TY - JOUR A1 - Unger, Christoph A1 - Klaus, Siegfried T1 - Bildung fester Winternutzungszentren von umgesiedelten russischen Auerhühnern in Thüringen T2 - Osnabrücker naturwissenschaftliche Mitteilungen : Veröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen Vereins Osnabrück N2 - Von 1999 bis 2003 wurden im Thüringer Schiefergebirge im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für den Bau des Pumpspeicherwerkes Goldisthal und der Talsperre Leibis 145 „Wildfang – Auerhühner“ aus Russland (Raum Jaroslawl – Kostroma) umgesiedelt. Überdies wurden Habitatverbesserungen in den Lebensräumen vorgenommen. Das Überleben unter harten winterlichen Bedingungen erfordert von Tieren sowohl physiologische Anpassungen als auch Anpassungen des Verhaltens. Auerhühner ernähren sich im Winter ausschließlich von Koniferennadeln (Pinus silvestris) - einer extrem energiearmen Nahrung. Die umgesiedelten Auerhühner bevorzugten in Thüringen die Kiefer als Schlaf – und Nahrungsbaum. In den Wintern 2001/02 bis 2004/05 wurden mehr als 140 Nahrungs- und Schlafbäume von den umgesiedelten russischen Auerhühnern untersucht. Es zeigte sich, dass die Vögel schon im ersten Winter nach der Freilassung die Nutzungszentren der erloschenen autochthonen Population fanden und nutzten. Alle vier Standorte wurden von den umgesiedelten Auerhühnern jeden Winter aufgesucht. 49 % der Nahrungs – und Schlafbäume wurden jeden Winter wieder genutzt. Die Vögel zeigten also eine Vorliebe für bestimmte Bäume. Sie erschlossen sich den neuen Lebensraum schnell und entwickelten in den vier Untersuchungsjahren feste Gewohnheiten. N2 - As compensation for damaging capercaillie Tetrao urogallus habitat in Thuringia, eastern Germany, by two newly built reservoirs, an electric power company was required for both habitat improvement in the area surrounding the dam and for a translocation experiment to supplement a small remnant population of capercaillies. Capercaillies were caught in autumn near Yaroslavl and Kostroma, 400 - 600 km NE of Moscow, central Russia. 145 birds had been released between 1999 and 2003. To survive in harsh winter conditions, animals must make behavioural and physiological adaptations. The capercaillie feeds in winter on conifer needles, a superabundant but low – energy resource. Capercaillie strongly selected pine trees Pinus silvestris for nocturnal roosting and feeding. In Winters 2001/02 to 2004/05 we studied night roost and feeding tree selection. More than 140 trees had been observed. The released birds used the traditional sites of the extinct population in the release area after short time. The capercaillies always returned in winter to all four sites. Of all the trees used for nocturnal roosting and feeding 49 % had been used each winter. The birds settled rapidly in the new habitat. Within the four years they developed confirmed habits. KW - Capercaillie KW - sleeping trees KW - tradition KW - Thuringia Y1 - 2009 UR - http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/22038 UR - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hebis:30-109715 SN - 0340-4781 VL - 35 SP - 281 EP - 285 PB - Museum am Schölerberg Natur und Umwelt CY - Osnabrück ER -