Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen, Band 6 (1979)
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Spinnvermögen bei Rhagidiidae : (Acari, Prostigmata)
(1979)
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Rainer Ehrnsberger
- Die erstmals für die Familie der Rhagidiidae entdeckte Spinnvermögen istt
bei allen mobilen Jugendstasen vorhanden und konnte für folgende Arten nachgewiesen
werden:
Rhagidia longisensilla, Rhagidia pratensis, Rhagidia reflexa, Rhagidia mucronata, Rhagidia
arenaria, Rhagidia halophila und Rhagidia danica.
Die Milben spinnen sich am Ende einer Stase ein. Bei Rhagidia pratensis und Rhagidia
reflexa sind diese Gespinste artspezifisch. Rhagidia longisensilla besitzt auch als adultes
Tier ein Spinnvermögen. Die angelegten Netze erfüllen bei ihr folgende Funktionen:
Schutz, Nahrungserwerb, Häutungskokon und Brutfürsorge. Als Vertreter der .Eleutherengona"
konnten bei Rhagidia 4 Drüsen am podocephalischen Kanal nachgewiesen
werden, so daß für die Prostigmata ein in den Grundzügen übereinstimmendes Drüsensystem
anzunehmen ist. Die bei den podocephalischen Kanäle münden in der Chelicerenrinne.
Die infracapituläre Drüse besitzt eigene Ausführungsgänge, die dorsal auf dem
Infracapitulum münden. Die 1. und 3. podocephalische Drüse dienen als Spinndrüsen. Die
4. podocephalische Drüse ist eine Coxaldrüse und besitzt proximal einen Sacculus,
dessen Epithelzellen z. T. 10 um groß sind und einen drüsigen Charakter besitzen.
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Morphologie und Systematik der Nymphen der Unionicola-Arten (Hydrachnellae, Acari) Deutschlands
(1979)
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Jürgen Hevers
- Die Nymphen von 9 der insgesamt 11 in Deutschland vorkommenden Unionicola-
Arten werden morphologisch charakterisiert, vermessen, abgebildet und mit den
Adulti verglichen. In der literatur bestehende Abbildungen werden aufgeführt. Einen
Sexualdimorphismus gibt es bei den Nymphen nicht. Eine Bestimmungstabelle der 9 Arten
wird gegeben.
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Die negative Bestandsentwicklung einiger Feuchtlandpflanzen im Rubbenbruch bei Osnabrück : mit Vorschlägen zur Gestaltung und Pflege
(1979)
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Friedhelm Ringe
- In einem Vergleich der im Rubbenbruch bei Osnabrück vorkommenden
Feuchtlandpflanzen nach den Angaben bei KOCH (1958) und eigenen Beobachtungen in
neuerer Zeit wird eine gravierende Verminderung der Diversität festgestellt. 14 der ehemals
im Gebiet gefundenen 17 Arten (etwa 82 %) fehlen heute. Dem stehen nur 2 Neuzuwanderer
(etwa 10 %) gegenüber. Die Bestandsentwicklung einiger Pflanzen wird von
1970 an dokumentiert; auch hier zeigt sich eine negative Tendenz. Konkrete Vorschläge
zur Gestaltung und Pflege des "Schutzgebietes Rubbenbruch" sollen dazu beitragen,
diese Entwicklung aufzuhalten oder zu verändern.
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Felsmechanik und Bruchtektonik des Osningsandsteins im Tecklenburger Lande
(1979)
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Gerhard Keller
- Im Tecklenburger Land Nordwestfalens ist wie auch in anderen mitteleuropäischen
Felslandschaften die Morphologie im großen und im kleinen durch ältere
bruchtektonische und durch jüngere exogene, von der Verwitterung mit der Gravitation
getragene Kräfte bestimmt. Sichtbare Zeichen für ihre Auswirkungen sind Lagestörungen
im geschlossenen Gesteinskörper und an Felsen. Sie äußern sich in Texturen, bei denen
zwischen Zeugen für bruchtektonische und für atektonische, felsmechanische Entstehung
zu unterscheiden ist.
Die bruchtektonischen Texturen treten als Längs- und Querklüfte und als Auf- und Oberschiebungen
hervor, die im gewachsenen Gesteinskörper gebannt sind. Die felsmechanischen Texturen setzen über die heutige Erdoberfläche emporragende Felsen voraus, die
in den Dörenther Klippen aus dem nach ihnen benannten Dörenther Sandstein der unterkretazischen
Osning-Sandstein-Folge bestehen. Je nach dem Vorhandensein freier Flächen
sind die Bewegung auslösenden felsmechanischen Texturen im oder gegen das Schichteinfallen
und auch im Streichen angeordnet. Die Gravitation löste die Rißbildung aus und
bestimmte den weiteren Verlauf und Zerfall nach Art der Hangzerreißung.
Die felsmechanischen Bewegungen knüpfen teilweise an bruchtektonische Texturen an,
die in reiner Form unter der Verwitterungszone im festen Gestein des Gravenhorster Sandsteins,
ebenfalls der Osningsandstein-Folge zugehörig, erhalten sind. Abschließend wird
die Entstehung der bruchtektonischen und der felsmechanischen Texturen in den geologischen
Zeitablauf eingegliedert. Die Bruch-Tektonik fällt genetisch mit der Osning-Tektonik
zusammen, die in der subherzynischen Faltungsphase am Ausgang der altalpidischen
Faltungsära entstand. Die heute vorliegende Felsmechanik dürfte seit dem Abtauen des
Saaleeises entstanden sein und bestimmt jetzt und weiter das morphologische Bild der
Dörenther Klippen im Tecklenburger Land.
