838 Deutsche vermischte Schriften
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Was Humanisten sangen
(2008)
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Volker Mertens
- [Volker Mertens geht] der Frage ‚was Humanisten sangen’ an zwei Beispielen nach: Harmann Schedel aus dem 15. Jahrhundert (1440-1514) und der fast genau einhundert Jahre jüngere Felix Platter (1536-1614). Von beider Beziehung zur Musik gibt es indirekte und direkte Zeugnisse – letztere sind das Schedelsche Liederbuch bzw. die Übersetzungen vornehmlich französischer Musiktexte durch Felix Platter. Ich verbinde die heuristische Fragestellung mit einer melodietheoretischen: Wie ist das Verhältnis von Schrifttext und Aufführung in diesen Fällen? (...) Literaturwissenschaftler sind ja, trotz des jüngeren Booms in Fragen von Aufführung und Schrift, eher geneigt, eine relativ große Distanz zwischen diesen Aggregatzuständen zu sehen, während die Musikwissenschaftler sie Existenz von Noten eher mit der Evidenz von Aufführung verbinden, von der Aufführungseuphorie von Germanisten beim Anblick der Noten einmal ganz zu schweigen. Um ein Ergebnis bereits vorwegzunehmen: Es wird sich zeigen, daß das mit Noten versehende Liederbuch Hartmann Schedels weiter von „Aufführung“ entfernt ist als das notenlose Textkonvolut Felix Platters.
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Zusammenprall mit einer hassgeliebten Stadt : "Im Osten war ich Drachentöter / Im Westen Wolf – doch niemals Köter": Gespräch mit Wolf Biermann über seine neuen Lieder und Gedichte
(2001)
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Hans-Georg Soldat
- Hans-Georg Soldat interviewte im Jahre 1999 Wolf Biermann für die Berliner Morgenpost. Unter anderem zu Biermanns neuen Liedern und Gedichten, seinem Berlinbezug nach der Ausbürgerung sowie Assoziationen zum politischen Begriff der "Berliner Republik".
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Bitterer Frieden : eine Franz-Fühmann-Biographie ausschließlich in Bildern und Dokumenten
(2001)
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Hans-Georg Soldat
- Hans-Georg Soldat rezensiert für die Berliner Morgenpost die 1998 im Rostocker Hinstorff-Verlag erschiene und von Barbara Heinze, der Bearbeiterin des Fühmann-Archivs in der Akademie der Künste, herausgegebene Biographie "Franz Fühmann. Eine Biographie in Bildern, Dokumenten und Briefen". Das Ergebnis ist erstaunlich und auf seine Art wohl ziemlich einzigartig in der neueren deutschen Literaturgeschichte. Barbara Heinze läßt ausschließlich Dokumente und Bilder sprechen, liefert also im wahren Wortsinne eine Collage: Zitate aus den Werken Fühmanns, vor allem natürlich mit autobiographischem Bezug, Protokolle aus Sitzungen des NDPD-Vorstandes, dem Fühmann nach Gründung der DDR eine Zeitlang angehörte, Stasi-Einschätzungen, Interview-Äußerungen, Stellungnahmen von Zeitgenossen und Schriftstellerkollegen - und immer wieder Fotos und Faksimiles. Aus Kindheit und Jugend, aus der Kriegsgefangenschaft, aus der Familie und dem offiziellen Leben, mit Freunden und späteren Feinden.
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Noch nicht reif : Der Briefwechsel von Christa Wolf und Franz Fühmann 1968 bis 1984
(2001)
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Hans-Georg Soldat
- Hans-Georg Soldat rezensiert für DIE ZEIT die 1995 im Aufbau-Verlag Berlin erschiene und von Angela Drescher herausgegebene Briefsammlung zwischen Christa Wolf und Franz Fühmann: "Monsieur - wir finden uns wieder. Briefe 1968 - 1984". Man kann sich darüber streiten, ob es in diesem Briefwechsel mehr um persönliche Stimmungen und literarische Entwicklungen geht oder nicht doch eher um das Zickzack der SED-Kulturpolitik - also das, was stereotyp zu den "Mühen der Ebenen" verniedlicht wurde, die Brecht in seinem 1949 verfaßten Epigramm "Wahrnehmung" beschworen hatte. Auf jeden Fall versammelt das Buch des Aufbau-Verlages 83 Dokumente zu den Schwierigkeiten, Literatur in der DDR zu schreiben, einschließlich der Anlagen, die Christa Wolf oder Franz Fühmann den einzelnen Briefen beilegten. Natürlich enthält der Band einen Anmerkungsapparat; weiter Lebensdaten der beiden Autoren; die Trauerrede Christa Wolfs beim Begräbnis des Schriftstellerkollegen; ihre Festansprache anläßlich der Namensgebung der Franz-Fühmann-Schlule in Jeserig und ein kurzes Nachwort von ihr; zuletzt steht eine editorische Notiz der Herausgeberin Angela Drescher. Gut ein Drittel des Bandes beanspruchen also sekundäre Texte - ein wohl notwendiges Zugeständnis an die Historizität der reflektierten Ereignisse, der damaligen Überlegungen und handelnden Personen.
