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Bhakti and Christian Faith according to Rudolf Otto (1869-1937)
(1998)
- This study is obliged to the "Marburg School of the Science of Religions" (R. Otto, H. Frick, K. Goldammer, E. Benz). The methodological concept follows the comparison of religions, as it is classically demonstrated by R. Otto in his work about "West-östliche Mystik"[1] concern-ing the contrasting of Shankara and Meister Eckhart. That the comparison of the figures of the masters which is practised in this school may yield good results is also proved by G. Mensching, Otto's disciple in Bonn, in his book on "Buddha und Christus - ein Vergleich"[2] and H. Frick, Otto's successor on the Marburg chair in Systematic Theology, in his early trea-tise upon "Ghazalis Selbstbiographie. Ein Vergleich mit Augustins Konfessionen"[3][4]. Spe-cial emphasis should be given to the attempt of F. Heiler who as early as in 1918 contrasts Buddha as a "master of contemplation" to Jesus as a "master of prayer" in his work "Die bud-dhistische Versenkung"[5]. All the mentioned attempts are based on the eminent enquiries in the field of the common history of religions and the psychology of religion as R. Otto's "Das Heilige" [6] and F. Heiler's "Das Gebet"[7]. Worth mentioning is also the comprehensive study of the Marburg church historian and distinguished authority of the Asian religious world, E. Benz, about "Die Vision"[8]. Benz, also a disciple of R. Otto, was a famous re-searcher of mysticism and spiritualism as well (Joachim of Floris, J. Böhme, E. Swedenborg). ...
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Friedrich Heiler und Indien
(1997)
- Von F. Max Müller (1823-1900), dem englischen, deutschgebürtigen Religionsforscher und Herausgeber der "Sacred Books of the East", den Friedrich Heiler sehr verehrte, wird erzählt, er habe fast täglich das Bild der heiligen Stadt Benares auf seiner Tabaksdose meditiert. Nach Indien gefahren sei er aber nie, um sich nicht der häßlichen Alltagswirklichkeit des Subkontinents auszusetzen. Heiler dagegen war in Indien, und zwar während seiner achtmonatigen Ostasienreise (1958/59). Hier soll aber nicht Heilers Begegnung mit dem "Wunderland" Indien, in dessen Bann so viele Indienfahrer in diesem Jahrhundert (wie z.B. W. Bonsels, Hermann Hesse u.a.) standen, geschildert werden. Im Mittelpunkt wird vielmehr Heilers Bild der Indischen Religion stehen, mit der er sich in zahlreichen Untersuchungen auseinandergesetzt hat. Heiler gebraucht übrigens stets den Plural für die Religion des Subkontinents. "Indische Religionen und Buddhismus" war eine seiner Lieblingsvorlesungen. Während er 45 Minuten lang seinen Text vortrug, pflegte er mehrmals die Tafel mit Sanskritwörtern vollzuschreiben, sicher ein besonderes Merkmal des Heilerschen Forschungsansatzes: Fremde Religion erschloß sich ihm über Texte, d.h. über Sprache. Der gelernte Orientalist, der neben Sanskrit, Pali und Arabisch auch Hethitisch, Avestisch, Ägyptisch, Koptisch u.a. beherrschte, hat im Gegensatz zu Rudolf Otto keine Originaltexte übersetzt und im Druck herausgebracht. Aber er war ein intimer Kenner der entsprechenden Quellentexte, die er in Einzeluntersuchungen wie im Überblick dargestellt hat, z.B. in dem (mit anderen Forschern verfaßten) bekannten Werk "Die Religionen der Menschheit in Vergangenheit und Gegenwart" [1], wo er die "Indischen Religionen" wie folgt unterteilt: "Die vedische Religion", "Die Religion der priesterlichen Ritualtexte", "Die Erlösungsmystik der Upanishaden", "Die Übungsmystik des Yoga", "Die Erlösungslehre des Samkya", "Die heterodoxen Erlösungsgemeinschaften (A. Der Jainismus; B. Der Buddhismus)", "Die nachbuddhistischen Religionen Indiens (Der Hinduismus)". ...
