461 search hits
-
Der Entlarver hinter der Maske : die Sprache der Seele in der Philosophie Friedrich Nietzsches
(2000)
-
Martin Burger
- Die Bedeutung Nietzsches als Philosoph, Dichter und Diagnostiker seiner Zeit ist inzwischen unbestritten und wird zunehmend erkannt. Unverständlich ist allerdings, dass in der über hundertjährigen Nietzsche-Rezeption der Psychologe Nietzsche weitgehend vernachlässigt wurde. Dabei sind große Teile seiner Philosophie, seine Moralkritik, seine Kunst- und Machttheorie, reinste Psychologie. Die "unerhörte psychologische Tiefe und Abgründlichkeit", die Nietzsche für sich reklamiert, haben auch andere erkannt. Sigmund Freud, der nicht umhin konnte, Nietzsche zu bewundern, bemerkt in seiner "Selbstdarstellung", dass "dessen Ahnungen und Einsichten sich oft in der erstaunlichsten Weise mit den mühsamen Ergebnissen der Psychoanalyse decken...". Alfred Adler nennt ihn "eine der ragenden Säulen unserer Kunst" und wird nicht müde, seine Bedeutung hervorzuheben. Für C. G. Jung war die Lektüre von Nietzsches Schriften die Vorbereitung, mit der er zur "modernen Psychologie" gelangte. Gottfried Benn meint gar, "die ganze Psychoanalyse ... ist seine Tat". Noch extremer äußert sich Karl Jaspers, der Nietzsches Denken über die Tiefenpsychologie stellt. Mehr noch: Die Psychoanalyse sei "mitschuldig an der geistigen Niveausenkung", sie habe "die unmittelbare Auswirkung des eigentlich Großen (Kierkegaard und Nietzsche) in der Psychopathologie verhindert". Tatsächlich wurden aber nahezu sämtliche Psychoanalytiker der ersten Stunde, so auch Rank, Tausk, Wittels, Reik, Hitschmann von Nietzsche inspiriert.
-
Ortstermin an einem Gedächtnisschauplatz : Goethe und Heine in Verona ; für Michael Böhler zum 60sten mit Dank für die Zürcher Jahre und die Abstecher an den Genfer See
(2001)
-
Sigrid Weigel
- Die Untersuchung der Goetheschen und Heineschen Betrachtungen eines für das kulturelle Gedächtnis prominenten Ortes, des Amphitheaters in Verona, [soll zeigen], auf welche Weise unterschiedliche Verfahrensweisen vor Ort zu differenten Bedeutungen vom Gedächtnis der Orte führen. Diese sind auch in der gegenwärtigen theoretischen Diskussion virulent. Dabei gilt es nicht nur, das 'Gedächtnis der Orte‘ vom Konzept der 'Gedächtnisorte‘, der lieux de mémoire zu unterscheiden, sondern auch, die je verschiedene Bedeutung der Orte in unterschiedlichen Gedächtnistraditionen - wie beispielsweise der ars memoriae, einer Kultur des Gedenkens und dem Freudschen Gedächtnismodell - herauszuarbeiten. Das steht im Zusammenhang der Notwendigkeit, die Lektüre- und Textmetapher, die in ihrer universellen Verwendung in den gegenwärtigen Kulturwissenschaften ihre Konturen zu verlieren droht, auf ihre Spezifik und ihre theoretische Stimmigkeit hin zu befragen.
