Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen, Band 2 (1973)
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Zum Status und zur Brutbiologie des Flußregenpfeifers (Charadrius dubius SCOPOLl) im Kreise Osnabrück
(1973)
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Friedhelm Ringe
- In den avifaunistisch überschaubaren Jahren des vorigen und in der
ersten Hälfte unseres Jahrhunderts gehörte der Flußregenpfeifer im
Kreis Osnabrück zu den Ausnahmeerscheinungen, obwohl er vor der
Jahrhundertwende in Nordwestdeutschland verbreitet, wenn auch spärlich
brütete. Ab 1960 dagegen wurde er in fast allen Jahren festgestellt
und konnte 1971 zum erstenmal in neuerer Zeit brütend nachgewiesen
werden. Im folgenden wird diese - offenbar nicht nur lokal positive -
Entwicklung, die im Gegensatz zu dem bei Wasser- und Sumpfvögeln
allgemein stark negativen Trend steht, mit ihren wahrscheinlichen Ursachen
geschildert. Außerdem werden einige brutbiologische und ethologische
Notizen mitgeteilt.
Ich danke besonders Herrn U. ANDRÉ:, weiterhin W. BRINKSCHRÖDER,
H. WITTE (alle Osnabrück), U. REICHERT (jetzt Berlin) und M. OSTERMÜLLER
(Holte) für die Oberlassung ihres Materials. Der Name des
Gewährsmannes wird stets angegeben, sofern es sich nicht um eigene
Beobachtungen handelt.
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Drumlins des Drenthe-Stadiums am Nordostrand der Westfälischen Bucht
(1973)
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Ernst Th. Seraphim
- Am Rande der Westfälischen Bucht liegen bei Versmold und Gütersloh zwei Drumlinfelder.
Die zusammen über 60 Rücken. die aus Sand und Geschiebelehm bestehen.
wurden durch einen Gletscher des Inlandeises geformt. der aus der Westfälischen Bucht
gegen die Randhöhen des Teutoburger Waldes vordrang. Es handelt sich um die Erstbeschreibung
von Drumlins im Altmoränengebiet Nordwestdeutschlands.
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Das Goldblatt
(1973)
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Willi Ellerbrock
- Es wird ein seltener, heimischer Pilz vorgestellt, der zugleich Merkmale der Blätter- und
Röhrenpilze aufweist (Zwischenform).
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Einige bemerkenswerte Wasservogel-Beobachtungen der letzten Jahre bei Osnabrück
(1973)
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Friedhelm Ringe
- Es ist in den ornithologischen Fachzeitschriften mit Recht aus der Mode
gekommen, lange Listen von Seitlingsbeobachtungen zu publizieren, da
diese über den Vogelbestand eines bestimmten Areals wenig aussagen
bzw. nur im größeren Zusammenhang über manche Phänomene Auskunft
geben können. Da jedoch Seltenheiten immer wieder in Landschaftsteilen
registriert werden, die überhaupt eine artenreiche, untersuchenswerte
Vogelwelt beherbergen, seien die nachstehenden Feststellungen
von dreien solcher Stellen mitgeteilt. Sie sollen in erster
Linie bezwecken, die Aufmerksamkeit Osnabrücker Vogelkundler vermehrt
auf diese Gebiete zu lenken. Um die Arbeit kurz zu halten, beschränke
ich mich auf die Jahre seit 1970; es werden aber jeweils
Gesamtbeobachtungszeitraum und besondere Aktivitäten erwähnt
(eigene Nachweise ohne Namensangabe).
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Schäden durch Eis- und Schneeansatz an Energieversorgungsanlagen in Nordwestdeutschland am 7. und 8. Dezember 1967 und die wetterwirksamen Elemente
(1973)
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Martin Rötschke
- Am 7. und 8. Dezember 1967 kam es zu außergewöhnlichen Schnee- und Eisanlagerungen
an den Energieversorgungsanlagen in Nordwestdeutschland. Die besonderen meteorologischen
Bedingungen werden beschrieben und die Ursachen der Schäden aufgezeigt.
