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„Nichts ist widerlicher als eine sogenannte Dichterlesung.“ : Deutsche Autorenlesungen zwischen Marketing und Selbstpräsentation
(2011)
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Gunter E. Grimm
- Dichterlesungen boomen. Man muss nur in das Tagesangebot der Zeitungen schauen, man muss nur in Buchhandlungen gehen, in Volkshochschulen, in Stadtbüchereien: überall sieht man Plakate und Programme, die Lesungen zeitgenössischer Autoren anbieten. Das ist umso verwunderlicher, weil im Allgemeinen Dichterlesungen nicht allzu beliebt sind, auch bei vielen Autoren nicht. Das einschlägige Motto „Nichts ist widerlicher als eine sogenannte Dichterlesung“ stammt aus Thomas Bernhards Schimpfroman „Alte Meister“, in dem der 82jährige Musikkritiker Reger seinen typischen Wiener Schmäh über fast die gesamte österreichische Kunst, Literatur und Musik, in seitenlangen Monologen ausgießt.
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Über die Wirkung von Lehmpackungen auf die Lebensqualität und die Stauungsbeschwerden bei Patienten mit chronisch venöser Insuffizienz (CVI)
(2011)
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Karin Redlich
- Bei der chronisch venösen Insuffizienz (CVI) handelt es sich um einen im
Bereich der unteren Extremität lokalisierten varikösen Symptomenkomplex
bestehend aus Beschwerden wie Schmerzen, Schwere-, Spannungsgefühl, Juckreiz
uvm. Dazu kommen stadienabhängig trophische Hautveränderungen,
bedingt durch veränderte Kapillarmorphologie und -dichte. Diese Veränderungen
können, je nach Ausprägungsgrad, von Hyperpigmentation über
Dermatitis, Corona phlebectatica paraplantaris, Atrophie blanche bis hin
zum floriden Ulcus cruris venosum reichen.
In der Bundesrepublik Deutschland leiden ca. 10-15 Millionen Menschen
an einer manifesten CVI. Der CVI kommt aufgrund ihrer hohen Prävalenz
eine hohe sozialmedizinische und sozialökonomische Bedeutung zu.
Der pathophysiologische Mechanismus, der der CVI zugrunde liegt, ist
bei Hinzukommen von begünstigenden Faktoren, z.B. Orthostasebelastung,
in der Entwicklung von insuffizienten Venenabschnitten oder Insuffizienzpunkten
im Bereich der Venenklappen oder anderen am Rücktransport des
Blutes zum Herzen beteiligten Mechanismen zu suchen.
Eine Vielzahl von Therapieverfahren, wie etwa operative Eingriffe und
Sklerosierungen, sind auf die Ausschaltung dieser Insuffizienzpunkte ausgerichtet.
Diese Verfahren sind gründlich erforscht und durch klinische Studien
wohldokumentiert. Ihre Grenzen liegen zum einen in möglichen Nebenwirkungen,
zum anderen in der grundlegend chronisch degenerativen Natur
der Erkrankung, deren Ursachen durch solche Therapieformen nicht erfasst
werden.
Andere, nicht invasive und meist physikalische Therapieformen zielen auf
eine Verbesserung der subjektiv empfundenen Lebensqualität ab. So ist
etwa die Wirksamkeit von kalten hydrotherapeutischen Anwendungen wie
Knie- oder Beingüssen, Wassertreten, Lehm-Wadenwickeln oder wechselwarmen
Anwendungen nach Kneipp auf die subjektiven Beschwerden mehrfach
beschrieben und in evidenten Studien belegt worden.
Wie es sich in diesem Zusammenhang mit der Wirksamkeit kalter Lehmpackungen,
so wie sie als ortsgebundenes Heilmittel in Kurbädern Anwendung
finden, verhält, ist hingegen bis dato nicht systematisch ergründet worden. Um diesen Mangel zu beheben, wurde die vorliegende randomisierte,
kontrollierte Studie zur Wirksamkeit von kalten Lehmpackungen auf die
Beine von CVI-Patienten entworfen. In dieser Studie wurden zum einen
die Wirkungen dieser Behandlungsform auf die subjektiv erfassten Größen
Lebensqualität, Schmerzen und Stauungsbeschwerden ermittelt, unter Anwendung
des SF (short form) 36-Fragebogens und der visuellen Analogskala
(VAS). Als Hauptzielgröße wurde die subjektiv empfundene Lebensqualität
gewählt. Zum anderen wurden die objektiven Messparameter Knöchel-,
Wadenumfang, transkutan gemessener Sauerstoffpartialdruck und die venöse
Wiederauffüllzeit als Nebenzielgrößen erfasst.
