Mitteilungen zur floristischen Kartierung in Sachsen-Anhalt, Band 8 (2003)
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Wiederfund von Eleocharis ovata (ROTH) R. et SCH. im Naturschutzgebiet „Heideteiche bei Osterfeld“, Burgenlandkreis
(2003)
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Andreas Loeb
- Das Naturschutzgebiet (NSG) „Heideteiche bei Osterfeld“ (MTB 4937/2) ist ein 66 ha großes
Areal im Südosten des Burgenlandkreises und gehört zur Landschaftseinheit Zeitzer Buntsandsteinplateau
(LAU 2000).
Der mittlere Buntsandstein, überdeckt von dünnen Lößlehmschleiern, welche stellenweise von
kiesigen Schichten durchbrochen werden, sowie der starke Tongehalt des Bodens bilden den
geologischen Untergrund der Heideteichmulde (LEISSLING 1958).
Umgeben von intensiv genutzten Ackerflächen war das Gebiet im vergangenen Jahrhundert
großen Beeinträchtigungen durch die Landwirtschaft ausgesetzt. Schon Ende des 19. Jahrhunderts
führte die Nutzung der oberen Grundwasserleiter zur Versorgung der Stadt Osterfeld
(UNRUH 1998, LÖB 1999) und mit der späteren Speisung eines Schwimmbades zu einer Absenkung
des Grundwassers und dem damit verbundenen Artenrückgang von Sumpf- und Wasserpflanzen.
Die Wasserentnahme wurde in den 1950er Jahren eingestellt, das Gebiet im Mai 2001 endgültig
als NSG unter Schutz gestellt, wobei mehrere Hektar im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
aufgeforstete Ackerflächen als Pufferzone in das Gebiet integriert wurden. Die
Kernzone – historisch als „Heidesumpf“ bekannt (SCHLIEPHACKE 1881) – bildet ein Flachmoor,
verflochten mit Erlen- und Birkenbruchwald sowie Relikten einer Pfeifengraswiese. Insgesamt
sieben Stillgewässer (Großer Heideteich, Kleine Heideteiche – Abb. 1), die im 15. und 16.
Jahrhundert zur Fischzucht angelegt wurden, reihen sich von Ost nach West aneinander.
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Überblick zur floristischen Literatur über den Köthener Teil der Mosigkauer Heide mit Neufunden und Bestätigungen
(2003)
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Anselm Krumbiegel
- Im Rahmen eines Schutzwürdigkeitsgutachtens für den zum Landkreis Köthen gehörenden
Teil der Mosigkauer Heide erfolgten zwischen August 2002 und Juli 2003 u.a. floristische
Bestandserfassungen (RANA 2003). Die Untersuchungen stehen im Zusammenhang mit Planungen
zur Ausweisung dieses Teils der Mosigkauer Heide als LSG, wie es bereits für den zur
Stadt Dessau gehörenden Teil der Fall ist.
Die Grenze des Untersuchungsgebietes (UG) entspricht der administrativen Grenze zwischen
dem Landkreis Köthen und dem Stadtkreis Dessau (NW-SO-Linie) sowie dem Landkreis Bitterfeld
(N-S-Linie). Im Westen und Süden begrenzt die Wald-Offenland-Grenze das Gebiet. Die
Gesamtfläche beträgt ca. 700 ha. Das UG gehört zu den Meßtischblättern Quellendorf 4238/2
und Raguhn 4239/1, 3.
Da über die Mosigkauer Heide relativ zahlreiche floristische Veröffentlichungen vorliegen, bot
es sich an, gezielt nach dort genannten wertgebenden Arten zu suchen, sofern genügend
konkrete Fundortangaben vorlagen bzw. entsprechende heute noch existierende Standorte auf
aktuelle Vorkommen schließen lassen. Berücksichtigt wurden aus Platzgründen nur geschützte,
gefährdete und nach FRANK & NEUMANN (1999) in Sachsen-Anhalt im Rückgang befindliche
sowie einige weitere bemerkenswerte Arten. Aktuell konnten im UG insgesamt ca. 240 Gefäßpflanzensippen
nachgewiesen werden.
