Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen, Band 13 (1987)
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Über die Rädertiere (Rotatoria, Phylum Aschelminthes) des Alfsees, eines Hochwasser-Rückhaltebeckens der Hase, NW-Deutschland, FRG
(1987)
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Walter Koste
Jens Poltz
- Oem jungen, künstlich geschaffenen Alfsee im Flußgebiet der Hase, einem Nebenfluß der Ems, NW-Oeutschland, wurden vom Februar bis Oktober 1986 insgesamt an neun Tagen je eine Plankton- und Aufwuchsprobe entnommen und auf ihren Rotatorienbestand hin untersucht. Es wurden in der Untersuchungszeit 136 Rädertier-Arten incl, einiger infrasubspezifischer Taxa festgestellt, davon waren 34 Plankter, 90 Aufwuchsformenund 12 semiplanktonische Formen. Zur massenhaften Entwicklung im Plankton neigten Brachionus angularis, B. calyciflorus incl. versch. forma, Keratella cochlearis, K. quadrata, Notholca squamula, Polyarthra vulgaris, P. dolichoptera, P. vulgaris var.longiremis, Synchaeta oblonga und S. tremula; im Aufwuchs waren es Cephalodella catellina und C. ventripes. Perennierend waren nur wenige Species. Oie meisten Arten insbesondere im Aufwuchs traten nur sporadisch und in geringer Individuendichte auf. Oie Probenentnahmen wurden von synchronen chemisch-physikalischen Messungen begleitet. Extreme im Jahresgang waren für die Wassertemperatur 1,5 °C (11.02.1986) und 29,8 °C (01.07.1986); Sauerstoff 9,4 mgll O2 (28.10.1986) und 22,0 mg/I O2 (01.07.1986).15 Einzelbesprechungen erwähnenswerter Species mit originalen Abbildungen werden vorgelegt, darunter zwei für NW-Deutschland neue Arten: Resticula plicata WULFERT1935 und Encentrum longipes WULFERT 1960.
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Zur Kenntnis einiger bislang wenig dokumentierter Gebüschgesellschaften
(1987)
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Heinrich E. Weber
- Das bislang kaum dokumentierte, im nordwestdeutschen Tiefland sehr häufige Rubetum grati Tx. & NEUM.ex WEBER 76 ist in einer Tabelle mit Aufnahmen aus dem westlichen und mittleren Niedersachsen dargestellt. Die Assoziation ist kennzeichnend für die ärmsten Standorte im potentiell natürlichen Wuchsbereich des Querco-Betuletum molinietosum. Rubus silvaticus und die übrigen Arten des Rubenion silvatici fehlen hier vollständig. Als zweites sind Besenginstergebüsche (Rubo plicati-Sarothamnetum ass. nov., Rubion plicati) behandelt. Sarothamnus scoparius wurde früher meist zu den Borstgras- und Heidegesellschaften gestell
t. Dieser Auffassung liegen Nardo-Callunetea-Gesellschaften zugrunde, die mit einzelnen Besenginsterexemplaren durchsetzt sind, ähnlich wie auch Birken sich zunächst in ~inzelexemplaren auf solchen Standorten ansiedeln. Auch das Cytiso-Callunetum Malc. 29 (Calluno- Sarothamnetum auct.) beruht nach den Originalaufnahmen ebenso wie der hierdurch typisierte Verband Sarothamnion auf der Vermengung zweier Gesellschaften (meist Sarothamno- Calluno-Sigmetum). Der Besenginster ist jedoch nicht Kennartvon Rasen- und Zwergstrauchgesellschaften, sondern von Gebüschen, wie sie hier in einer Tabelle mit Aufnahmen aus dem nordwestdeutschen Tiefland dargestellt sind. Die im Tiefland vorhandene Ausbildung quercetosum roboris subass. nov. wird der im Bergland verbreiteten Form teucrietosum scorodoniae subass. nov. gegenübergestellt. Schließlich ist eine Rubus armeniacus-Gesellschaft beschrieben. Sie wird von der im vorigen Jahrhundert nach Mitteleuropa eingeführten Gartenbrombeere Rubus armeniacus gebildet, die auf Ruderalstandorten häufig verwildert ist und ausgedehnte Gebüsche bildet.
