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Fundmeldungen : Neufunde, Bestätigungen, Verluste
(2008)
- Fundmeldungen in Band 21 von Botanik und Naturschutz in Hessen
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Buchbesprechungen aus Botanik und Naturschutz in Hessen Bd. 21
(2008)
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Karl-Heinz Lenker
Detlef Mahn
Christian Printzen
Thomas Gregor
- Folgende Publikationen werden rezensiert:
Bohn & Schniotalle: Rotes Moor,
Bundesamt für Naturschutz: Daten zur Natur 2008,
Cezanne & al.: Flechten des Odenwaldes,
Düll & Düll-Wunder: Moose einfach und sicher bestimmen,
Eggenberg & Möhl: Flora Vegetativa,
Gerken & al.: Hutelandschaftspflege,
Gerken & Sparwasser: Hutelandschaftspflege,
Götte: Flora im östlichen Sauerland,
Meinunger & Schröder: Verbreitungsatlas Moose
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Der Eschen-Ahorn (Acer negundo) am nördlichen Oberrhein.
Beitrag zur naturschutzfachlichen Einschätzung eines Neophyten
(2008)
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Ralph Baumgärtel
- Der Eschen-Ahorn (Acer negundo) hat in Mitteleuropa seinen Verbreitungsschwerpunkt
an der Donau unterstrom von Wien sowie am Nördlichen Oberrhein,
am Mittel- und Niederrhein. A. negundo zeichnet sich durch eine hohe Überflutungstoleranz
aus, seine Samen weisen gegenüber den Diasporen von Weiden und Pappeln
eine wesentlich längere Keimfähigkeit auf. Dadurch ist die Art in der Lage, offene
Standorte in dynamischen Systemen über einen langen Zeitraum zu besiedeln und einheimische
Gehölze zu verdrängen. Eine Bekämpfung der Art in Auenschutzgebieten
wird empfohlen.
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Der Nordische Augentrost (Euphrasia frigida) in Hessen
(2008)
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Klaus Hemm
Stefan Huck
Karl-Peter Buttler
Heinz Kalheber
- Der Nordische Augentrost (Euphrasia frigida) ist eine boreal-montane
Art, die einige vom Hauptareal abgesetzte Vorposten in deutschen Mittelgebirgen
besitzt, wo sie extensiv genutztes, in der Regel ungedüngtes Grünland besiedelt. Aus den
hessischen Mittelgebirgen lagen neuere Nachweise nur aus dem nördlichen Spessart vor
(vier Populationen). Im Rahmen des Artenhilfsprogramms (und außerdem bei zwei FFHGrunddatenerfassungen)
konnten sechs weitere Spessart-Vorkommen festgestellt werden.
Hinweise auf ein kleines Vorkommen im Hochtaunus (Neufund für den Naturraum)
konnten bestätigt werden. Die Nachsuche an ehemaligen Wuchsorten im Vogelsberg, wo
die Art bis in die 1970er Jahre vorkam, verlief hingegen durchweg erfolglos; allerdings
gelang auch hier der Neufund einer kleinen Population. Auch im hessischen Teil der
Hohen Rhön gelang inzwischen ein Erstnachweis (siehe Barth 2008).
Insgesamt liegt mehr als die Hälfte aller bekannten deutschen Fundorte in Hessen.
Dem Land kommt daher eine besondere Verantwortung für die Erhaltung der Art zu.
Hauptgefährdungsursachen für die Art sind Nutzungsintensivierung (Düngung, zu früher
Mahdtermin) und Nutzungsaufgabe sowie die Aufforstung von Grenzertragsgrünland.
Die Erhaltung der Art ist am besten durch vertraglich vereinbarte extensive Grünlandnutzung
(Verzicht auf Düngung, Mahd nicht vor Anfang Juli) zu gewährleisten.
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Das Badener Rispengras (Poa badensis) in Hessen
(2008)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
- Das Badener Rispengras (Poa badensis) hat als Relikt der nacheiszeitlichen
Wärmeperiode mit seiner Bindung an karbonatreiche Böden seit jeher nur
wenige geeignete Wuchsbereiche in Hessen. Vom ehemals besiedelten Raum im Oberrheingebiet
ist nur noch das Darmstädter Gebiet geblieben. Dort konnte die Art im Sommer
2007 noch an insgesamt zwölf Lokalitäten auf etwa ¼ Hektar Gesamtfläche nachgewiesen
werden. Mehr als 80 % aller Individuen finden sich in nur einem Naturschutzgebiet.
Neuansiedlungen der stark gefährdeten Arten sind möglich, müssen jedoch durch
gezielte Maßnahmen unterstützt werden.
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Der Efeublättrige Hahnenfuß (Ranunculus hederaceus) in Hessen
(2008)
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Brigitte Emmi Frahm-Jaudes
Sonja Maiweg
- Der Efeublättrige Hahnenfuß (Ranunculus hederaceus L.) ist eine
Rarität in Mitteleuropa. Er wurde in Hessen in der Vergangenheit an rund 60 Orten
beobachtet. Die Art ist inzwischen sehr selten geworden und wurde in den letzten 20
Jahren an nur elf Standorten gefunden. In den Jahren 2006 beziehungsweise 2007 konnte
sie lediglich an sieben Stellen wiedergefunden werden. Der heutige Verbreitungsschwerpunkt
in Hessen liegt im Reinhardswald.
Als typische Standorte wurden zertretene Quellen in Viehweiden und vegetationsarme
Gräben ermittelt. Die Kombination aus Offenböden und konstantem (Quell-)Wasserzufluss
scheint ausschlaggebend für eine Besiedelung mit dem Efeublättrigen Hahnenfuß in Hessen
zu sein. Bei ungestörter Sukzession verschwindet der konkurrenzschwache Schlammkriecher
rasch. Mechanische Eingriffe wie Viehtritt und Grabenräumung erhalten die
Standorte der Art. Neben diesen anthropo- und anthropozoogen beeinflussten Standorten
wurde die Art in einer naturnahen Limnokrene erfasst.
Zum Erhalt beziehungsweise der Förderung der Art werden die Wiederherstellung
beziehungsweise Beibehaltung der Beweidung von Quellstandorten und die regelmäßige
Räumung von Gräben, die der Efeublättrige Hahnenfuß besiedelte, als unbedingt erforderlich
erachtet.
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Die Sand-Radmelde (Bassia laniflora) in Hessen
(2008)
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Sylvain Hodvina
Rainer Cezanne
- Die Sand-Radmelde (Bassia laniflora) gehört zu den Pflanzenarten
in Deutschland, die seit je her nur ein eng umgrenztes Gebiet besiedelt haben und nur im
nördlichen Oberrheingebiet vorgekommen sind. Gegenstand der im Jahre 2007 durchgeführten
Untersuchungen war die Erfassung aller noch verbliebenen Wuchsorte und die
Abschätzung der dort vorhandenen Individuen. Insgesamt konnte die Sand-Radmelde
noch an zehn Lokalitäten mit zusammen knapp 1 ha Fläche nachgewiesen werden. Mehr
als 99 % aller Individuen fanden sich in nur zwei Schutzgebieten in Darmstadt-Eberstadt.
In Anbetracht der nur noch geringen Vorkommen auf den übrigen Flächen sowie
den ebenfalls individuenschwachen Restvorkommen in Rheinland-Pfalz und Baden-
Württemberg kommt diesen beiden Naturschutzgebieten eine herausragende Bedeutung
für den Erhalt der Sand-Radmelde in Deutschland zu.