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Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) in der Wundbehandlung : Interview ; 3 Fragen an Prof. Dr. med. Gerd Hoffmann
(2009)
- 1. Wie funktioniert wIRA? Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) stellt eine spezielle Form der Wärmestrahlung mit hohem Eindringvermögen in das Gewebe bei geringer Wärmebelastung der Hautoberfläche dar. wIRA entspricht einem wesentlichen Teil der in gemäßigten Breiten auf der Erdoberfläche wasserdampfgefiltert ankommenden und als angenehm empfundenen Wärmestrahlung der Sonne. Technisch wird wIRA in speziellen Strahlern erzeugt, in denen die gesamte Strahlung eines Halogen-Strahlers durch eine Wasser enthaltende Küvette hindurchtritt, so dass unerwünschte Strahlungsanteile innerhalb des Infrarot gemindert oder herausgefiltert werden. wIRA steigert Temperatur, Sauerstoffteildruck und Durchblutung im Gewebe. Diese drei Faktoren sind entscheidend für eine ausreichende Versorgung des Gewebes mit Energie und Sauerstoff und deshalb auch für Wundheilung und Infektionsabwehr. Zusammen mit unmittelbaren Effekten auf Zellen und zelluläre Strukturen vermag wIRA hierdurch die Wundheilung zu verbessern. wIRA vermag Schmerzen deutlich zu mindern mit bemerkenswert niedrigerem Schmerzmittelbedarf und eine erhöhte Wundsekretion und Entzündung herabzusetzen sowie positive immunmodulierende Effekte zu zeigen. wIRA ist ein kontaktfreies, verbrauchsmaterialfreies, leicht anzuwendendes, als angenehm empfundenes Verfahren. 2. Bei welchen Arten von Wunden wird wIRA eingesetzt? wIRA kann sowohl bei akuten als auch bei chronischen Wunden einschließlich infizierter Wunden die Wundheilung beschleunigen oder bei stagnierender Wundheilung verbessern. So kann ein kompletter Wundschluss und eine Normalisierung des Thermographiebildes (Wärmebildes) bei zuvor nicht therapierbaren chronischen venösen Unterschenkelgeschwüren erreicht werden. Selbst der normale Wundheilungsprozess (z.B. nach einer Operation) kann verbessert werden. Spezielle Vorsicht ist geboten – d.h. ein größerer Bestrahlungsabstand und damit geringere Bestrahlungsstärke ist zu wählen – bei Patienten mit gestörtem Empfindungsvermögen, z.B. diabetischer Polyneuropathie, oder gestörter Rückäußerungsfähigkeit, bei schlecht durchblutetem, z.B. kaltem Gewebe oder geringem Unterhautgewebe, z.B. Schienbeinkante. Im Zweifelsfall sollte individuell ärztlich über den Einsatz von wIRA entschieden werden. 3. Gibt es Studien, in denen die Wirksamkeit von wIRA nachgewiesen wird? Aufgrund von 6 klinischen Studien ist das Folgende mit Evidenzgrad 1a/b belegt: • Akute Schmerzminderung während einer wIRA-Bestrahlung (ausnahmslose Schmerzminderung bei 230 Bestrahlungen) • Minderung der erforderlichen Schmerzmittelmenge (57-70% weniger Schmerzmittelverbrauch in den Gruppen mit wIRA verglichen mit den Kontrollgruppen, jeweils nach großen Bauchoperationen) • Größere/schnellere Wundflächenreduktion (Abnahme der Wundfläche im Median um 90% bei schwerbrandverletzten Kindern bereits nach 9 Tagen in der Gruppe mit wIRA verglichen mit 13 Tagen in der Kontrollgruppe; im Durchschnitt 18 verglichen mit 42 Tagen bis zum kompletten Wundschluß in einer Studie mit chronischen venösen Unterschenkelulzera) • Bessere Gesamteinschätzung der Wundheilung • Bessere Gesamteinschätzung des Effekts der Therapie (Schmerzen, Wundheilung, Kosmetik) durch den Chirurgen mittels visueller Analogskala VAS von 100 mm mit 50 als Neutralpunkt (79 mit wIRA verglichen mit 47 in der Kontrollgruppe) • Höherer Gewebesauerstoffteildruck während wIRA (+30% in 2 cm Gewebetiefe) • Höhere Unterhautgewebetemperatur während wIRA (+2,7°C in 2 cm Gewebetiefe) • Besserer kosmetischer Aspekt Als Trend wurden außerdem gefunden: • Niedrigere Wundinfektionsrate (7% mit wIRA verglichen mit 15% in der Kontrollgruppe) einschließlich später Infektionen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus (0% verglichen mit 8%) • Kürzerer postoperativer Krankenhausaufenthalt (9 Tage gegenüber 11 Tagen) 4. Wo gibt es frei zugänglich weitere Informationen zu wIRA bei Wunden? Die drei zusammengehörigen Übersichtsarbeiten (1-3, englisch mit jeweils ausführlicher deutscher Zusammenfassung) bieten eine ausführliche Darstellung, etwas geraffter und deutschsprachig sind die beiden anderen Übersichtsarbeiten (4, 5). 1. Hoffmann G. Principles and working mechanisms of water-filtered infrared-A (wIRA) in relation to wound healing [review]. Grundlagen und Wirkprinzipien von wassergefiltertem Infrarot A (wIRA) in bezug zur Wundheilung [Übersichtsarbeit]. GMS Krankenhaushyg Interdiszip. 2007;2(2):Doc54. Online verfügbar unter: http://www.egms.de/pdf/journals/dgkh/2007-2/dgkh000087.pdf (PDF) und http://www.egms.de/en/journals/dgkh/2007-2/dgkh000087.shtml (shtml). 