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Verwilderte Gartenpflanzen im Artland
(1987)
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Karl-Georg Bernhardt
- Es werden einige Pflanzen der synantropen Vegetation beschrieben, die als Gartenpflanzen in herrschaftlichen oder Bauerngärten des Artlandes eingebracht wurden und sich mittlerweile in der natürlichen Vegetation behaupten können. Dabei liegt ein Schwerpunkt bei der Darstellung der Vergesellschaftung dieser eingebürgerten Gartenpflanzen. Zu den stetigsten Pflanzen dieser Gruppe gehören: Calanthus nivalis, Narcissus pseudonarcissus, Narcissus poeticus, Rhododendron catawbiense, Rubus spectabilis und Lamiastrum galeobdolon var. florentinum, Variegatum'.
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Tethys-Foraminiferen im Münsterländer Kreide-Becken
(1987)
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Carlos A. Rodriguez
- Aus dem Obercampan von Münster und Umgebung werden neben 5 biostratigraphisch
leitenden Foraminiferen noch 9 Arten beschrieben und abgebildet, die bisher in NDeutschland
nur aus der höchsten Oberkreide und dem Dan publiziert worden sind. Viele der
letztgenannten Foraminiferen sind in den Ablagerungen der Tethys häufig, sogar in der Oberkreide
unterhalb des Maastricht.
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Schwermetalle in Eiern und Federn von Elstern (Pica pica). Ein Beitrag zur Bioindikation
(1987)
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Gerhard Kooiker
- Eier und Handschwingen (juvenile und adulte) von Elstern aus der Stadt Osnabrück,
dem Osnabrücker Umland und aus dem Kreis Vechta wurden mit Hilfe der Atomabsorptionstechnik
auf die Schwermetalle Blei, Cadmium, Eisen, Kupfer und Zink analysiert. Die Belastung
von Landschaftsteilen mit Schwermetallen läßt sich mit Ausnahme von Eisen durch die
Metallgehalte in den Federn ermitteln. Elstereier eignen sich im Gegensatz zu Federn nicht -
oder aber nur in beschränktem Maße -, um als Bioindikatoren für die untersuchten Metalle
verwendet zu werden. Die Elster erfüllt die Anforderungen an einen Biomonitor für die Kontaminierung
von Nahrungsnetzen oder -ketten durch diese Schwermetalle.
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Limnologische Untersuchungen am Hochwasserrückhaltebecken Alfhausen/Rieste Die Situation des Alfsees in den Jahren 1984 und 1985
(1987)
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Dieter Elger
Jens Poltz
Udo Noack
- Der als Hochwasserrückhaltebecken künstlich angelegte Alfsee wird seit seiner Inbetriebnahme im Jahre 1982 regelmäßig amtlich untersucht. Zusätzlich zu den chemischphysikalischen Messungen wurden 1984/85 das Phyto- und Zooplankton und die Unterwasserflora und -fauna bearbeitet. Damit konnte ein Ausschnitt aus der Entwicklung eines sehr jungen Gewässers dokumentiert werden. Der Alfsee ist ein stark mit Nährstoffen belasteter Flachsee, der sich bereits zu einem polytrophen, artenreichen System entwickelt hat. Bemerkenswert ist die üppige Unterwasservegetation mit einer entsprechenden, individuenreichen Benthosfauna. - Der Entwicklunqsprozeß ist sicher noch nicht abgeschlossen: In der Biocönose fehlen noch z. T. weit verbreitete und in anderen Gewässern häufige Arten.