-
'Kiezdeutsch goes School' : a multiethnic variety of German from an educational perspective
(2008)
-
Kerstin Paul
Ulrike Freywald
Eva Wittenberg
- This article presents linguistic features of and educational approaches to a new variety of German that has emerged in multi-ethnic urban areas in Germany: Kiezdeutsch (‘Hood German’). From a linguistic point of view, Kiezdeutsch is very interesting, as it is a multi-ethnolect that combines features of a youth language with those of a contact language. We will present examples that illustrate the grammatical productivity and innovative potential of this variety. From an educational perspective, Kiezdeutsch has also a high potential in many respects: school projects can help enrich intercultural communication and weaken derogatory attitudes. In grammar lessons, Kiezdeutsch can be a means to enhance linguistic competence by having the adolescents analyse their own language. Keywords: German, Kiezdeutsch, multi-ethnolect, migrants’ language, language change, educational proposals
-
The performance of approximating ordinary differential equations by neural nets
(2008)
-
Josef Fojdl
Rüdiger W. Brause
- The dynamics of many systems are described by ordinary differential equations (ODE). Solving ODEs with standard methods (i.e. numerical integration) needs a high amount of computing time but only a small amount of storage memory. For some applications, e.g. short time weather forecast or real time robot control, long computation times are prohibitive. Is there a method which uses less computing time (but has drawbacks in other aspects, e.g. memory), so that the computation of ODEs gets faster? We will try to discuss this question for the assumption that the alternative computation method is a neural network which was trained on ODE dynamics and compare both methods using the same approximation error. This comparison is done with two different errors. First, we use the standard error that measures the difference between the approximation and the solution of the ODE which is hard to characterize. But in many cases, as for physics engines used in computer games, the shape of the approximation curve is important and not the exact values of the approximation. Therefore, we introduce a subjective error based on the Total Least Square Error (TLSE) which gives more consistent results. For the final performance comparison, we calculate the optimal resource usage for the neural network and evaluate it depending on the resolution of the interpolation points and the inter-point distance. Our conclusion gives a method to evaluate where neural nets are advantageous over numerical ODE integration and where this is not the case. Index Terms—ODE, neural nets, Euler method, approximation complexity, storage optimization.
-
Handwriting analysis for diagnosis and prognosis of Parkinson’s disease
(2006)
-
Atilla Ünlü
Rüdiger W. Brause
Karsten Krakow
- At present, there are no quantitative, objective methods for diagnosing the Parkinson disease. Existing methods of quantitative analysis by myograms suffer by inaccuracy and patient strain; electronic tablet analysis is limited to the visible drawing, not including the writing forces and hand movements. In our paper we show how handwriting analysis can be obtained by a new electronic pen and new features of the recorded signals. This gives good results for diagnostics. Keywords: Parkinson diagnosis, electronic pen, automatic handwriting analysis
-
Selektive Erinnerung : Selbstbegründungsmythen der literarischen Intelligenz in Ost und West nach 1945
(1997)
-
Wolfgang Emmerich
- Wendet man sich der Frage nach dem Selbstverständnis und den Rollen von deutschen Intellektuellen nach 1945 zu, so muß man sich bewußt halten, daß vier, fünf wichtige Jahrzehnte der Geschichte 'des' modernen Intellektuellen - mit fast allen denkbaren diskursiven Zuschreibungen - bereits absolviert und auch realisiert sind. Es gab den Typus des Intellektuellen als Sprecher für universelle Werte (Gerechtigkeit, Wahrheit, Vernunft), der als Moralist die Unabhängigkeit des Geistes gegenüber der Macht behauptete. Es gab inzwischen aber auch zuhauf den 'intellektuellen Verräter', um es pointiert zu sagen, der im Namen einer partikularen National-, Rassen- oder Klassenidentität auftrat und als Ideologe einer säkularisierten Heilslehre mit einem totalitären Regime gemeinsame Sache machte; der also an die Kompatibilität von Geist und Macht glaubte oder sie opportunistisch praktizierte. Nazideutschland hatte genügend Beispiele hervorgebracht. Martin Heidegger, Carl Schmitt und Gottfried Benn (für ein reichliches Jahr) sind nur die berühmtesten. Doch auch linke Intellektuelle, und unter ihnen viele Schriftsteller, die als Parteikommunisten (oder "Kommunisten ohne Parteibuch") agierten, kann ich nicht anders denn als Abtrünnige von der universalen Mission der Intellektuellen sehen - im Licht unseres geschichtlichen Wissens selbst dann, wenn sie an ihre Mission und die Universalität der von ihnen vertretenen Werte glaubten.