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Das Schweigen der Sätze : Texte und Kontexte von Kurt Drawert
(2001)
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Hans-Georg Soldat
- Hans-Georg Soldat rezensiert die 2001 im Suhrkamp Verlag erschiene Textsammlung "Rückseiten der Herrlichkeit. Texte und Kontexte" von Kurt Drawert. In einer Collage von Gedankenfetzen, nachträglichen Überlegungen, Beobachtungen, Reminiszenzen und Spekulationen verdichtet sich tatsächlich der Eindruck, Zeuge eines unbeschreiblichen Geschehens zu sein. Eine Meisterleistung, die in der neueren deutschen Literatur ziemlich einsam dastehen dürfte.
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Die Unerträglichkeit des Seins : Surrealismus, Groteske, Posse als literarische Erklärungsmuster der Gegenwart
(2001)
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Hans-Georg Soldat
- Hans-Georg Soldat rezensiert drei Neuerscheinungen aus dem Jahr 1999: Adolf Endlers Lyrikband "Der Pudding der Apokalypse", Kerstin Hensels Roman "Gipshut" und Bernd Wagners Roman "Club Oblomow".
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Die Entdeckung der Freiheit : Angela Krauß, Rita Kuczynski und Anke Gebert ziehen literarische Bilanzen der Mauerzeit
(2001)
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Hans-Georg Soldat
- Hans-Georg Soldat rezensiert drei verschiedene Neuererscheinungen aus dem Jahr 1999: Angelika Krauß' Roman "Milliarden neuer Sterne", Rita Kuczynskis Roman "Mauerblume. Ein Leben an der Grenze" und die von Anke Gerbert herausgegebene Sammlung von Erlebnisberichten "Im Schatten der Mauer. Erinnerungen, Geschichten und Bilder vom Mauerbau bis zum Mauerfall". Am Rande findet noch Thomas Brussigs Roman "Am kürzeren Ende der Sonnenallee" kurz Erwähnung.
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In Europa gedruckt, in Weimar gesammelt : die herzogliche Inkunabelsammlung
(2008)
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Eva Raffel
- Die Sammelleidenschaft der Weimarer Herzöge richtete sich auf alles, was alt, selten, schön und teuer war. Das gilt natürlich auch für die Herzogliche Bibliothek und innerhalb des Bestandes für die Inkunabelsammlung. Besonders spiegelt sich in der Zusammensetzung dieses kostbaren Bestandes die Italienseligkeit Weimars im 18. und 19. Jahrhundert wider, aber nicht nur. Zwar stammen mehr als vierzig Prozent der Drucke aus italienischen Offizinen; wir finden aber auch Erzeugnisse aus Druckerwerkstätten des übrigen Europa im Inkunabelbestand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Deswegen soll die Sammlung kurz vorgestellt werden, bevor vor allem die Herkunfts- und Besitzgeschichte der Inkunabeln, das heißt, ihre jeweilige Provenienz, näher betrachtet wird. Dabei werden sowohl größere Sammlungen, die in die Bibliothek Eingang gefunden haben, als Ganzes behandelt, als auch Einzelstücke mit besonders spannender Historie im wahrsten Sinn des Wortes unter die Lupe genommen. Manchem Besitzeintrag lässt sich wirklich nur mit einer solchen und unter zusätzlicher Verwendung einer Schwarzlichtlampe auf die Spur kommen. Zuvor jedoch etwas zum Begriff der Inkunabel und zu seiner zeitlichen Eingrenzung.
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Marsyas - Zeitschrift und Pathosformel des Expressionismus
(2006)
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Ursula Renner
- In "Marsyas - Zeitschrift und Pathosformel des Expressionismus" wird auf ein spätexpressionistisches Zeitschriftenprojekt Theodor Taggers (i.e.Ferdinand Bruckner) eingegangen. Die zweimonatlich erscheinende „Marsyas“ ist ein kurzlebiger (1917-1919) Versuch, kulturpolitisch zu wirken und „eine anlagebereite Klientel für bibliophile Projekte zu gewinnen.“ Den Ausführungen zu Tagger und der Rezeption seiner Zeitschrift folgen ausgewählte Tagebucheinträge Theodor Taggers.
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Gefahr des vollen Herzens : Friedrich Leopold Stolberg zwischen Hainbund und Konversion
(2002)
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Gert Theile
- Thema ist [...] die Ambivalenz jenes Gefühlshaushaltes, über den auch Stolber im Zuge des "selbstkritisch gewordenen Emotionalismus des achtzehnten Jahrhunderts" nicht nur im Stil der Zeit über "Empfindung" und "Empfindelei" poetisch zu Gericht sitzt, sondern ihn bis an den Rand der psychischen Erschöpfung treiben wird.