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Eine Lagerstätte kreidezeitlicher und paläogener Chondrichthyes-Reste bei Fürstenau (Niedersachsen)
(1979)
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Fritz von der Hocht
- Aus einer durch Glaziotektonik verstellten Kiesbank innerhalb einer Folge
mariner Sedimente bei Fürstenau wird eine 49 Arten umfassende Liste von Chondrichthyes
genannt. Diese Fauna enthält Arten des Campans, Oberpaläozäns und Unter- bis
Mitteleozäns.
Die Entstehung dieser Kiesbank könnte einerseits einer Transgressionsphase oder andererseits
einer Kondensation verbunden mit der Erosion von Folgen des oben genannten
Alters während des Lediums zugeschrieben werden.
Diese Kiesbank besitzt in Oldenburg und im Emsland eine weite Verbreitung.
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Die küstennahe Ausbildung des Osningsandsteins bei Bad Iburg im Liegenden der Osningüberschiebung
(1979)
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Gerhard Keller
- Vor der Küste der Rheinischen Masse liegen im Gebiet des nordwestlichen
Teutoburger Waldes bei Bad Iburg im Querschnitt linsenartige feinkörnige Sandsteinmassen
mit einer Mächtigkeit bis zu 260 m. Sie gehören der Unterkreide an und bilden die
Fazies des Osningsandsteins. Seitlich und landeinwärts werden sie von wattähnlichen,
zum Teil gröberen, mit 15-20 m geringmächtigen und glaukonitführenden, z. T. tonigen
Sandsteinen vertreten, in denen im Falle des Dörenberges Anzeichen für eine vom Festland
kommende ehemalige Stromrinne völlig fehlen. Der Befund am Hohnsberg spricht
dafür, daß er eine durch Tiefenerosion hervorgerufene Rinnenausfüllung, der Form nach
Seegatten der friesischen Küste vergleichbar oder mehr noch dem ausgefüllten Bett eines
dem Meere zufließenden Stromes, ist. Die bisherige Annahme, in den mächtigen Sandsteinvorkommen
ehemalige Flußdelten zu sehen, kann nicht mehr gelten.
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Über einige häufige und wenig beachtete Rubi sect. Corylifolii (Focke) Frid. in Mitteleuropa
(1979)
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Heinrich E. Weber
- Rubus ferocior WEBER 1977 (= R. ferox WEIHE non VEST) und Rubus
placidus WEBER nov. spec. (= R. milliformis var. roseus FRID. & GELERT) werden als
weitverbreitete zentraleuropäische Arten der Rubi sect. Corylifolii erstmals genauer beschrieben
und in typischen Exemplaren (specimina normalia) abgebildet. Die zum Teil
verwickelte Nomenklatur wird ausführlich diskutiert. Die Verbreitung ist durch eine Auflistung
von Fundorten und in Rasterkarten angegeben. Durch einen Bestimmungsschlüssel,
der auch die nächstverwandten Taxa enthält, soll einer Verwechslung mit
ähnlichen Arten vorgebeugt werden.
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Hirschzungenfarn (Phyllitis scolopendrium) am Hüggel (Gemeinde Hasbergen, Landkreis Osnabrück)
(1979)
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Werner Beyer
- Phyllitis scolopendrium (L.) NEWM. wird zwar in der "Roten Liste"
der Gefäßpflanzen in der Bundesrepublik Deutschland (KORNECK &
LOHMEYER & SUKOPP & TRAUTMANN 1977 - Liste der in der Bundesrepublik
Deutschland und Berlin (West) verschollenen und gefährdeten
Farn- und Blütenpflanzen) nicht aufgeführt, jedoch ist dieses auf das
geographische Verbreitungsschwergewicht dieser Sippe zurückzuführen.
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Auswirkungen wasserbaulicher Maßnahmen auf die aquatischen Lebensgemeinschaften und das Selbstreinigungsvermögen von Fließgewässern
(1979)
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Horst Neumann
- Ausgehend von den Grundlagen der Fließgewässerökologie wird untersucht, wie sich die einzelnen Maßnahmen des modernen Gewässerausbaues auf die Zusammensetzung und das Leistungsvermögen der aquatischen Lebensgemeinschaften auswirken.An Hand von Beispielen wird zunächst diskutiert, welche Bedeutung den Korrekturen der Linienführung, des Gefälles und der Profilgestaltung zukommt. Abschließend werden die biologischen Besonderheiten von Stauhaltungen dargestellt und die daraus
resultierenden wassergütekundlichen Probleme ausführlich erörtert.
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Eistaucher - Gavia immer (BRÜNNICH 1764) - bei Osnabrück
(1979)
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Klaus Mees
- Am 29. 3. 1978 wurde im Naturwissenschaftlichen Museum Osnabrück ein toter Eistaucher - Gavia immer - abgegeben. Dieser Vogel wurde ungefähr eine Woche auf dem Teutoburger-Wald-See bei Hagen im Landkreis Osnabrück beobachtet und dann plötzlich tot dort aufgefunden.