Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen, Band 11 (1984)
13 search hits
-
Anatomie des Verdauungstraktes der Rhagidiidae (Acari, Trombidiformes)
(1984)
-
Rainer Ehrnsberger
- Die Rhagidien ernähren sich von kleinen weichhäutigen Arthropoden. Der Verdauungstrakt
besteht aus folgenden Abschnitten: Oesophagus, Pharynx, Ventrikel mit Caecen,
Colon, Postcolon und Rectum. Der Ventrikel ist nicht blind geschlossen sondern mit dem Colon
verbunden. Nach der Resorption im Ventrikel sammeln sich die mit Zellfaeces beladenen ExkretzeIlen
sowie unverdauliche Nahrungsreste aus dem Beutetier und dessen Exkrete zu einem
Pfropf, der in den »Exkretionsdarm« übertritt. Dieser ist durch einen Sphinkter in ein Colon und
Postcolon unterteilt, wodurch am lebenden Tier 2 hintereinanderliegende »Kotballen« zu sehen
sind. Nur im Postcolon findet die Bildung von Exkreten statt. An den Exkretionsdarm schließt das
ektodermale Rectum an. Der als ursprünglich anzusehende Verdauungstrakt der Rhagidien läßt
sich mit dem der Sarcoptiformes homologisieren. Es wird der Versuch unternommen, eine Entwicklungsreihe
des Verdauungstraktes für die Prostigmata aufzustellen. Anhand unterschiedlicher
Ausgestaltung des Exkretionsdarmes bei verschiedenen trombidiformen Milben wird eine
Hypothese aufgestellt, wie es morphologisch zu der möglicherweise vorhandenen Abtrennung
des »Exkretlonsorqans« bei einigen Milben gekommen sein könnte. Der blind geschlossene
Mitteldarm kann nicht mehr uneingeschränkt als kennzeichnendes Merkmal der Trombidiformes
angesehen werden.
-
Über die Rädertiere (Rotatoria, Phylum Aschelminthes) des Dümmers, NW-Deutschland
(1984)
-
Walter Koste
Jens Poltz
- Vom 3. 11. 1982 bis zum 17. Juli 1984 wurden in mehrwöchigen Abständen aus
dem Litoral am NW-Ufer und Ostufer und in vier Freiwasserbereichen des Dümmers 11 Probenserien
entnommen und auf ihren Rotatorienbestand hin geprüft. Es wurden insgesamt 95
Rädei1ier-Species gefunden. Das Untersuchungsergebnis wurde mit den von PERNER-MANEGOLD
(1952) vorgelegten Listen, die insgesamt 32 Arten enthielten, verglichen. Davon konnten nur
noch 25 aufgefunden werden. Bei den vermißten Rädertieren handelt es sich um Organismen,
die Ansprüche an ein xeno- bis oligosaprobes Milieu stellen (Notholca foliacea, Ploesoma truncata,
Conochilus hippocrepis, Euchlanis triquetra, Platyias quadricornis, Keratella testudo,
Polyarthra minor).
Die 70 neuen Rotatorien leben meist in den Dekompositionszonen über abgestorbenen Makrophyten,
aber auch im Periphyton der im See nach der Eindeichung noch erhaltenen submersen
Pflanzenwelt, u. a. Scirpus-lacustris-Horste, Nymphea-alba- und Nuphar-luteum-Bestände.
Synchron mit den Probenentnahmen wurden einige abiotische ökologische Daten gemessen,
die auch bei den Einzelbesprechungen von 14 Species zur Beschreibung ihrer ökologischen
Ansprüche Verwendung finden.
Die Extreme im Jahresgang waren für Sauerstoff: 2.4 mg/I (Juli 1983) und 28.5 mg/I (Juni 1984);
für die Wassertemperatur: 10 C (Januar, Februar, März 1984) und 280 C (Juli 1983).