2. Hartel M, Illing P, Mercer JB, Lademann J, Daeschlein G, Hoffmann G. Therapy of acute wounds with water-filtered infrared-A (wIRA) [review]. Therapie akuter Wunden mit wassergefiltertem Infrarot A (wIRA) [Übersichtsarbeit]. GMS Krankenhaushyg Interdiszip. 2007;2(2):Doc53. Online verfügbar unter: http://www.egms.de/pdf/journals/dgkh/2007-2/dgkh000086.pdf (PDF) und http://www.egms.de/en/journals/dgkh/2007-2/dgkh000086.shtml (shtml). 3. von Felbert V, Schumann H, Mercer JB, Strasser W, Daeschlein G, Hoffmann G. Therapy of chronic wounds with water-filtered infrared-A (wIRA) [review]. Therapie chronischer Wunden mit wassergefiltertem Infrarot A (wIRA) [Übersichtsarbeit]. GMS Krankenhaushyg Interdiszip. 2007;2(2):Doc52. Online verfügbar unter: http://www.egms.de/pdf/journals/dgkh/2008-2/dgkh000085.pdf (PDF) und http://www.egms.de/en/journals/dgkh/2008-2/dgkh000085.shtml (shtml). 4. Hoffmann G. Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) zur Verbesserung der Wundheilung [Übersichtsarbeit]. Water-filtered infrared A (wIRA) for the improvement of wound healing [review]. GMS Krankenhaushyg Interdiszip. 2006;1(1):Doc20. Online verfügbar unter: http://www.egms.de/pdf/journals/dgkh/2006-1/dgkh000020.pdf (PDF) und http://www.egms.de/en/journals/dgkh/2006-1/dgkh000020.shtml (shtml). 5. Hoffmann G. Wassergefiltertes Infrarot A (wIRA) zur Verbesserung der Wundheilung bei akuten und chronischen Wunden [Water-filtered Infrared-A (wIRA) for the improvement of wound healing of acute and chronic wounds]. Wundmanagement. 2008;2:72-80. Auch online verfügbar unter: http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2008/5429/ Bereitstellung des PDF aus "Heilberufe" mit freundlicher Genehmigung von Urban & Vogel.
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Water-filtered infrared-A (wIRA) in acute and chronic wounds
(2009)
- Water-filtered infrared-A (wIRA), as a special form of heat radiation with a high tissue penetration and a low thermal load to the skin surface, can improve the healing of acute and chronic wounds both by thermal and thermic as well as by non-thermal and non-thermic effects. wIRA increases tissue temperature (+2.7°C at a tissue depth of 2 cm), tissue oxygen partial pressure (+32% at a tissue depth of 2 cm) and tissue perfusion. These three factors are decisive for a sufficient supply of tissue with energy and oxygen and consequently also for wound healing and infection defense. wIRA can considerably alleviate pain (without any exception during 230 irradiations) with substantially less need for analgesics (52–69% less in the groups with wIRA compared to the control groups). It also diminishes exudation and inflammation and can show positive immunomodulatory effects. The overall evaluation of the effect of irradiation as well as the wound healing and the cosmetic result (assessed on visual analogue scales) were markedly better in the group with wIRA compared to the control group. wIRA can advance wound healing (median reduction of wound size of 90% in severely burned children already after 9 days in the group with wIRA compared to 13 days in the control group; on average 18 versus 42 days until complete wound closure in chronic venous stasis ulcers) or improve an impaired wound healing (reaching wound closure and normalization of the thermographic image in otherwise recalcitrant chronic venous stasis ulcers) both in acute and in chronic wounds including infected wounds. After major abdominal surgery there was a trend in favor of the wIRA group to a lower rate of total wound infections (7% versus 15%) including late infections following discharge from hospital (0% versus 8%) and a trend towards a shorter postoperative hospital stay (9 versus 11 days). Even the normal wound healing process can be improved. The mentioned effects have been proven in six prospective studies, with most of the effects having an evidence level of Ia/Ib. wIRA represents a valuable therapy option and can generally be recommended for use in the treatment of acute as well as of chronic wounds. Keywords: water-filtered infrared-A (wIRA), infrared-A radiation, wound healing, thermal and non-thermal effects, thermic and non-thermic effects, energy supply, oxygen supply, tissue oxygen partial pressure, tissue temperature, tissue blood flow, reduction of pain, wound exudation, inflammation, immunomodulatory effects, acute wounds, chronic wounds, chronic venous stasis ulcers of the lower legs, problem wounds, wound infections, infection defense, contact-free method, absent expenditure of material, prospective, randomized, controlled, double-blind studies, visual analogue scales (VAS), quality of life, infrared thermography, thermographic image analysis
