TY - CHAP A1 - Troebst, Stefan A2 - Andronikashvili, Zaal A2 - Weigel, Sigrid T1 - Tidal Eastern Europe : die pulsierende Staatenlandkarte Ostmitteleuropas (1000−2000) T2 - Grundordnungen : Geographie, Religion und Gesetz / Zaal Andronikashvili ; Sigrid Weigel (Hg.) N2 - In seinem in mehrfacher Hinsicht gewichtigen Buch 'Europe. A History' hat der Oxforder Polen-Historiker Norman Davies 1996 die Formulierung eines "'tidal Europe', whose frontiers ebb and flow", geprägt, eines Europas also, dessen Fläche der Tidenhub beziehungsweise die etymologisch ja verwandte Zeit mal größer, mal kleiner werden läßt. Das ist eine Metapher, die sich gewinnbringend auch und gerade auf das östliche Europa anwenden lässt, hier vor allem auf den Teil, der seit 1918 mit dem politischen Begriff "Zwischeneuropa" belegt wurde - einem Neologismus, der sodann in der Wissenschaftssprache zu "Ostmitteleuropa" gerann. [...] In den folgenden Ausführungen soll lediglich auf zwei Dinge hingewiesen werden: Erstens, nicht die einzelnen Merkmale, sondern ihre Kombination macht die Spezifik der Region aus. Libertäre Ständegesellschaften, ethnokonfessionelle Pluralität und Großmachtdominanz finden sich in der Neuzeit nicht nur im historischen Polen und Ungarn, sondern auch in anderen Teilen Europas. Aber in Kombination mit Magdeburger Recht, Sprachnationalismus und politischer Dissidenz entsteht eben doch eine historisch ganz besondere und damit "kartierbare" Mischung, eine ostmitteleuropäische "Grundordnung". Zweitens, auch hier ist das Spezifische nicht ohne ein abgrenzbares und andersartiges Umfeld denkbar: Die eine Geschichtsregion ist daher nur im Kontext anderer - benachbarter oder weiter entfernter - zu fassen. KW - Ostmitteleuropa KW - Staatsgrenze KW - Staatsgebiet KW - Rechtskultur KW - Nationenbildung Y1 - 2016 UR - http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/41904 UR - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hebis:30:3-419043 SN - 978-3-86599-152−2 SP - 213 EP - 229 PB - Kulturverlag Kadmos CY - Berlin ER -