Im direkten Anschluss an die Therapie lassen sich signifikante Verbesserungen
der subjektiven Messparameter verzeichnen. Diese fallen bei den
krankheitsspezifischen Faktoren und im körperlichen Lebensqualitätsprofil
deutlicher aus als im psychischen Lebensqualitätsprofil. Innerhalb des
körperlichen Lebensqualitätsprofils wiederum zeigen sich die deutlichsten
Verbesserungen bei der körperlichen Rollenfunktion, gefolgt von den körperlichen
Schmerzen. Das psychische Lebensqualitätsprofil weist die deutlichste
Verbesserung bei der emotionalen Rollenfunktion auf. Diese Ergebnisse
lassen sich in der vorliegenden Kombination vor dem Hintergrund der Beobachtungen
erklären, dass zum einen die CVI eine chronisch degenerative
körperliche Erkrankung ist, deren Effekte sich vornehmlich in körperlichen
und psychischen Funktionalitätseinbußen manifestieren, und dass sich zum
anderen das Patientenkollektiv der Studie durch fortgeschrittenes Alter und
einen insgesamt unterdurchschnittlichen gesundheitlichen Allgemeinzustand
auszeichnet. Alter und gesundheitlicher Allgemeinzustand wiederum gehen in
erster Linie mit dauerhaft empfundenen Beeinträchtigungen der körperlichen
und psychischen Rollenfunktionen einher. Durch die Lehmpackungen gelingt
nun eine Reduktion der Schmerzen und anderer Beeinträchtigungen der
körperlichen Befindlichkeit (Schweregefühl, Juckreiz). Diese Verbesserungen
machen es dem Patienten möglich, seine an ihn gestellten Rollenerwartungen
besser zu erfüllen.
Die erreichten positiven Effekte auf die subjektiven Parameter tendieren
nach drei Monaten wieder in Richtung Ausgangswert, ohne diesen jedoch
zu erreichen, so dass sich eine gewisse Nachhaltigkeit des Therapieeffektes
zeigt.
Die objektiven Messparameter tendieren in Richtung einer Verbesserung
(Ausnahme: venöse Wiederauffüllzeit rechts), erreichen jedoch kein hinreichendes
Signifikanzniveau. Um diesbezüglich ein aussagekräftiges Ergebnis
zu erhalten, wären ggf. eine Vergrößerung der Stichprobe und andere bzw.
verfeinerte Messmethoden angebracht.
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Über den Widerspruch von religiöser Hoffnung und politischer Analyse in Adam Smith Theorie des freien Marktes
(2011)
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Burkhard Kühnemund
- Die zentrale These des vorliegenden Aufsatzes ist es, dass es ein Adam Smith-Problem im traditionellen Sinne nicht gibt, aber sehr wohl einen Selbstwiderspruch in Adam Smith ökonomischer Theorie.
Der Aufsatz behandelt zunächst die enge systematische Verbindung von Smith ökonomischer und ethischer Theorie. Die Verbindung beruht auf der Annahme eines höchsten Wesens und einer daraus gefolgerten prästabilisierenden Harmonie Dem religiösen Vertrauen auf eine natürliche Ordnung korresponiert der Glaube an die Gerechtigkeit des Marktes. Smith weitere politische Analyse produziert allerdings einen Selbstwiderspruch. Smith zeigt auf, dass die unternehmerischen Eigeninteressen dem Allgemeininteresse der Gesellschaft widersprechen und die Unternehmer zudem virtuoser und erfolgreicher beim Durchsetzen ihrer eigenen Interessen agieren als andere Marktakteure. Dennoch hält Smith an der Annahme fest, der Markt entfalte eine harmonisierende und den allseitigen Wohlstand fördernde Wirkung. Diese Annahme mutiert bei seinen Epigonen zu einer ontologischen Gewissheit.
