Diskussionspapiere des Instituts für Medizinische Soziologie
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- 2011, 3
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Die ökonomische Neuvermessung des Sozialen : eine postpositivistische Interpretation der Formierung sozialer Ungleichheitslagen, sozialpolitischer Konfliktfelder und (post-)neoliberaler Wohlfahrtsstaatlichkeit im flexiblen Kapitalismus
(2011)
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Kai Mosebach
- Das Thema dieses Diskussionspapiers ist die Ökonomisierung des Sozialen. Methodisch
handelt es sich um eine metatheoretische Analyse, der gleichzeitig theoretische wie empirische
und normative Erkenntnisinteressen zugrunde liegen. Die vergleichende Analyse
von Diskurspositionen über gesellschaftliche Transformationsprozesse zeigt dabei, dass
sich die objektiven Anforderungsstrukturen und subjektiven Bewältigungsstrukturen im
Umbruch befinden. Die drei ausgewählten Diskurspositionen werden dabei auf theoretische
Fundierung, empirische Validierung und normative Implikationen hin untersucht. Die
divergierenden theoretischen wie empirischen Bezüge bilden mit den normativ-politischen
Positionen weitgehend kohärente Diskurspositionen. Der postpositivistische Theorienvergleich
zeigt ein Bild sich theoretisch, empirisch und normativ ergänzender (wissenschaftlicher)
Narrative, die belegen, dass die Sozialwissenschaf(en) nicht wertneutral berichten,
sondern selbst politische Akteure sui generis sind und am Zeichnen des Bildes dessen,
was sie untersuchen, aktiv partizipieren.
- 2011, 2
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Plagiarismus in der Medizin? : Globale Probleme, internationale Erfahrungen und lokale Strategien zur Plagiatsprävention in der Humanmedizin
(2011)
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Kai Mosebach
Melanie Schnee
Florian Grikscheit
Maren Siepmann
Omid Yousefi
- Plagiarismus in der Medizin wird im Ausland im letzten Jahrzehnt zunehmend erforscht,
nicht so in Deutschland. Prominente Plagiatsfälle auch außerhalb der Medizin stellen darüber
hinaus grundlegende Fragen an die Qualität von Wissenschaft. Plagiarismus und
unethisches Verhalten in der Wissenschaft werden in diesem Arbeitspapier im Kontext
des grundlegenden institutionell-organisatorischen Wandels des Wissenschafts- und
Hochschulsystems durch die Übertragung von Konzepten des New Public Management
(NPM) auf die Governance des Hochschul- und Wissenschaftssystems diskutiert. Möglichkeiten
und Grenzen verschiedener Strategien zum Umgang mit Plagiarismus werden
vorgestellt. Dabei wird insbesondere auf die Verwendung von Plagiats-Software eingegangen.
Die Verwendung einer Software-Lösung im Fachbereich Humanmedizin wird aus
verschiedenen Gründen kritisch eingeschätzt. Erste Ergebnisse aus einer empirischen
Studie zum Plagiarismus von Studierenden zeigen ebenfalls, dass der Prävention von
Plagiaten durch Aufklärung und Ausbildung mehr Beachtung geschenkt werden muss. Auf
Grundlage der theoretischen Überlegungen, Recherchen und der eigenen empirischen
Erhebungen werden Bausteine für einen systematischen Umgang mit Plagiarismus für die
Hochschulmedizin entwickelt.
- 2011, 1
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Zur Kommerzialisierung der Krankenversorgung - solidarische Alternativen sind möglich!
(2011)
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Hans-Ulrich Deppe
- Das vorliegende Diskussionspapier ist die erweiterte and aktualisierte Fassung des
Kapitels „Neoliberalismus und Arzt-Patient-Beziehung“ meines Buches „Zur sozialen
Anatomie des Gesundheitswesens. Neoliberalismus und Gesundheitspolitik in
Deutschland“ (Frankfurt 2005). Es geht dabei um die Ökonomisierung bzw.
Kommerzialisierung eines sozialen Bereiches, der davor lange Zeit verschont wurde. Der
Einfluss von Markt und Wettbewerb auf die Arzt-Patient- Beziehung werden beschrieben
und analysiert sowie auf daraus folgende wichtige Veränderungen hingewiesen. Dabei
zeigt sich, dass der Patient zunehmend zum Kunden wird und der Arzt immer intensiver
unternehmerisch zu denken hat. Der Ermessensspielraum für ärztliche Entscheidungen,
von Indikationsstellungen und therapeutischen Interventionen, werden davon nicht
unerheblich berührt. Daraus ergeben sich ethische Aspekte, die schon vor einigen
Jahrzehnten von der „kritischen Medizin“ beklagt wurden. Gesundheit wird hier als
Menschenrecht gesehen. Als Gegenmodell zur um sich greifenden Kommerzialisierung
gelten neue Formen der Versorgung, die auf der Basis von Solidarität beruhen.