Oktoberhälfte. Die Ankunft im Frühjahr erfolgte vom 5. bis 12. März. Die Rotmilane überwanden auf dem Zug ins Winterquartier Entfernungen zwischen 1450 und 2320 km, wofür die Altvögel 12 bis 28 Tage benötigten. Der Frühjahrszug verlief etwas zügiger in 8 bis 22 Tagen. Ein Weibchen, das über fünf Zugperioden telemetriert werden konnte, verbrachte die ersten beiden Winter im selben Gebiet in Südwestspanien und flog in der dritten Zugperiode nur noch bis Nordspanien. Dort fand Ende Dezember ein Wechsel des Winterquartiers über 130 km statt. Im vierten Untersuchungsjahr überwinterte es im Brutgebiet. Im folgenden Jahr zog das Weibchen bereits eine Woche früher als in den ersten drei Jahren nach Westspanien ab, wo es im Dezember tot gefunden wurde. Drei Mitglieder einer Familie (Männchen und zwei Junge) zogen getrennt, und die Jungvögel suchten unterschiedliche Winterquartiere auf. Neben den Ergebnissen der Telemetrie wurden durch die individuelle Erkennbarkeit der Rotmilane anhand der PTTs weitere Erkenntnisse gewonnen. So konnte die Verdrängung eines Paares aus dem Brutgebiet durch andere Rotmilane nachgewiesen werden und ein über fünf Brutperioden kontrolliertes Weibchen hatte in dieser Zeit mindestens vier verschiedene Partner. Von den neun besenderten Vögeln kamen vermutlich sieben Tiere um, zwei Männchen und ein Weibchen im Brutgebiet, ein Männchen auf dem Zug und zwei Jungvögel und ein Weibchen im Überwinterungsgebiet. Ein Weibchen trägt derzeit (Sommer 2009) noch den Sender und hat seit der Besenderung im Alter von drei Jahren jährlich (bisher siebenmal) erfolgreich Jungvögel aufgezogen. Bei einem Altvogel wurde der Sender entfernt, als er wiedergefangen wurde.