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Pflanzensoziologische Methoden in Anwendung auf die oberkarbonische Flora
(1973)
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Gerhard Keller
- An Hand der im einzelnen dargelegten Anschauungen der pflanzlichen Gesellschaftslehre
der Neobotanik wird das Vorhaben verfolgt, gleichartige Wege für die Beantwortung
soziologischer Fragen bei fossilen Floren auf paläobotanischer Grundlage zu finden.
Geologisch-historisch ergeben sich dabei zwei Probleme, welche dem Neobotaniker als
Zeitgenossen seiner Objekte unbekannt sind und für ihn aus der heute vorliegenden Situation
gar nicht entstehen können.
Um paläobotanische Soziologie überhaupt betreiben zu können, sind für die Realität einer
fossilen Pflanzengemeinschaft erst zwei Voraussetzungen zu gewinnen:
die Synchronie, die regionale Gleichaltrigkeit der Gesteinsschicht, in oder auf der
die fossile Flora bis heute konserviert wurde,
der Individuums beg riff, der erst auf Grund der jetzigen Fundumstände geprägt
werden kann.
Unter Auswertung von Untertage-Vorkommen von fossilreichen Pflanzenschichten im
gefalteten Westfal A und B des mittleren und nördlichen Ruhrgebietes wurde von zwei
Mitarbeitern des Autors eine größere Anzahl von Synchronen ermittelt und unter Formung
und Präzisierung des Individuumsbegriffes die Möglichkeit qeschaffen. die Paläosoziologie
für einen Teil der oberkarbonischen Pflanzenwelt der euramerischen Floraprovinz zu
erarbeiten.
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Beitrag zur Kenntnis der Mistel (Viscum album L.) in Nordwestdeutschland
(1973)
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Harry Harms
- Die Mistel hat im Brauchtum des behandelten Gebietes eine Rolle gespielt und wird heute
noch in der pharmazeutischen Industrie verarbeitet. Es wird das Vorkommen der Mistel
(Viscum album L.) und ihre Verteilung auf die einzelnen Wirte in Norddeutschland untersucht.
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Friedrich Hamm zum Gedenken
(1973)
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Heinrich Hiltermann
- Dr. phil. nat. FRIEDRICH HAMM wurde in Osnabrück, Krahnstraße 1, als
Sohn des Sanitätsrates Dr. med. et Dr. phil. HERMANN HAMM und seiner
Frau MARIA BRINKMANN-TO BROXEN am 12. April 1891 - einem
Sonntag - geboren. Er überlebte seine 5 Geschwister, die alle vor dem
Erreichen des 1. Lebensjahres starben.
Sein Vater (1858-1922), Sohn eines Schusters am Vitihof, war um die
Jahrhundertwende einer der bekanntesten und urwüchsigsten Osnabrücker,
einmal als Arzt und Naturwissenschaftler und dann als Original und
Schelm. KARL KÜHLING hat das Verdienst, diese Tatsache der Vergessenheit
entrissen zu haben.
Dr. Dr. HERMANN HAMM war 1894-1896 Vorstandsmitglied des Osnabrücker
Naturwissenschaftlichen Vereins. - Ihm verdankt die Geologie
entscheidende Beweise für die Erkenntnis, daß die mächtigen Sande und
Lehme Norddeutschlands von gewaltigen Inlandeismassen abgelagert
wurden, die von Fennoskandia bis in unsere Heimat vorgedrungen waren.
Auf dem Karbonsandstein des Piesberges entdeckte er Schrammen,
die er aufgrund von Messungen als echte Gletscherschrammen
erkannte. Und das zu einer Zeit, wo noch ernstlich schwimmende Eisberge
die nordischen Geschiebe zu uns transportiert haben sollten.