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Hydrobiologische Untersuchungen der Gewässer in den Kuranlagen von Bad Laer
(1987)
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Maria Hoffmeister
Walter Hoffmeister
- Die 1978 und 1979 an 5 Stellen gefundenen 50 Tier- und 125 Pflanzengruppen werden aufgelistet. An Algen sind nachzuweisen: 8 Cyanophyta, 1 Chrysophyta, 85 Diatomeae (Bacillariophyta), 4 Xanthophyta, 3 Euglenophyta, 14 Chlorophyta und 1 Conjugatophyta. Die Auswertung der Artenliste von sauerstoffliebenden Diatomeen wird korrelliert mit den elektrometrisch gemessenen 02-Werten. Die salzliebenden und oligohaloben Diatomeen bestätigen den Solecharakter. Die an Hand von relevanten Algen errechneten Saprobien-Indexwerte ergaben an allen ProbenahmesteIlen die Wassergüte 1-11. Die bei den physikalischen und chemischen Untersuchungen ermittelten Stickstoffwerte, die sehr hoch lagen, konnten diese Wassergüte nicht bestätigen. Der im Wasser gelöste Sauerstoff in den Probenahmestellen 11 bis V lag im Mittel zum Teil über dem Sättigungswert. Der Quellkolk machte hier eine Ausnahme mit einem mittleren Sättigungsfehlbetrag von 54%. Die Sauerstoffzehrung verhielt sich in umgekehrter Weise. Im Quellkolk war sie gering und in den folgenden Stellen zeitweise sehr hoch, konnte aber nie den Sauerstoffhaushalt der untersuchten Gewässer gefährden.
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Ein hardground am Top eines kalkigen Tempestits im Mittleren Kimmeridge auf dem Kalkrieser Berg (Nordwestdeutschland)
(1987)
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Markus Bertling
- Anhand mikrolazieller, paläontologischer und sedimentologischer Untersuchungen wird die tempestitische Natur des oberen Teils der Zwischenbank (Mittelkimmeridge VII, Oberer Jura) am Kalkrieser Berg (SW-Niedersachsen) dargelegt. An der Oberkante der Kalkbank ist ein hardground ausgebildet, der erosiv Ireigelegt und anschließend besiedelt wurde. Das Milieu stellt sich als Ilachmarin und küsten nah dar. Die Arbeit ist die erste Beschreibung der Genese eines deutschen jurassischen hardgrounds s. s. und der erste Nachweis eines kalkigen oberjurassischen Tempestits.
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Die Weber-Karde (Dipsacus fullonum L.) als Kulturpflanze und ihre Verwendung bei der Tuchherstellung
(1987)
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Bernhard Nonte
- Die schon im Mittelalterzum Rauhen von Tuchen verwendete Karde (Dipsacus fullonum L.) wurde im Osnabrücker Raum in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts angebaut. Von dem Tuchfabrikanten WILHELM VON GÜLlCH sind Angaben über Anbau und Ernte überliefert. Nach der Verdrängungdes handwerklichenRauhensarbeiteten Rauhmaschinen weiterhin mit den Blütenköpfen der Karde.
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Die Stauchendmoränen der Rehburger Eisrandlage und ihre Entstehung
(1987)
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Hans-Heinrich Meyer
- Anhand morphologischer und struktureller Befunde werden die Glieder der Rehburger Eisrandlage als Stauchendmqränen gedeutet. Die Aufstauchung erfolgte im Zuge eines kontinuierlichen Eisvorstoßes während der Saale-Eiszeit (Drenthe-Stadium) durch sog. Stirnoder Frontalstauchung. Es wird ein Modell dieser Stauchung vorgestellt ("Modell Kellenberg"). Als Steuerungsfaktoren der Stauchungsprozesse werden angenommen: 1. das dynamische Verhalten des Inlandeises (Vorschub, Belastungsdruck); 2. die bodenmechanischen Eigenschaften des gestaUChten Substrates (Plastizität, Scherfestigkeit, Permafrost-Zementierung, Schmiermitteleffekt); 3. das präexistente Relief (Widerlager- oder Rampeneffekt). Nach der Aufstauchung wurde die Stau ehzone vom Eis der "Hamelner Phase" überfahren und in unbekanntem Ausmaß erniedrigt (eingerumpft). Im periglaziären Milieu der späten Saale-Eiszeit (Warthe-Stadium) und der Weichsel-Eiszeit erfolgte durch selektive Erosion eine Akzentuierung der Mesoformen (Bildung von Härtlingsrükken); gleichzeitig wurde die Prägnanz der Makroformen durch das gegenläufige Nebeneinander von subaerischer Abtragung auf den Höhenrücken und periglazialablualer Aufschüttung in den Niederungen (Talsande) verringert.