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Carl ALTEHAGE – sein Wirken für den Naturschutz in Mitteldeutschland
(2003)
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Gunnar Hensel
- „Wer ihn gekannt hat, musste ihn lieb gewinnen in seiner natürlichen, schlichten, geraden Art,
in seiner Güte und Hilfsbereitschaft. (Er) ... hatte das Talent zur Freundschaft. Führende Männer
auf den Gebieten des Heimat- und Naturschutzes waren ihm freundschaftlich verbunden...“
(REGENBOGEN 1970). Carl ALTEHAGE (01.04.1899-12.12.1970) wirkte in den 30er Jahren des 20.
Jahrhunderts in Mitteldeutschland. Seine Bemühungen fallen in die Zeit der Umsetzung des
neuen Reichsnaturschutzgesetzes, des damit verbundenen Aufbaus von Naturschutzstellen
in Kreisen und kreisfreien Städten und der ersten Verordnung einer größeren Anzahl von
Schutzgebieten. Durch intensive floristische und pflanzensoziologische Arbeit sammelte er
Argumente für die Begründung von Schutzwürdigkeit und der Sicherung wertvoller Areale.
ALTEHAGE, in Vlotho an der Weser geboren, legte 1928 die Prüfung als Mittelschullehrer in
Biologie, Chemie und Physik ab. Seine erste Anstellung erhielt er in Neuenhaus im Kreis
Bentheim. Ein Jahr später kam er nach Merseburg. Bis zum Schuljahresende 1937 war er hier an
der Mittelschule angestellt. Neben dem Unterricht führte er den Schulgarten und kümmerte
sich darüber hinaus um den Garten des Vereins für Heimatkunde im Petrikloster. Bei seinen
Schülern wurde er, obwohl von schlanker Statur, „Molli“ genannt. Eine seiner Schülerinnen
erinnerte sich noch heute daran, dass er stets mit dickgefüllter Aktentasche voller Pflanzen von
den Exkursionen kam. Seine Wohnung befand sich in einem der Zollingerhäuser in der jetzigen
Lutherstraße im Haus Nummer 21.
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Verbreitung, standortökologische Bindung und Populationsentwicklung der Natternzungengewächse (Ophioglossaceae) in ehemaligen Braunkohleabbaugebieten Sachsen-Anhalts
(2003)
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Sabine Tischew
Andreas Lebender
- Am Beispiel der Bergbaufolgelandschaft Sachsen-Anhalts wird anhand eines Vergleiches von
Verbreitungskarten gezeigt, dass anthropogene Sekundärstandorte zunehmend wichtige Ersatzlebensräume
für das Vorkommen von Ophioglossaceen darstellen. Für die Arten
Ophioglossum vulgatum (Gemeine Natternzunge), Botrychium lunaria (Mondrautenfarn) sowie
Botrychium matricariifolium (Ästige Mondraute) werden die standörtliche Bindung und
die Vergesellschaftung auf den Folgeflächen des Braunkohletagebaus gezeigt. Die Natternzungengewächse
stellen typische Beispiele für naturschutzrelevante Arten dar, die nach dem
Durchlaufen der Pionierphase auf den Kippenflächen in mittleren Sukzessionsstadien auftreten.
Sie bevorzugen nährstoffarme, lichte Pionierwälder in Kombination mit krautschichtarmen
Offenlandmosaiken. Infolge der relativ langsam verlaufenden Sukzessionsprozesse besteht
vor allem auf Extremstandorten die Möglichkeit, ohne Pflegeaufwand langfristig geeignete
Lebensräume für diese Arten zu erhalten. Die Ergebnisse von Untersuchungen auf Dauerbeobachtungsflächen
zeigen, dass insbesondere die Populationen der Gemeinen Natternzunge
starken Schwankungen in der Populationsdichte unterliegen. Auf den grundwasserfernen Standorten
reagiert die Art sehr sensibel auf den Witterungsverlauf und bildet unterirdische Ruhestadien
aus. Insgesamt sind die Konkurrenzsituation und das Entwicklungspotenzial für die
Arten der Ophioglossaceen auf den meisten Standorten positiv zu bewerten. Eine wesentliche
Grundlage für den Erhalt der Arten in der Bergbaufolgelandschaft im Sinne des Prozessschutzes
sind die Ausweisung und der Schutz von möglichst ausgedehnten Sukzessionsflächen mit
unterschiedlichen Entwicklungsstadien.