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Ökosystem statt Nutzwald
(2011)
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Joachim Koch
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Äthiopische Handschriften – Restaurierungen – Eduard Rüppell – Arbeit der Spezialabteilungen : Posterpräsentation der UB Frankfurt a. M. ; 7. nationaler Aktionstag der Allianz Schriftliches Kulturgut Erhalten, 14. Mai 2011
(2011)
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»Was weiter erfolgte, brauchen wir nicht zu melden…« : Heinrich von Kleists »Poetik der Unschärfe«
(2011)
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Christian Metz
- Seit Jahren steht in der Diskussion über Heinrich von Kleists Erzählung „Die Verlobung in St. Domingo“ die Frage im Mittelpunkt, wie man mit dem latenten Rassismus umzugehen hat, der Kleists Novelle prägt. Warum beispielsweise gibt der Erzähler die komplexen historischen Ereignisse rund um den zwischen 1798 und 1807 andauernden Freiheitskampf der »schwarzen Sklaven« gegen ihre »weißen Kolonialherren« mit der tendenziösen Formel wider, seine Geschichte spiele zu jener Zeit, »als die Schwarzen die Weißen ermordeten«? Stellt diese Zusammenfassung die Historie nicht zuungunsten der »schwarzen« Freiheitskämpfer auf den Kopf? Verweigert „Die Verlobung“ der schwarzen Bevölkerung Haitis jene Rechte, welche die Aufklärung und Französische Revolution den »Weißen« zusichern? War Heinrich von Kleist ein Rassist?
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»O tief, tief sinkt die Schale des Glückes« : Seine letzten zwei Jahre in Berlin: Kleist als Herausgeber der ersten Berliner Tageszeitung – Das heiter inszenierte Ende am Kleinen Wannsee
(2011)
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Lisette Nichtweiss
- Die Berliner Abendblätter faszinieren und beschäftigen noch nach 200 Jahren Leser und Literaturforscher. Und immer noch weiß man nicht genau, was den unsteten Dramatiker, Erzähler und Dichter Kleist veranlasst hat, eine alltägliche Zeitung herauszugeben. Geldnot? Brotberuf als Basis fürs Dichterdasein? Anerkennung unter den Freunden, in der Familie? Volksbelehrung? Demokratischer Pioniergeist?
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»Gott, mein Vater!« : Neues von der Marquise von O....
(2011)
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Andreas Kraß
- Kleist erzählt in seiner 1808 erstmals erschienenen Novelle „Marquise von O….“ die Geschichte einer Frau, die unwissentlich vergewaltigt wird, per Zeitungsannonce den Kindsvater sucht und am Ende den Geständigen heiratet. Kleist legt in seiner Erzählung zahlreiche Fährten, eine davon führt zum christlichen Mythos der Heiligen Familie und somit zum Urbild der bürgerlichen Familienstruktur. Das zentrale Motiv der unerklärlichen Schwangerschaft rückt die Marquise in die Nähe der Gottesmutter Maria. Als sie die Hebamme fragt, ob denn »die Möglichkeit einer unwissentlichen Empfängnis sei«, erhält sie die Antwort, »dass dies, außer der heiligen Jungfrau, noch keinem Weibe auf Erden zugestoßen wäre«. Wenn Kleist seiner Novelle die Figurenkonstellation der Heiligen Familie zugrunde legt – wie sind dann die weiteren Rollen verteilt? Die Heilige Familie beschreibt zwei Figurendreiecke, ein göttliches und ein menschliches. Das göttliche Dreieck umfasst Gottesmutter, Gottvater und Gottessohn, das menschliche Dreieck Maria, Joseph und das Jesuskind. Letzteres hat somit zwei Väter: einen göttlichen, der es zeugt, und einen irdischen, der es legitimiert.
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Zwischenbericht der Goethe-Universität Frankfurt am Main zur Umsetzung der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der DFG
(2011)
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Zwischen Wien und Bagdad oder wenn der شَرق Osten als شُروق Sonnenaufgang im Text auftaucht : Semier Insayifs Roman "Faruq"
(2011)
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Anna Babka