Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen, Band 18 (1992)
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Das Eem-Interglazial von Buer bei Melle/Osnabrück
(1992)
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Klaus Dieter Meyer
Klaus Jürgen Meyer
- In einer Sandgrube östlich des Ortes Buer fand sich eine knapp 2 m mächtige
Schichtfolge aus Torf, Mudde und humosem Schluff, unterlagert von Beckenschluff, Geschiebelehm
und kieshaitigen Schmelzwassersanden aus dem Orenthe-Stadium der Saale-Kaltzeit.
Überlagert werden die organischen Schichten von Beckenschluff und Lößlehm der Weichsel-
Kaltzeit.
Die pollenanalytischen Ergebnisse zeigen, daß die 30 cm mächtige Torfschicht im Hangenden
des Beckenschluffs mit Sicherheit in das frühe Eem-Interglazial zu stellen.tst, Die typischen
Pollenabschnitte liegen in sehr komprimierter Form vor, lassen aber gleichwohl die kontinuierliche
Abfolge der charakteristischen Waldzeiten erkennen. Besonders bemerkenswert sind die im
Vergleich zu anderen Eem-Vorkommen des norddeutschen Flachlandes hohen Ulmen-Werte.
Wegen seiner vegetationsgeschichtlichen Besonderheiten und da das Profil das einzige in einem
Tagesaufschluß zugängliche Eem-Interglazial-Vorkommen Niedersachsens ist, wurde beantragt,
es als geologisches Naturdenkmal unter Naturschutz zu stellen.
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Über drei im Landkreis Osnabrück neu beobachtete Blütenpflanzenarten sowie einige weitere bemerkenswerte floristische Funde
(1992)
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Hans Georg Wagner
- Drei im Landkreis Osnabrück erstmalig beobachtete Blütenpflanzenarten,
Cerastium brachypetalum PERS. ssp. brachypetalum, Cerastium glutinosum FRIES und Ranunculus
polyanthemophyllus W. Koca & H. HESS werden vorgestellt. Darüber hinaus werden
Fundorte weiterer bemerkenswerter Farn- und Blütenpflanzen aufgelistet.
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Ergänzungen zum Verzeichnis der für die Westfälische Bucht, das Emsland und den Landkreis Osnabrück nachgewiesenen Wanzenarten (Heteroptera)
(1992)
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Karl Georg Bernhardt
- Im Untersuchungsraum Osnabrücker Land, Westfälische Tieflandsbucht, Tecklenburger Land und Emsland wurde die Wanzenfauna untersucht. Die vorliegende Faunistik enthält Ergänzungen aus den Jahren 1989-1992.
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Eine Neubewertung des Erdbebens vom 3. September 1770 bei Alfhausen (Niedersachsen)
(1992)
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Rudolf Meier
Gottfried Grünthal
- Am 3. September 1770 fand bei Alfhausen im westlichen Niedersachsen ein
Erdbeben statt. In der wissenschaftlichen Literatur wird es erstmals von SIEBERG(1940) erwähnt.
Eine erste Abschätzung seiner Maximalintensität erfolgte durch AHoRNERu. a. (1970) mit I = VII
(MSK). Danach würde das Erdbeben von Alfhausen zu den stärksten nachweisbaren seismischen
Ereignissen im Norddeutschen Tiefland gehören. SIEBERG,der Ausgangspunkt für bisherige
Intensitätsabschätzungen ist, gibt über die Herkunft der Quellen, die seiner Information
zugrunde liegen, keine Auskunft. MEIER& GRÜNTHALfanden ein zeitgenössisches Dokument, das
kurze Zeit nach dem Ereignis vom 3. September 1770 niedergeschrieben und am 3. November
1770 in: "Nützlicher Beylagen zum Osnabrückischen Intelligenz Blate" veröffentlicht wurde. Der
Autor unterzeichnete seinen Artikel mit den Initialen J. H. B. P. (P in Antiqua), die mit Hilfe des
Niedersächsischen Staatsarchivs in Osnabrück als J. H. BUCK,evangelischer Pastor von Neuenkirchen,
identifiziert werden konnten.
Die Aufzeichnungen von BUCKenthalten eine recht genaue Beschreibung der makroseismischen
Erscheinungen des Alfhausen-Ereignisses. Ihre Analyse erlaubt, eine Neubewertung dieses
Erdbebens und ermöglicht, die Angaben von SIEBERG(1940) und die darauf fußenden nachfolgenden
Abschätzungen zu überprüfen. Die Ergebnisse der Analyse werden mitgeteilt, der seismologische
Befund in den regionalgeologischen Rahmen eingeordnet und die mögliche Ursache
für das Beben kurz dargestellt.
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Ein neuer Fund von Eskimo-Brachvögeln Numenius borealis (FORSTER, 1772) in der Bundesrepublik Deutschland
(1992)
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Przemyslaw Chylarecki
Rainer Ehrnsberger
Jacek Dabert
- Es wird von einem Fund von 2 adulten Eskimo-Brachvögeln (1 Weibchen, 1
Männchen) in der alten ornithologischen Sammlung des Museums am Schölerberg - Natur und
Umwelt in Osnabrück berichtet. In den Museen der Bundesrepublik sind insgesamt 18 Eskimo-
Brachvögel vorhanden.
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Artenzusammensetzung und Sukzession in einem anthropogenen Flachsee am Beispiel des Alfsees
(1992)
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Michael Groth
Jens Poltz
Ahlert Schmidt
- Seit seiner Inbetriebnahme 1982 vollzieht sich im Alfsee eine kontinuierliche
Umbesetzung in der Artenzusammensetzung. Auffälligste Änderung ist die seit 1986 fehlende
Unterwasser-Vegetation, mit weitreichenden Auswirkungen auf die Benthos- und Planktongemeinschaft.
Untersuchungen im Rahmen einer Diplomarbeit von April bis Dezember 1991 zeigen,
daß Zooplankton und -benthos im Vergleich zu früheren Untersuchungen (ELGERet al. 1987,
KOSTE& POLTZ1987) an Arten und zahlenmäßig ärmer geworden sind. Das Phytoplankton bleibt
im gesamten Zeitraum in seiner Artenzusammensetzung gleich, zeigt sich aber in seiner Sukzession
abhängig von Sichttiefe, P/N-Verhältnissen und Silikatversorgung.