-
Versungen und vertan? : Rückblicke auf 40 Jahre DDR-Literatur und Geschichtsschreibung der DDR-Literatur
(1998)
-
Wolfgang Emmerich
- 1981 erschien eine erste Fassung meiner Kleinen Literaturgeschichte der DDR, eine zweite, stark erweiterte und bis an den Herbst 1988 heranreichende Ausgabe im Frühjahr 1989. Die seit dem Frühjahr 1996 vorliegende dritte Fassung zeigt, daß sich mein Blick auf vierzig und mehr Jahre DDR und DDR-Literatur nicht unbeträchtlich verändert hat. Anders als die (wenigen) Forscherkollegen, die sich nicht zu korrigieren brauchten, anders vor allem als die große Zahl derer, die sich nicht korrigieren wollten und schnurstracks zu einer neuen Tagesordnung übergingen, als ob nichts gewesen wäre, fand ich Anlaß zu einer ganzen Reihe von Korrekturen. Bei aller Kritik hatte ich dem Staat DDR und seinen offiziellen kulturellen Hervorbringungen immerhin einigen Kredit eingeräumt. Die Loyalitätsfalle Antifaschismus und die Sehnsucht nach einem wahren Sozialismus waren wohl die entscheidenden Gründe dafür. Sigmund Freud umreißt den therapeutischen Prozeß der Psychoanalyse bekanntlich mit dem Dreischritt 'Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten', und dazu gehören, wie man weiß, auch Mühen und Schmerzen. Mir schien es so, daß es unausweichlich sei - mit dem Motto von Freud - , den Weg von der Mythologisierung zur Historisierung der DDR-Literatur zu gehen. Die nachstehenden Blicke zurück - ohne Zorn, aber doch kritisch und mit je einer Prise Selbstironie und Trauer versehen, versuchen es.
-
Kaleidoskop des Impurismus : Neues zur Poetik und neue Analysen
(2010)
-
Wolfgang Werner
- Impurismus ist eine uralte Weltanschauung und eine alte Poetik. Beides habe ich in meinem Buch von 2007 Illustrierte Poetik des Impurismus ausführlich dargestellt. Da ich mich nicht wiederholen will, kann ich die umfangreichen Funde zum Thema hier nicht erneut vortragen. Andererseits soll der Leser dieser Fortsetzung nicht ganz unvorbereitet in die Materie einsteigen. Deshalb will ich einige nackte Fakten als Erinnerung hier zusammenstellen, muß aber doch dringend auf die anschaulichen Grundlagen in dem genannten Buch verweisen, sonst verschreckt die in aller Kürze vorgetragene Ungeheuerlichkeit der ganzen Entdeckung manchen willigen Leser. ...
-
On the scope of the referential hierarchy in the typology of grammatical relations
(2008)
-
Balthasar Bickel
- In the late seventies, Bernard Comrie was one of the first linguists to explore the effects of the referential hierarchy (RH) on the distribution of grammatical relations (GRs). The referential hierarchy is also known in the literature as the animacy, empathy or indexibability hierarchy and ranks speech act participants (i.e. first and second person) above third persons, animates above inanimates, or more topical referents above less topical referents. Depending on the language, the hierarchy is sometimes extended by analogy to rankings of possessors above possessees, singulars above plurals, or other notions. In his 1981 textbook, Comrie analyzed RH effects as explaining (a) differential case (or adposition) marking of transitive subject ("A") noun phrases in low RH positions (e.g. inanimate or third person) and of object ("P") noun phrases in high RH positions (e.g. animate or first or second person), and (b) hierarchical verb agreement coupled with a direct vs. inverse distinction, as in Algonquian (Comrie 1981: Chapter 6).
-
Prosodic tautomorphemicity in Sino-Tibetan
(2003)
-
Balthasar Bickel
- Sino-Tibetan is a prime example of how strongly a language family can typologically diversify under the pressure of areal spread features (Matisoff 1991, 1999). One of the manifestation of this is the average length of prosodic words. In Southeast Asia, prosodic words tend to average on one or one-and-a-half syllables. In the Himalayas, by contrast, it is not uncommon to encounter prosodic words containing five to ten syllables. The following pair of examples illustrates this.