-
Die Vegetation des Naturschutzgebietes Feldungel-See bei Bramsche und ihre Veränderung seit Unterschutzstellung im Jahre 1932
(1984)
-
Eva-Maria Wahmhoff
- 1981 wurde eine vegetationskundliche und hydrobiologische Untersuchung des
Naturschutzgebietes (NSG) Feldungel-See, ca. 4 km östlich der Stadt Bramsche, Landkreis
Osnabrück, durchgeführt, um den derzeitigen Zustand zu dokumentieren und die Veränderungen
seit der UnterschutzsteIlung zu erfassen.
Mit einem Gesamtphosphatgehalt von 0,3 mg/l und einem Nitratgehalt von 2-5 mg/l ist der
Feldungel-See als eutrophes Gewässer einzustufen. Von den zur Zeit der UnterschutzsteIlung
vollständig vorhandenen Verlandungsgesellschaften sind heute einige verschwunden oder teilweise
stark degeneriert. Insgesamt ist das Erlöschen von 24 Arten belegt; allein 15 davon werden
in der "Roten Liste" der Gefäßpflanzen Niedersachsens geführt. Weitere 10 Arten sind in starkem
Rückgang begriffen. Als Ursache für die Verarmung der Flora sind Absenkungen des Grundwasserspiegels
um über 50 cm, Einwirkungen aus landwirtschaftlich genutzten Nachbarflächen,
insbesondere der Nährstoffeintrag, und die Erholungsnutzung des Gebietes verantwortlich. Zum
Schutz der verbliebenen Naturwerte werden verschiedene Maßnahmen diskutiert.
-
Die Wassergüte des Goldbaches bei Hagen am Teutoburger Wald in seinem Oberlauf und in einem seiner Zuflüsse im Jahr 1982
(1984)
-
Richard Binkowski
Maria Hoffmeister
Walter Hoffmeister
- Es wurde versucht, die Wassergüte des Goldbaches, der durch gewerblich
genutzte Fischteiche in seinem ursprünglichen Zustand gestört ist, an. ausgesuchten Stellen zu
überprüfen. Gleichzeitig sollte festgestellt werden, ob die genannten Fischteiche die Wasserqualität
beeinflussen. Die Wassergüte ist biologisch durch die vorgefundenen Algen und Makroorganismen
errechnet worden. Ein Zufluß des Goldbaches wurde ebenfalls überprüft. Die Untersuchungen
sind durch hydrochemische und -physikalische Daten begleitet worden.
-
Wetter und Klima in Osnabrück. Zwei Übersichten
(1984)
-
Günter Schmidt
- Dr. MARTIN RÖTSCHKE,der damalige Leiter des Deutschen Wetterdienstes in Osnabrück,
hat in Band 33 der "Veröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen Vereins
Osnabrück" und in "Der Landkreis Osnabrück", herausgegeben 1971 im Auftrage des
Landkreises Osnabrück von HANS-JOACHIM BEHR, das "Klima und Wetter" in Stadt und
Kreis Osnabrück dargestellt.
Diese Arbeiten waren Februar bzw. August 1970 abgeschlossen.
-
Die geologischen Ergebnisse von sechs Bohrungen am Silberberg bei Hagen a.T.W.
(1984)
-
Franz Jürgen Harms
- Durch sechs Bohrungen am S-Hang des Silberberges wurde der südliche Rand
der "Silberberg-Großheide-Scholle" geologisch untersucht. Die Ergebnisse bestätigen im
wesentlichen das von NIENHAUS (1953), LOTZE (1953), KELLER (1974) und HARMS (1981) gegebene
Bild über den geologischen Aufbau dieses Gebietes: Die aus Zechstein- und Trias-Gesteinen
aufgebaute Silberberg-Großheide-Scholieliegt schlüsselförmigauf einer geschlossenen Unterlage
aus Jura-Tonstein.
