Refine
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Räumliche Ausbreitung und Zusammenschluss von Dohlenkolonien, Corvus monedula, im Rahmen eines erfolgreichen Auswilderungsprojekts
(2011)
- In der vorliegenden Studie untersuchten wir eine Auswilderung von in einer Voliere gehaltenen Dohlen (Corvus monedula), die in einer erfolgreichen Etablierung einer Wildkolonie mündete. Die Auswilderung erfolgte in zwei Stufen in den Jahren 2007 und 2009. Im ersten Projektjahr lag der Fokus unserer Untersuchung auf der räumlichen Ausbreitung der ausgewilderten Individuen, die zunächst nur allmählich, dann jedoch fast sprunghaft erfolgte. Mit der räumlichen Ausbreitung der Individuen auf andere als die in unmittelbarer Nähe zur Voliere gelegenen Bereiche war auch eine veränderte funktionelle Nutzung des Raumes verbunden, in der vor allem das Zentrum der Aktivitäten der Vögel verlagert wurde. Das zweite Projektjahr war der Untersuchung gewidmet, wie sich eine neuerlich ausgewilderte Dohlengruppe mit der bereits bestehenden Wildkolonie zu einer sozialen Gruppe zusammenschließen würde. In diesem Prozess benutzten die beiden Kolonien unterschiedliche Strategien der Annäherung. Während Individuen der Wildkolonie mit den hinzugekommenen Individuen häufiger in aggressiver Weise Kontakt aufnahmen, zeigten umgekehrt die neu ausgewilderten Individuen gegenüber Individuen der Wildkolonie vor allem soziopositives Verhalten. Obwohl die beiden Kolonien nach nur rund zwei Wochen räumlich als eine Kolonie betrachtet werden durften, zeigen unsere Ergebnisse, dass der soziale Zusammenschluss erst nach etwa zwei Monaten erreicht war. Unsere Studie zeigt auch Kontextfaktoren bzw. Faktoren der Biologie von Dohlen auf, die für eine erfolgreiche Auswilderung von besonderer Bedeutung sind: das visuelle Kennenlernen der neuen Umgebung, die Dynamik von Dohlenkolonien als offene Gruppen, in denen Abwanderungen und Neuzugänge ein häufiges Phänomen sind und für Auswilderungszwecke genutzt werden können und die Wichtigkeit einer etablierten Dominanzhierarchie in der dominante Individuen Führungsrollen übernehmen und Artgenossen diesen folgen können.
