Refine
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Das klinische Outcome bei Patienten mit dorsal oder dorsoventral stabilisierten Wirbelkörperfrakturen nach Fixateur interne Entfernung
(2010)
- Die vorliegende Studie hat sich die Untersuchung der Auswirkung einer Entnahme des Fixateur internes nach thorakolumbalen Wirbelkörperfrakturen zur Aufgabe gemacht. Dazu wurden 87 Patienten mit einer operativ versorgten thorakolumbalen Wirbelkörperfraktur, die mindestens 18 Monate zurücklag, untersucht. Die Patienten wurden entweder rein dorsal mittels Fixateur interne oder kombiniert dorsoventral versorgt. Unter den kombiniert operierten Patienten befinden sich Patienten, deren Wirbelkörperfraktur entweder mit einem Knochenspan oder mit einem Knochenspan in Kombination mit einem ventralen winkelstabilen Plattensystem, oder mittels Cage behandelt wurde. Die Patienten wurden körperlich untersucht und aktuelle Computertomogramme wurden ausgewertet. Die Lebensqualität wurde außerdem mit Hilfe vier international anerkannter Scores (SF-36, VAS-Wirbelsäulenscore, Oswestry, LBOS) evaluiert. Weitere von uns erstellte Fragebögen analysierte die Spanentnahme- sowie die Metallentfernungsmorbidität. Anschließend führten wir eine körperliche Untersuchung, die unter anderem die Messung des Finger-Boden-Abstands, das Schober- und Ott-Zeichen, das sensible und motorische Defizit sowie das Bewegungsausmaß der Patienten umfasste, durch. Bei der Analyse der radiologischen Daten zeigte sich insgesamt nach der Metallentfernung eine Zunahme des Korrekturverlustes in Keilwinkel (von 9,5° auf 10,2°) und Grund- Deckplattenwinkel (von 9,8° auf 1 2,7°). Allerdings konnten keine Zusammenhänge dieser statistisch nicht signifikanten Daten mit der Lebensqualität oder der körperlichen Untersuchung ermittelt werden. Bei der Betrachtung der subjektiven Lebensqualität zeigte sich in allen Fragebögen eine bessere Selbsteinschätzung nach der Metallentfernung. Retrospektiv würden 71,8% der Patienten mit Metallentfernung diese aufgrund der gesteigerten Lebensqualität erneut durchführen lassen. Zusammenfassung 114 Auch die Beweglichkeit der Patienten in den hier durchgeführten Untersuchungen konnte durch die Metallentfernung gesteigert werden. Aufgrund der vorliegenden Daten gehen wir von einer Verbesserung der Lebensqualität des Patienten nach der Entfernung des Fixateur internes aus. Diese sollte demnach durchgeführt werden, sobald von einer sicheren Heilung der Fraktur ausgegangen und das Risiko für übermäßige Korrekturverluste als minimal eingeschätzt werden kann. Wie lange dieser Heilungsverlauf benötigt und wie die in weiteren Studien mit noch größerer Patientenzahl untersucht werden. Bei ventraler Instrumentierung mit Entfernung von Bandscheiben kann nach Entfernung des Fixateur interne die Beweglichkeit nicht wieder hergestellt werden. Mit dieser dauerhaften Steifigkeit gehen sekundäre Schäden der angrenzenden Bandscheiben einher. Um diese zu reduzieren wurde im Rahmen der Studie der Einsatz von federbaren Cages angedacht, welche die Funktion der extrahierten Bandscheiben ersetzen sollen. Die Praktikabilität sowie deren Wirkung sollte in nachfolgenden Studien überprüft werden.
