Bild-Schwund in der Literatur : Goethe, Stifter, Houellebecq

Gibt es das Motiv von Bild-Erscheinung und Bild-Schwund eigentlich auch in der jüngeren Literatur? Und wie gestaltet sich dieser Topos im Medium eines Textes: variierend, ergänzend, konkurrierend? Eva Geulen hat drei Tex
Gibt es das Motiv von Bild-Erscheinung und Bild-Schwund eigentlich auch in der jüngeren Literatur? Und wie gestaltet sich dieser Topos im Medium eines Textes: variierend, ergänzend, konkurrierend? Eva Geulen hat drei Texte ausgesucht, in denen je anders eine überraschende Beobachtung zu Buche schlägt. Während einem nämlich zunächst reihenweise Möglichkeiten des Verschwindens von Bildern in der Literatur einfallen, zeigt sich auf den zweiten Blick, dass es gar nicht so einfach für Bilder ist, in Geschichten (auch: aus der Geschichte) zu verschwinden. Es bleibt oft noch etwas übrig, wenn nicht das Bild, dann die Geschichte seines Verschwindens. Für die Textauswahl war dieses Ineinander von verschwindenden und doch bleibenden, bleibenden und doch verschwindenden Bilder ausschlaggebend. Interessant wird das Verhältnis vor allem unter der Doppelbedingung wachsender Musealisierung einerseits und künstlerischen Verfahren der Moderne andererseits. Während seit dem 19. Jahrhundert immer mehr gesammelt und aufbewahrt wird, beschäftigen sich Kunstwerke spätestens seit Anfang des 20. Jahrhunderts zunehmend mit ihrem eigenen Verschwinden. Fast könnte man meinen, das Glück moderner Kunst sei das Auflösen, Zersetzen, Entstellen und Verschwinden. Die geläufigen Interpretationsmodelle dieses Phänomens erschöpfen sich freilich in der Negation: Das Kunstwerk sage sich von seinen Mythen los, dem Schöpfermythos, dem Meisterwerkmythos, dem Ewigkeitsmythos usw. Das wird spätestens dann fragwürdig, wenn es auf grund technischer Möglichkeiten in der digitalen Welt faktisch immer schwieriger für alles und alle wird, überhaupt zu verschwinden. In dieser doppelten Perspektive erweisen sich die drei Texte von Johann Wolfgang Goethe, Adalbert Stifter und Michel Houellebecq als besonders ergiebig.
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Metadaten
Author:Eva Geulen
URN:urn:nbn:de:hebis:30:3-551012
ISBN:978-3-95808-110-9
ISBN:978-3-95808-047-8
Parent Title (German):Der Vermeer-Sensor : Wertzuschreibung und Werterhaltung von Ding und Kunst in Zeiten der Überfülle
Publisher:Neofelis Verlag
Place of publication:Berlin
Document Type:Article
Language:German
Date of Publication (online):2020/06/30
Year of first Publication:2016
Publishing Institution:Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
Release Date:2020/07/01
SWD-Keyword:Bild <Motiv>; Goethe, Johann Wolfgang von; Houellebecq, Michel; Stifter, Adalbert; Verschwinden <Motiv>; Zerstörung <Motiv>
Pagenumber:12
First Page:124
Last Page:135
HeBIS PPN:46708212X
Dewey Decimal Classification:800 Literatur und Rhetorik
830 Literaturen germanischer Sprachen; Deutsche Literatur
840 Literaturen romanischer Sprachen; Französische Literatur
Sammlungen:GiNDok
CompaRe | Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin
BDSL-Classification:BDSL-Klassifikation: 13.00.00 Goethezeit > 13.14.00 Zu einzelnen Autoren
BDSL-Klassifikation: 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.15.00 Zu einzelnen Autoren
Licence (German):License LogoDeutsches Urheberrecht

$Rev: 11761 $