Schmauchgasanalyse mit dem Mikrosensorsystem DL 1000

  • Im Jahr 2006 kam es in Deutschland lt. der Polizeilichen Kriminalstatistik zu 4584 illegalen Schusswaffeneinsätzen. Daher ist die Entwicklung verbesserter technischer Untersuchungsverfahren die zu einer Aufklärung dieser Straftaten beitragen könnten vordringlich. Mikrosensorsysteme wie der DL 1000 bieten die Möglichkeit die Abbrandgase/Schmauchgase verschiedener Munitionstypen zu analysieren und mit Hilfe eines neuronalen Netzes zu unterscheiden. Zunächst wurden 2000 Treibsätze von 10 verschiedenen Munitionstypen verbrannt und die Profile in dem neuronalen Netz gespeichert. In einem zweiten Schritt wurden mit jedem Munitionstyp je 2 relative Nahschüsse auf Schweinefüße abgegeben und das olfaktorische Profil des Waffenlaufs und der Einschusswunden analysiert. Bei Analyse der Abbrandgase unbekannter Treibsätze konnte der entsprechende Muntionstyp in ca. 84 % der Fälle identifiziert werden. Während auch die olfaktorische Analyse des Gases im Waffenlauf wenige Minuten nach der Schussabgabe noch zu sehr hohen Wiedererkennungsraten führte, sanken diese an der Einschusswunde deutlich ab. Die Ergebnisse zeigen, dass die Abbrandgase von verschiedenen Munitionstypen mit dem verwendeten Analysesystem mit hoher Sicherheit identifiziert werden können. Der Überlagerung der Abbrandgase durch Körper- oder Fäulnisgasgerüche wird vor allem durch eine Erweiterung der Datenbasis des neuronalen Netzes zu begegnen sein.
  • Since the composition of the powder gas is determined by the chemical composition of the ammunition’s propellant, analysis of the powder gas may provide additional information in crime investigations after killings by firearms if the bullet ist not found at the scene or in the body. The microsensorsystem DL 1000 uses 16 sensors made of heteropolymers which change their conductivity when interacting with aromatic molecules. The resulting graph represents the „olfactoric fingerprint“ of the powder gas. After training the connected neural area network with the fingerprints of ten types of ammunition, pure powder gas was positively identified in nearly 84 % of the cases. Analysing the smell inside the barrel after the shot enabled the identification of six out of ten ammunition types. Analysis of near distance shot wounds (20 cm) led to the identification of four ammunition types, whereas only one ammunition type was identified in shot wounds from a distance of one meter. The study indicates that ammunition can be identified by analysing its powder gas.

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Metadaten
Author:Ricarda Maria Lau
URN:urn:nbn:de:hebis:30-73139
Referee:Hansjürgen Bratzke
Document Type:Doctoral Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2009/12/28
Year of first Publication:2009
Publishing Institution:Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
Granting Institution:Johann Wolfgang Goethe-Universität
Date of final exam:2009/10/15
Release Date:2009/12/28
Note:
Diese Dissertation steht leider (aus urheberrechtlichen Gründen) nicht im Volltext im WWW zur Verfügung, die CD-ROM kann (auch über Fernleihe) bei der UB Frankfurt am Main ausgeliehen werden.
HeBIS-PPN:419531629
Institutes:Medizin / Medizin
Dewey Decimal Classification:6 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 61 Medizin und Gesundheit / 610 Medizin und Gesundheit
Licence (German):License LogoArchivex. zur Lesesaalplatznutzung § 52b UrhG