-
Neue Ergebnisse zur stratigraphischen Stellung und geographischen Verbreitung der "Rothenfelder Grünsande" (Turbidite) und der submarinen Großgleitung von Halle/Westfalen
(1984)
-
Ulrich Kaplan
Manfred Best
- Die im Gebiet des mittleren Teutoburger Waldes auftretenden Sedimentationsanomalien
der turbiditischen "Rothenfelder Grünsande" und der "submarinen Großgleitung im
Raum Halle" werden in das Ober-Turon gestellt und feinstratigraphisch neu gedeutet. Dabei
können die "Rothenfelder Grünsande" erstmals mit einer Lage im Steinbruch Foerth, Halle/
Westf., nachgewiesen werden. Unbekannt war auch bisher das Vorkommen einer submarinen
Gleitung im Steinbruch Anneliese, Bad Laer, in der ein weiterer Turbidit eingeschaltet ist.
Die turbiditischen Rothenfelder Grünsande gehören lithostratigraphisch in die hohe "Untere
Plänerkalk-Einheit (Iower limestone unit)" (ERNST& WOOD& RASEMANN 1984), biostratigraphisch in
die untere Subprionocyclus normalis - Ammonitenzone und in die untere Inoceramus aff. frechi
& Inoceramus cf. websteri - Inoceramen-Faunenzone. Eventstratigraphisch sind sie durch ihre
Lage von einigen Metern über dem Tuff F und dem Micraster-Event gekennzeichnet.
Die Untergrenzen der submarinen Gleitungen von HalielWestf. und vom Steinbruch Anneliese,
Bad Laer, befinden sich lithostratigraphisch in der "Grauweißen Wechselfolge" (WOOD& ERNST&
RASEMANN 1984). Im Steinbruch Foerth, HalLe/Westf., liegt die Basis der submarinen Gleitungen
nur knapp über dem Beginn der Grauweißen Wechselfolge. In den verrutschten Gesteinsmassen
läßt sich eine stratigraphische Abfolge vom hohen Ober-Turon bis in das Mittel-Coniac erkennen.
Die Basis der submarinen Gleitung von Bad Laer liegt einige Meter höher als in HalielWestf. Ihre
Mächtigkeit beträgt nur 5 m im Gegensatz zu der weit über 100 m mächtigen Rutschung von
Halle/Westf.
-
Beobachtungen an pleistozänen Sedimenten in der Gemeinde Beim
(1984)
-
Rolf Thöle
- Es werden einige Aufschlüsse auf dem Sonnenkamp in der Gemeinde Beim, 5
km östlich Osnabrück, beschrieben. Sie lassen erkennen, daß der drenthestadiale Vorstoß des
Osnabrücker Gletschers hier eine lokale West-Ost-Richtung hatte. Zugleich lassen sie das Oszillieren
einer Eisrandlage vermuten, die mit der Geschiebe-Akkumulation am Gattberg in Verbindung
steht.
-
Das Phytoplankton des Dümmers (1982/1983)
(1984)
-
Udo Noack
- Im Zeitraum von März 1982 bis März 1983 wurde das Phytoplankton im Dümmer
erfaßt. Dieser hoch eutrophierte Flachsee zeichnete sich durch ausgeprägte .Alqenblüten" im
Frühjahr und im Herbst aus. Ganzjährig präsent war ein Mischplankton, das sich aus Arten der
Gattungen Scenedesmus, Pediastrum, Synedra, Cyclotella und Stephanodiscus zusammensetzte.
Die hohen Zelldichten spiegeln den polytrophen Zustand des Dümmers wider.
-
Weitere Brutnachweise und brutzeitliche Beobachtungen des Waldbaumläufers (Certhia familiaris L.) im Kreis Osnabrück
(1984)
-
Herbert Zucchi
- Im Kreis Osnabrück wurden in den Jahren 1980 bis 1984 9 Brutnachweise des
Waldbaumläufers (Certhia familiaris) sowie 10 weitere brutzeitliche Beobachtungen in verschiedenen
Gebieten des Flach- und Hügel- bzw. Berglandes geführt. Die Art tritt als mäßiger, aber
regelmäßiger Brutvogel auf. Dabei ist davon auszugehen, daß eine systematische Kartierung
umfassendere Ergebnisse bringen würde.