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Nachtrag zu aktuellen Vorkommen bemerkenswerter Pflanzenarten in der Fuhneniederung des Saalkreises
(2003)
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Jens Stolle
- Von KRUMBIEGEL (2002) liegt eine Zusammenstellung von Fundorten aller von ihm aktuell beobachteten
bemerkenswerten Pflanzenarten für das Fuhnegebiet des Saalkreises vor. Solche
Beiträge besitzen, insbesondere bei der vorliegenden Detailgenauigkeit, einen hohen Wert für
spätere Untersuchungen zum Rückgang oder zur Ausbreitung von Sippen und sind daher von
Bedeutung, wenn entsprechende Autoren nicht die Absicht verfolgen, eine aktuelle lokale
Gesamtflora zu publizieren. Zweifellos erscheint es dann sinnvoll, alle verfügbaren Daten zusammenzutragen,
um eine möglichst vollständige Darstellung als Vergleichsbasis zu erlangen.
Der vorliegende Artikel versteht sich daher als Ergänzung auf der Grundlage der eigenen
aktuellen Untersuchungen im Gebiet. Natürlich ist auch damit keine absolute Vollständigkeit zu
erwarten. Untersuchungsgebiet, Auswahlkriterium für die Sippen und im Text vorkommende
Flurbezeichnungen orientieren sich an KRUMBIEGEL (2002). Die Nomenklatur der Sippen richtet
sich nach ROTHMALER (2002). Alle Angaben beruhen auf eigenen Beobachtungen, wobei das
Jahr des aktuellsten Nachweises angefügt ist.
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Bemerkenswerte Pflanzenfunde im Landkreis Sangerhausen
(2003)
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Armin Hoch
- Im Rahmen der Grundlagenerfassung für das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz i. G.
wurde 2002 mit einer Kartierung der Farn- und Blütenpflanzen auf der Grundlage der Topographischen
Karte 1:125.000 im Viertelquadranten-Raster begonnen.
Ein Vergleich der Kartierungsergebnisse mit der Datenbank zur floristischen Kartierung Sachsen-
Anhalts ergab eine Reihe von Neu- und Wiederfunden. Die nachfolgende Zusammenstellung
enthält eine Auswahl bemerkenswerter Arten. Neben Neufunden wurden insbesondere
gefährdete Arten (FRANK et al. 1992) berücksichtigt. Die Zuordnung bestimmungskritischer
Taxa erfolgte entsprechend ROTHMALER (2002) unter Zuhilfenahme von HAEUPLER & MUER
(2000). Die Nomenklatur entspricht WISSKIRCHEN & HAEUPLER (1998).
Die Funde stammen aus dem Jahre 2002. Die Angaben beziehen sich auf den Landkreis Sangerhausen.
Wiederfunde nach 1950 sind nach der Fundortangabe mit (B) gekennzeichnet.
Neufunde im Messtischblatt-Quadrant sind ohne Kennzeichnung nach dem Fundort. Fehlt der
Beobachtername, dann erfolgte die Bestätigung durch den Autor des Beitrages.
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Zur Flora des Naturschutzgebietes "Hasenwinkel" im Landkreis Mansfelder Land
(2003)
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Thomas Köberlein
Matthias Jentzsch
- Das Mansfelder Land und hier insbesondere das Naturschutzgebiet (NSG) „Hasenwinkel“ im Mansfelder Seengebiet standen aufgrund ihres Florenreichtums in der Vergangenheit im Mittelpunkt botanischer Erhebungen (WÜNSCHMANN 1939, KRÜMMLING 1955, WEINERT 1956, BEINHAUER 1965, VOLKMANN 1990). Insbesondere wegen der repräsentativen Vorkommen verschiedener Biotope des Anhanges I der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union (FFH-Richtlinie) wurde das NSG vom Land Sachsen-Anhalt als Schutzgebiet für das kohärente europäische ökologische Netz „NATURA 2000“ vorgeschlagen (MÜLLER et al. 1997). Dem vorliegenden Beitrag liegt eine Diplom-Arbeit an der Hochschule Anhalt (KÖBERLEIN 1999) zugrunde. Es sollen die floristischen und vegetationskundlichen Besonderheiten des Gebietes und angrenzender, für eine Gebietserweiterung vorgesehener, Flächen dargelegt, soweit möglich mit den älteren Daten verglichen und Hinweise für den Schutz, die Pflege und Entwicklung der Vegetation des Gebietes gegeben werden.